Mittwoch 05.09.2007


Der Flug mit Thai Airways verlaeuft angenehm und kurzweilig. Die feuchte Hitze in Bangkok spueren wir erst, als wir vor dem Flughafen auf den Bus warten. Die Fahrt fuehrt meist ueber Hochstrassen, welche gute Ausblicke ueber die Weitlaeufigkeit des Stadtgebietes gewaehren. Schnell erkennen wir, dass sich die Verkehrsteilnehmer brav an die Regeln halten, denn bei Rotlicht wird angehalten, die Fahrzeuge bleiben in den vorgesehenen Spuren und erstaunlicherweise betaetigt niemand die Hupe.
Es ist dunkel, als wir die Endstation erreichen. Per TukTuk fahren wir zur Shanti Lodge weiter. Sie haben noch ein einfaches Doppelzimmer frei. Nach einem leckeren Thai Snack im huebschen Restaurant des Gaestehauses, fallen wir muede ins Bett.



Donnerstag 06.09.2007


Um's Eck vom Gaestehaus stossen wir auf einen ueberdachten Markt. Lebensmittel aller Art werden hier angeboten. Die Fischabteilung liegt auf dem Weg zum Fluss und weckt unsere Neugier. Fische verschiedenster Art und Groessen werden meist noch lebend in grossen Wasserbecken gehalten und warten auf ihren Kaeufer. Erst nach eingehender Betrachtung des schlangenaenlichen Haufens mit zuckenden Leibern, erkennen wir diese als Muraenen. Faustgrosse Schnecken gibt es auch zu haben. Ab und zu hat es eine sogar geschafft aus dem Becken zu kriechen.
Nur ein paar Minuten weiter, gelangen wir zur Anlegestelle der Expressboote. Am Steg wird altes Brot verkauft. Sobald jemand dann die Welse damit fuettert, draengen sich hunderte von Fischleiber aneinader, drehen und wenden sich in einem riesigen Haufen Artgenossen um einen Happen zu erhaschen.
Nur ganz kurz legt das Boot am schaukelnden Ponton an, damit wir draufspringen koennen. Nach einer kurzen und rasanten Fahrt, erreichen wir den Stadtteil Banglampoo. Wir wandern an der beruehmten Khaosan Strasse entlang. Erst 1980 haben hier die ersten Gaestehaeuser geoeffnet und nach und nach hat sich die Gegend zum Touristenviertel gewandelt.
Noch keine 48 Stunden ist es her, als wir noch in Australien waren. Die Menschen, die Strassenbilder mit ihren Dueften und die stickige Hitze hat uns sprunghaft in eine andere Welt versetzt, sodass uns Australien bereits weit entfernt vorkommt. Die Zeitverschiebung steckt uns aber noch im Nacken, so legen wir uns am spaeten Nachmittag etwas hin.



Freitag 07.09.2007


Besichtigungstour ist fuer heute geplant. Als Koenig Rama I. 1782 den Thron bestieg, wurde der Koenigspalast erbaut, den wir nun besuchen. Er beherbergt nicht nur den koeniglichen Palast, sondern auch einige Regierungsgebaeude und den beruehmten Tempel des Smaragdbuddahs. Das Gealende hat eine Groesse von 218'000 qm und ist von 4 Mauern umgeben, die insgesamt 1900 Meter lang sind.
Der Tempel des Smaragdbuddhas gehoert zu den wichtigsten Gebaeuden. Die Waende der Halle sind mit Malereien verziehrt, die ausgewaehlte Ereignisse aus dem Leben Buddhas darstellen. So z.B. Szenen seiner Geburt, Kindheit, Jugend und seiner Suche nach Wahrheit. Das farbenfrohe Dach wird von zahlreichen Pfeilern ausserhalb der Halle getragen. Diese sind mit huebschen Mustern in blau und gold verziehrt. Der typische architektonische Stil der buddhistischen Kloester in Thailand, zeigt sich vor allem im Dach und zwar indem das Giebeldach mehrstufig nach unten verlaeuft. An mehreren Stellen und vor allem an allen Ecken und Uebergaengen lugen verschnoerkelte und mit Gold verziehrte Zipfel himmelwaerts.
Die Buddahstatue selbst wurde 1434 in einer Stupa (buddistische Kirche) in Chiang Rai von einem Moench entdeckt. Zu dieser Zeit war das Bildnis mit Gips bedeckt. Erst spaeter stellte der Entdecker fest, dass sich unter dem abblaetternden Gips gruener Stein befand. Irrtuemlicherweise hielt er die Jade fuer Smaragd und so entstand die Legende vom Smaragdbuddah.
Die Statue wurde waehrend der naechsten 50 Jahre des oefteren versetzt, unter anderem gelang sie nach Laos. 226 Jahre spaeter, als die thailaendische Armee unter der Fuehrung von Koenig Rama I. die laotische Hauptstadt Vientiane einnahm wurde das Bildnis wieder zum Palast zurueckgebracht.
Der Buddha ist mit 1 Meter ueberraschend klein. Er sitzt auf einem Holzthron, der mit feinen Schnitzereien verziehrt und mit Gold ueberzogen ist. Das heilige Bildnis traegt stehts, ein der Jahreszeit entsprechendedes Gewand. Dreimal im Jahr, wird dann in einer koeniglichen Zeremonie der Wechsel dieser Gewaender vorgenommen.
Die umliegenden Gallerien zeigen Wandmalereien die Szenen aus der Regentschaft Rama des I. Das meiste sind Darstellungen wichtiger Kaempfe mit Details wie Palaeste, blutige Kampfhandlungen, die goldenen Uniformen von Soldaten und den Bau einer Bruecke.
Die 1785 errichtete Audienzhalle erinnert an Filme wie Ali Baba oder 1001 Nacht. Der Boden besteht aus jeweils schachbrettartig angelegtem schwarz-weissen Marmorplatten. Die Halle ist schlicht gehalten und neben den Saeulen sticht nur der hohe, mit 10 Stufen versehene Thron hervor. Man stelle sich den prunkhaft gekleideten Koenig mit seiner ganzen Hofstaat neben ihm vor, wie er Gaeste empfaengt...
In verschiedenen Mueseen sind Waffen, Teppichbilder, Geschirr, Schmuck und sonstiges Inventar zu sehen. Immer wieder kommen wir an kostbar verziehrten Figuren und Statuen vorbei. Meist sind sie mit farbigem Glas und Plattgold verziehrt, was besonders in der Mittagssonne glaentzt und glitzert.
Puh, nach 4 Stunden in dem Palast sind wir schoen geschafft! Vor der Bootsstation genehmigen wir uns bei einem Strassenstand frisch zubereiteten Reis, Spargeln und Shrimps. Dann geht's zum Gaestehaus zurueck.



Samstag 08.09.2007


Gegenueber von unserer Bleibe ist eine kleine Fressbude in einer Art Garage einquartiert. Heute wollen wir dort einmal Fruehstuecken. Die Auswahl ist auf Waffeln und Toastbrot beschraenkt, die Tischchen von der Sorte superklein und als Stuehle dienen kleine Hocker. Ueberrascht waren wir von dem koestlichen Kaffee aus einer modernen Kaffeemaschine, den herrlich Frisch zubereiteten Waffeln und der Herzlichkeit des Besitzerpaares. Wir kriegen sogar noch zusaetzliche Thai-Haeppchen zum ausprobieren.
Nach einem kurzen Abstecher zu einer der “besseren” Shoppingmeilen, fahren wir per Skytrain weiter. Siemens hat diese Schwebebahn durch weite Teile Bangkoks gebaut. Eine gute Sicht und das schnelle Vorwaetskommen sind die 40 Baht ( CHF 1.20 ) allemal Wert.
Als naechstes wagen wir uns in das immense Getuemmel des Chatuchak Marktes. Die unzaehligen, eng aneinandergereihten Staende sind ueberdacht. Wir muessen hoellisch aufpassen, um die Orientierung nicht zu verlieren. Es sollen ueber 6000 Staende sein, an denen es Textilien, Handarbeiten, Schmuck, Porzelan, Haushaltwaren, CD’s, Buecher, Moebel, Pflanzen und vieles mehr zu kaufen gibt. Waehrend Michi Birkenstocklatschen ersteht, verlaesst Sonja den Markt mit einem Sonnenhut und einem Baumwollshirt.

Sonntag 09.09.2007


Gegenueber nehmen wir nochmals das Fruehstueck ein. Das Paar beteuert laechelnd, dass sie uns vermissen werden, wenn wir Bangkok heute verlassen. Danach packen wir unsere 7 Sachen und lassen uns von einem Taxi zum Busbahnhof im anderen Stadtteil chauffieren. Wie von Zauberhand geleitet, laufen wir bei den 50zig Bussen direkt an den Richtigen nach Kanchanaburi heran. Am Schalter loesen wir 2 Tickets und 5 Minuten spaeter faehrt der Bus bereits los.
Von der Landwirtschaft sehen wir in den 2,5 Std. nicht allzuviel, denn die Strasse fuehrt praktisch nur durch urbares Gebiet. Waehrend der Fahrt haben wir uns bereits fuer eine Unterkunft entschieden. Der nette Polizist bei dem Informationsschalter laesst Michi sogar mit seinem Handy telefonieren. Ein Taxifahrer holt uns daraufhin ab und liefert uns bei der Rainbow Lodge ab. Es gibt dort 6 verschiedenfarbige Haeuschen die ueber dem Flussufer erbaut sind. Wir erhalten das Blaue.
Im spaeteren Nachmittag ziehen dunkle Wolken auf und ein Gewitter entlaedt sich mit starkem Niederschlag und Donner. Nur gerade mal 2 Grad Abkuehlung hat das gebracht.
Nach dem Regenschauer erkunden wir zu Fuss die naehere Umgebung. Vorbei an einem Tempel, dem Soldatenfriedhof und schmalen Gassen erreichen wir den Nachtmarkt. Die Staende werden jeweils beim Eindunkeln aufgebaut. Es gibt vor allem Kleider, Elektronik und Uhren zu kaufen. Bei einigen Essstaendchen kosten wir Spiesschen und Suessspeisen.



Montag 10.09.2007


Wolken haengen noch am Himmel und die Temperatur erscheint uns nicht ganz so hoch. Gerade Richtig, um Fahrraeder auszuleihen. An den stark befahrenen Strassen wollen wir moeglichst entgehen, deshalb radeln wir immer nahe am Fluss entlang. Die Strassen werden zum Wirrwarr und wir gelangen in ein ruhiges Wohnviertel mit Dorfcharakter. Die meisten Bewohner laecheln uns zu. Immer noch keine Bruecke in Sicht! Vermutlich sind wir falsch gefahren, also drehen wir um, nur um in einer Sackgasse am Fluss zu landen. Da tuckert bereits ein Boot vom anderen Ufer heran und laedt 2 Mopedfahrer ab. Schnell schieben wir unsere Velos auf das Boot und bezahlen 8 Baht ( CHF 0.25 ) an das Muetterchen. Der Kunde nach uns loest das Tau und schon geht’s dem anderen Ufer entgegen.
Die andere Seite strotzt nur so von gruenem ueppigen Bewuchs. Nur ein paar Haeuser gibt es hier, kleine Felder und vereinzelt eine angebundene Kuh. Anhand der Beschreibung im Reisefuehrer biegen wir bei einem Seitenweg mit Tor ein. Es gibt nur in Thai beschriftete Schilder. Nach 700 Metern liegt rechts eine kleine Tempelanlage. Linkerhand wird ein grosses Gebaeude saniert. Hinter einer Hausecke, sehen wir eine Treppe am Huegel, das muss es sein. Die betonierte Treppe liegt unter gefallenen Blaettern begraben. Laubbaeume bewachsen den Berghang. Die kleine Huette auf einem Felsvortsatz ist ziemlich verfallen. Es scheint, als habe einmal ein Moench hier gewohnt. Am Ende der 100 Stufen fuehrt der Weg in eine Hoele hinein. Rauchgeschwaertzt sind die Waende, modrig der Geruch. Die Buddhastatue und die holzige Frauenfigur scheinen schon bessere Zeiten erlebt zu haben. Dies ist der Hoehlentempel Wat Ban Tham und wir fragen uns, ob er aufgegeben wurde. Mag man ueber Leitern steigen, so kann man in das enge Hoehlensystem klettern. Die Lichtanlage dafuer ist erst kuerzlich errichtet worden.
Den Rueckweg treten wir an der Hauptstrasse entlang an. Nach der Bruecke entdecken wir eine duenne, etwa 1 Meter lange, grasgruene Schlange. Ihren Hals und Kopf streckt sie hoch in die Luft und bewegt sich wie ein vom Wind bewegter Grashalm. Da wir sie beobachten, dreht sie rasch um und versteckt sich im Gebuesch. Spaeter erfahren wir, dass sie von den Einheimischen gruene Schlange genannt wird. Sie kommt in Baeumen vor, ist ungiftig und frisst Insekten.
Zurueck in Town, fahren wir ein lokales Restaurant an, wo wir gutes und superguenstiges Thai-Essen erhalten. Spaeter benutzen wir den Fernseher in unserem Zimmer. Von den 60 Kanaelen koennen wir nur etwa 3 verstehen, und zwar die Deutsche Welle, Eurosport und einen Moviekanal. Auf Eurosport koennen wir das US Open verfolgen und werden Zeuge wie Roger Federer einen weiteren Sieg erringt.
Um unsere Koerper zu verwoehnen, goennen wir uns eine Thai Massage. Teilweise mit ganzem Koerpereinsatz werden unsere Muskeln, Gelenke und Akupunkturpunkte bearbeitet. Michi ist zwar etwas enttaeuscht, hat er doch einen Masseur anstatt eines zarten Maedchens bekommen!



Dienstag 11.09.2007


Ueberpuenktlich, naemlich 10 Minuten zu frueh, werden wir zu unserem Tagesausflug abgeholt. Ausser uns, dem Fahrer, dem Tourguide sind noch 3 Australier dabei.
Als erstes geht’s zum 80 km entfernten Hellfire Pass. Im Museum erfahren wir die tragische Vergangenheit ueber den Bau dieser Eisenbahnstrecke im 2. Weltkrieg. Mitte 1942 kaempften die Japaner in Burma gegen die Briten. Um die Tuppen auf sicherem Weg mit genuegend Nachschub versorgen zu koennen, Entstand der Plan, die 415 km lange Eisenbahnstrecke zu bauen. Als Arbeiter nahm man die alliierten Gefangenen; Australier, Englaender, Hollaender und Amerikaner. Zusaetzlich wurden Massen von asiatischen Hilfsarbeiter angeheuert. Unter aeusserst widrigen Bedingungen wurden die Arbeiter brutal zur Arbeit gezwungen.
Nur mit Schaufeln, Hacken und wenig Dynamit mussten die Baeume gefaellt und Schneisen in felsiges Terrain gehauen werden. Die Baustellen waren oft weit entfernt von den Basislagern. Taegliche Maersche von einigen Kilometern mussten neben der schweren koerperlichen Arbeit zurueckgelegt werden. Zweimal am Tag gab es Reis mit wenig getrocknetem Gemuese oder Fisch. Das Essen war duerftig und Straeflinge berichten, dass sie sich nur dank den zusaetzlichen Enteneiern, die sie mit den asiatischen Kollegen gesammelt haetten, ueber Wasser halten konnten.
Hinter dem Museum fuehrt ein Pfad in den Dschungel hinein und zum damals gebauten Bahntrasse hinunter. Nur noch das steinige Bett ist vorhanden. Wir koennen uns die Qualen hautnah vorstellen. Die dichte Vegetation, feuchte Hitze die sich schwer auf den Koerper legt, umringt von tausend krabbelnden und fliegenden Insekten und Peitschen schwingenden japanischen Waechtern. Die grossen Bambusse sind aeusserst zaeh und mit viel Kraftaufwand zu faellen. Gleichzeitig waren die Menschen auf den Bambus angewiesen. Fast alles bestand aus Bambus, die Huetten, Wasser-und Lebensmittelbehaelter, Teller und, und, und.
Die Arbeiten gingen nur langsam voran, deshalb wurde eine noch haertere Arbeitsweise erzwungen. Diese ist unter dem Namen „Speedo“ bekannt. Noch laenger mussten die Straeflinge arbeiten, sogar die Kranken wurden aus den Lazaretten geholt und zur Arbeit gezwungen. Auf den Fotos sehen wir die Menschen, die mehr wie wandelnde Skelette aussehen. Eingefallene Gesichter, nur Haut und Knochen, leblose Augen.
Von den 270'000 asiatischen Arbeitern starben um die 80'000 und von den 60'000 Soldaten haben 20% nicht ueberlebt. Die harten Bedingungen sowie Tropenkrankheiten wie Cholera, Thypus und Malaria haben ihren Tribut gefordert.
Nach einem leckeren Mittagessen in einer „Landbeiz“ werden wir in ein schmales Tal chauffiert. In einem Dorf warten bereits die Elefanten auf uns. Waehrend der Mahout jeweils rittlings auf dem Hals sitzt, steht uns ein Holzgestell zur Verfuegung. Unser Reittier scheint nicht so recht Lust zu haben, staendig bleibt er stehen und sucht nach etwas fressbarem. Bald haben wir das Dorf hinter uns gelassen und tauchen in einen Teakwald, respektive Regenwald, ein. Bei der Flussdurchquerung beginnen alle drei Elefanten zu brummen, resp. der Ton gleicht eher einem trockenen blubbern. Unser Kerl bleibt wieder stehen und der Kamera wegen sind wir froh, als er ohne mit dem Wasser zu spritzen, weitergeht. Ploetzlich geht es im dichten Wald steil bergauf und ab. Die nasse Erde hat rutschig aussehende Elefantenspuren hinterlassen doch die Dickhaeuter erweisen sich als sehr trittsicher. Wir muessen uns aber ziemlich an dem Holzgestell festhalten um nicht abzurutschen. Nach knapp einer Stunde im Dickicht, erreichen wir das Fluesslein wo wir auf kleine Bambus-Flosse umsteigen. Die Fuesse leicht vom Wasser umspielt, scheint das Gefaehrt doch sehr schwimmtauglich zu sein. Je ein Mann pro Floss steuert uns sicher zum Dorf zurueck. Das ist eine gemuetliche Art der Fortbewegung, finden wir. Bunte Schmetterlinge und Libellen flattern dem Ufer entlang.
Richtig Glueck hatten wir, denn kaum sitzen wir im Auto, beginnt es zu regnen und bis wir beim alten Bahnhof ankommen scheint die Sonne bereits wieder. Die alte Bahnstrecke fuehrt hier am Berg entlang und schwebt sozusagen ueber dem breiten Fluss. Ausgerechnet heute scheint die Lok ein technisches Problem zu haben, und wir verpassen die Eisenbahnfahrt.
Dafuer besuchen wir die die Bruecke am Kwai, beruehmt durch das gleichnamige Buch und den Film. Ebenfalls im 2. Weltkrieg erbaut, wird die Eisenbahnbruecke immer noch taeglich benutzt. Gerade als wir da sind, fahert der Zug langsam ueber den breiten Fluss. Der Lokomotivfuehrer betaetigt das Horn und die heimischen Kinder winken uns durch die geoeffneten Fenster zu.



Mittwoch 12.09.2007


Gemuetlich packen wir unser Gepaeck, sitzen dann noch eine Weile in der Freiluftlobby der Rainbow Lodge. Mit dem Mittagsbus fahren wir nach Bangkok zurueck. Der eingeschobene DvD handelt um eine witzige Entfuehrung eines Stadtbusses. Obwohl in Thai, koennen wir dem Filmverlauf gut folgen, da die verschiedenen Charakteren von Opfern, Entfuehrer, dem Busfahrer und seinem Helfer gut dargestellt sind.
Am Busbahnhof angelangt, wollen uns einige Taxifahrer teure Fahrten zum Hauptbahnhof verkaufen. Sie erzaehlen uns von Verkehrsstau zu dieser Zeit und entsprecheneden Umwegen. Dank Erfahrung glauben wir nicht alles auf Anhieb. Wegen des vielen Gepaecks, moegen wir nicht unbedingt den Lokalbus nehmen. Schlussendlich treibt Sonja einen freundlichen Taxifahrer auf, der seinen Taxometer einstellt. Wie vermutet ist nirgends Stau, die Fahrt durch halb Bangkok verlaeuft reibungslos und ist einiges guenstiger als zuerst angepriesen.
Der Hauptbahnhof ist ein Sackbahnhof und in der riesigen Halle gibt es vielzaehlige Sitzgelegenheiten und kleine Imbissbuden. Noch etwa 3 Stunden muessen wir hier warten bis unser Zug losfaehrt. Auf einer riesigen Leinwand wird eine Direktuebertragung gezeigt. Der Koenig und seine Frau treffen gerade bei einem neuen Tempelturm ein. Das Volk und die Soldaten bilden Reihen und begruessen die Monarchen ehrfuerchtig. Roter Teppich, Stuehle, Tischchen, Verziehrungen, eine Zeremonie aus Disziplin, Ritualen und Hoeflichkeit geht der Weihung des Turmes voraus.
Punkt sechs Uhr ertoent die Staatshymne und wie auf Knopfdruck erheben sich alle anderen in der Halle, stehen stramm und singen mit. Sogar wir und alle anderen Touristen sind in dem kurzen Zauber gefangen und stehen ehrfuerchtig auf.
Heftig ruettelnd fuehrt die Eisenbahn in die bereits dunkle Nacht hinaus. Gegen 22 Uhr verwandeln die Bahnbegleiter die Sitze in Kajuetenbetten. Michi verzieht sich ins obere, Sonja ins untere Fach. Ein Vorhang ist ueberall angemacht und es gibt frische Decken und Kissen.



Donnerstag 13.09.2007


Sich ausstrecken zu koennen, war ja schoen, nur leider haben die Waggons staendig ordentlich geruettelt, so dass der Schlaf kaum ueber uns kam. Michi wurde zusaetzlich direkt von der Klimaanlage angeblasen und musste sich in Trainerhose und Winterpulli huellen.
Bevor wir unser Ziel, Chiang Mai erreichen, fuehrt die Strecke nun durch dichten Urwald oder an Reisfeldern vorbei. Kleine, auf Stelzen gebaute Bambushuetten sind ueberall zu sehen. Manche mit, manche ohne Waende die teils Wohnhaeuser oder Unterschlupf waehrend der Feldarbeit sind.
Der Bahnhof ist huebsch, klein und uebersichtlich. Wir waehlen ein Gaestehaus aus dem Reisefuehrer aus, melden uns telefonisch an und werden abgeholt. Nach einer erfrischenden Dusche geniessen wir ein gutes Thaiessen. Muedigkeit hat sich in unsere Glieder geschlichen, also legen wir uns erst mal folgsam aufs Ohr. Erst am Abend erkunden wir die umliegenden Strassen zu Fuss.
Bilder des Flugzeugabsturzes in Puket flimmern ueber den Fernsehbildschirm. Im stroemenden Regen werden Ueberlebende zwischen den Truemmern gesucht. Keine schoenen Bilder und wir sind froh, dass wir nicht davon betroffen sind.



Freitag 14.09.2007


Beim Fruehstueck treffen wir ein islaendisches Paar, mit denen wir uns lange unterhalten. Sie erzaehlen von ihrem Heimatland und von ihrer Reise durch Indien und Suedostasien.
Spaeter suchen wir Ped auf. Zusammen mit ihrer Mutter hat die Thailaenderin einen bescheidenen Massagesalon aufgebaut. Entgegen den oft zierlichen Frauenkoerpern, weißt sie eine kraeftige Statur auf, evt. pumelig koennte man sie bezeichnen. Sogleich auf vertraute und herzliche Art erklaert sie uns die Massagekurse. Ihre Lehrerin ist eine geuebte Thaimasseurin, die viele Weiterbildungskurse in China besuchte und dort im Moment Akupunktur studiert. Jaehrlich kommt sie nach Chiang Mai und fuehrt Ped und ihre Mutter in weitere Techniken ein. Wir entscheiden uns beide fuer einen 1-taegigen Fussmassagekurs. Morgen um neun sollen wir antreten.
Ein Bummel entlang diversen Strassen fuehrt uns zu einem kleinen Gemuesemarkt. Die Produkte sind fein saeuberlich auf Holztischchen gestapelt. Sehnsuechtig blicken wir auf das farbige Angebot und laecheln uns etwas gequaelt an, werden wir doch von dem selben Gedanken ueberrollt. Waeren wir doch nur mit Moeckli hier unterwegs, so koennten wir unter unglaeubigen Blicken der Verkaeuferinnen Gemuese und Fruechte kaufen. Jaenu, so begnuegen wir uns mit Nuessen und frittierten Chips aus Kartoffeln und Bananen.
In dieser wenig touristischen Ecke von Chiang Mai finden wir kleine Restaurants. Das erste ist richtig niedlich und klein. Die zwei Maedels sind etwas scheu, denn sie sprechen kein Englisch. Sie haben auch keine Menukarte, denn es gibt nur ein Menu. Gerne wollen wir ein lokales Essen ausprobieren, betrachten aber unschluessig das nicht definierbare Angebot. Vielleicht gehen wir doch besser zum naechsten Restaurant...Khao sawy, eine Nudelsuppe mit Weizennudeln, etwas Fleisch und Bambussprossen in einer wuerzigen Bouillon, ist ein typisches regionales Gericht. Das naechste Restaurant serviert nur eben dieses. Fuer die nicht thaisprechenden Touristen gibt es eine englische Uebersetzung. Wir probieren es aus und es schmeckt gut. Bis jetzt waren wir eh angenehm ueberrascht. Das Thaiessen soll bekanntlich zu den schaerfsten der Welt gehoeren. An lokalen Essbuden haben wir jedoch immer wenig gewuertzte Gerichte erhalten. Die Chillisaucen und Pulver wurden immer getrennt aufgetischt.



Samstag 15.09.2007


Die Fussmassage die wir heute lernen, hat chinesische Wurzeln. Ueber 3000 Jahre lang wurde sie bei verschiedenen Krankheiten hilfreich eingesetzt. Im Fuss spiegeln sich bekanntlich die Akupunkturpunkte aller Organe und Erhaltungssysteme wieder.
Im 1. Stock zeigt und erklaert Ped uns alle Handgriffe und Massagetechniken. Im naechsten Schritt lernt jeder von uns diese Handgriffe an den Fuessen des anderen anzuwenden. Zuerst wird der Fuss mit Tigerbalsam und Oel einmassiert. Vom Knie bis zur Fusssohle werden dann vor allem Muskeln massiert und mit einem Holzstab einige Akupunkturpunkte gedrueckt. Wir muessen uns schon arg konzentrieren um all die Unterschiede auf Anhieb zu lernen. In einem Heft gibt es zum Glueck Abbildungen und Anweisungen.
Nach 8 Stunden Ueben, sind wir etwas Muede und gluecklich zugleich ueber das neue Wissen. Nun gilt es also zu ueben. Im Restaurant treffen wir Stephanie und Tim, das belgische Paerchen wieder. Sie erzaehlen von dem Kochkurs, den sie heute belegt haben.



Sonntag 16.09.2007


Heute Morgen lassen wir uns von Ped und ihrer Mutter massieren.
Sonja: Teilweise sanft und geborgen fuehle ich mich in Ped’s Haenden. Bis sie beginnt meinen Koerper in alle moeglichen Richtungen zu drehen und zu wenden. Mal klemmt sie ihre Beine eisern um meine und dreht meinen Oberkoerper in die Gegenrichtung. Gerade als ich das Gefuehl habe es geht nicht weiter, dreht sie noch ein Stueck weiter und ich stelle erstaunt fest, dass meine Sehnen und Muskeln nicht bersten. Bald einmal komme ich mir wie die Knetmasse eines 3-jaehrigen Kindes vor. Gleichzeitig spuere ich die erfahrenen Griffe und wissenden Haende der Masseuse die mit viel Hingabe meinen Koerper in Bestform bringen will.
Michi: Die Kraft in dieser kleinen Frau ueberrascht mich. Sie drueckt, stoesst und dehnt meinen Koerper in alle Richtungen. Nicht nur mit den Haenden, nein, sie benutzt manchmal ihr ganzes Koerpergewicht. Einmal hebt sie mich sogar in die Luft, unglaublich! Einige Positionen schmerzen kurzweilig doch nach 1,5 Stunden fuehle ich mich entspannt und gluecklich von dieser Frau behandelt worden zu sein.
Der Sonntagsmarkt beginnt Mitte Nachmittag und dauert bis Spaetabends. Da die zahllosen Verkaufsstaende nicht nur touristische Waren anbieten, sonder vor allem Einrichtungsgegenstaende und Dekorationsartikel fuer den Hausgebrauch, besteht die grosse Mehrheit der Besucher aus Thais. Wir sind uns einig, dieser Markt gehoert zum schoensten, den wir bis jetzt gesehen haben. An zwei Plaetzen gibt es Essbuden mit zahlreichen Gerichten. Bei so viel Auswahl, koennen wir uns kaum entscheiden.
Spaeter besichtigen wir den Wat Chedi Luang. Der Buddhatempel im Lannastil, wurde um 1440 erbaut. Der Turm hat frueher eine Hoehe von 85 Metern erreicht, bevor er 1545 durch ein Erdbeben teilweise zerstoert wurde und heute nur noch 60 m hoch ist. In Stein gehauene Elefanten zieren die Ecken. Der Jadebuddha, welcher sich heute im Koenigspalast in Bangkok befindet, war vor 500 Jahren hier untergebracht. Ein paar kleine Tempel sind daneben erbaut worden. Unter anderem beherbergen sie die Wachsfigur eines wichtigen Moenches und einen 8 Meter langen, goldenen und liegenden Buddah.
Schliesslich muessen wir uns einmal mit der Rueckreise nach Europa beschaeftigen. Per Internet suchen wir einen guenstigen Flug nach Bruessel. In Zeebrugge soll ja bekanntlich unser Gefaehrt ankommen.



Montag 17.09.2007


Zusammen mit den Belgiern machen wir uns nach dem Fruehstueck zum Busbahnhof auf. Per normalem Ueberlandbus, wollen wir nach Pai weiterfahren. Es ist die guenstigste Art um bis nach Pai zu kommen. Der Bus ist alt, als Klimaanlage funktionieren die offenen Fenster und Tueren und sobald es steil wird, geht dem Motor die Puste aus.
Schon bald fuehrt die Strasse bergauf, durch dicht bewaldetes Gebiet. So geniessen wir Ausblicke auf scheinbar unendliche Huegelketten. Ab und zu tauchen Haeuschen auf. Etwa nach 2 Stunden wird ein Stop eingelegt. Bei den kleineren Essbuden oder dem Laden kann man sich Verpflegen bevor es weitergeht. Wehmuetig denken wir beide an Moeckli. Sehen wir doch einige Stellplaetze und stellen uns vor, wie wir nach Lust, Laune und Gelegenheit irgendwo anhalten und in Kontakt mit den Bewohnern treten koennten. Von nun an geht es in weiten und engen Kurven bergab. Wir fuehlen uns sicher, denn der Fahrer faehrt gekonnt und langsam in die Kurven.
Pai liegt in einem breiten und gruenen Tal. Ueberraschenderweise kommt an der Busstation niemand auf uns zu der Zimmer oder Taxis andrehen will. Dafuer wird uns ein toller Stadtplan in die Hand gedrueckt. Wir vier laufen zum Fluss und beziehen in zwei nebeneinanderliegenden Anlagen unsere Bungalows.
Busfahrten strengen immer wieder an. Nach einem herzhaften Essen muessen wir uns deshalb erst mal ausruhen.



Dienstag 18.09.2007


Mit dem gemieteten Roller wollen wir heute die Umgebung erkunden. Vorbei an einigen kleinen Bungalows, erreichen wir die Reisfelder. Links und rechts erstrecken sich die kleinen gut bewaesserten Felder bis zu den Huegelketten. Pai haben wir vor 10 Min. verlassen und schon fuehlen wir uns ans Ende der Welt versetzt. Kleine Bambusunterstaende stehen in jedem Reisfeld und ab und zu fahren wir durch ein kleines Dorf. Den Passanten laecheln wir zu, Gruessen auf Thailaendisch und ernten ein Laecheln und Gruss zurueck.
Zwei Wasserfaelle besuchen wir. Beide male sind wir jedoch nicht ueberwaeltigt. Es fliesst Wasser aber in keiner spektakulaeren Weise. Auch zum schwimmen reichen die niedrigen Pools nicht aus. An einer anderen Stelle gibt es einen sogenannten Canyon. Durch Erosion sind die Huegelenden abgetragen und zerfurcht. Teilweise nur noch Schuhbreit sind die Gratpfade. Der besondere Reiz fuer Touristen besteht darin, ueber die Schwindelerregenden, schmalen Grate zu gehen, rutschige Partien zu ueberwinden und natuerlich moeglichst nicht runterzufallen.
Der Rueckweg fuehrt uns von Sueden her nach Pai. Vorbei an einigen Elefantenstaellen die Ritte anbieten. Imposant sehen sie aus, wie sie da in den Unterstaenden aus Holz stehen, Gras mampfen und auf die naechsten Touristen warten.



Mittwoch 19.09.2007


Michi: Morgens um acht fahre ich mit Tim, dem Beglier, zum Thaibox Trainingsplatz. Bee ist ehemaliger Wettkampfboxer und hat mit seinem Bruder dieses Trainingszentrum aufgebaut. Er kommt mir knapp bis ans Kinn, ist aber muskuloes und topfit. 5 Westler sind wir und haben 3 thailaendische Trainer. Zuerst sind Aufwaermuebungen und Dehnen der Muskeln und Baender angesagt. Wir Neulinge werden in die Grundregeln des Thaiboxens eingefuehrt. Nachdem die Haende einbandagiert sind, werden uns die dicken Boxhandschuhe uebergestuelpt. Beim Thaiboxen werden die Schlaege mit den Faeusten und Beinen ausgefuehrt. Man darf jedoch nicht auf die Gelenke des Gegners schlagen. Im Einzeltraining gibt der Trainer die Anweisungen fuer die Schlaege. Er selbst ist mit dicken Polstern geschuetzt. Nach nur 5 Min. Schlaege austeilen bin ich schon geschafft. Waehrend der kurzen Pause werden mir Muskeln massiert und Wasser eingefloest. Und weiter geht’s. Was die Koerperanstrengung in den 2 Stunden Training nicht schafft, wird von der Waerme erledigt und ich bin einfach fix und fertig. Die Schienbeine schmerzen bereits.
Die koerperliche Betaetigung hat mir gefallen und gut getan. Der Trainer hat mich beeindruckt und deshalb gehe ich auch zum Nachmittagstraining. Diese Stunden verlaufen aehnlich wie am Morgen, sind aber noch etwas intensiver. Ich trinke viel, doch es fliesst alles in Form von Schweiss gleich wieder aus allen Poren.
Sonja: Um 4 Uhr Nachmittags bringe ich Michi zu seinem Thaiboxtraining. Dann duese ich mit dem Roller an den Reisfeldern entlang. Die meisten Wolken sind weg, so kann die Sonne ihr Abendlicht warm ueber die Landschaft verteilen. Neugierig fahre ich kleine Straesschen in Richtung Huegel hinauf. Einige Reisbauern fahren an mir vorbei. Alle laecheln mich an, gruessen und scheinen sich nicht zu wundern wenn ich die Landschaft fotografiere.
Einmal, als ich gerade auf der Teerstrasse zwischen den Feldern entlang fahre, kriecht urploetzlich eine Schlange aus dem hohen Gras heraus. Noch bevor ich reagieren kann, dreht sie sich um und verschwindet so schnell wie sie kam, wieder im Gras. Der Schreck sitzt noch tief und von nun an beobachte ich die Grasraender genauer. Schliesslich wuerde ich es vorziehen, so ein Tier fruehzeitig zu erspaehen, damit ich in sicherem Abstand ein Foto machen kann.
Bei der Einreise hatten wir ein Visum von 30 Tagen erhalten. Da wir aber so um die 6 Wochen in Thailand bleiben wollen, war uns bewusst, dass wir einmal kurz in ein Nachbarland muessen. Hier in Pai werden Fahrten nach Burma fuer nur 500 Bath ( CHF 16.00 ) angeboten. Da wir kaum mehr so guenstig und schnell diese Grenzformalitaeten erledigen koennen, haben wir uns fuer die heutige Nachtfahrt eingebucht. Um zehn Uhr sitzen wir mit fuenf anderen „Westlern“ im Minibus und haben 6 Stunden Fahrt vor uns.



Donnerstag 20.09.2007


An Schlaf war nicht zu denken. Obwohl der Fahrer ziemlich vorsichtig war, hat’s oft gerumpelt und geschuettelt. Auch das umfunktionieren des Sitzes zur Halbliege hat nicht geholfen um in langanhaltenden Schlaf zu fallen. Zweimal gab’s einen Halt und nach guten 7 Std. erreichen wir in der Morgendaemmerung den Grenzort Mae Sai. Die Formalitaeten auf der thailaendischen Seite sind schnell erledigt. Ein paar Schritte weiter, auf der Bruecke, liegen die Bueros des burmesischen Zolls. Das Buero ist spartanisch eingerichtet, deshalb ueberrascht der Anblick von Flachbildschirmen und Kameras. Laecheln bitte...wird zwar nicht erwartet. Die Beamten benehmen sich streng nach Etikette und erwidern gar nichts auf Michi’s witzigen Spruch. 10 Dollar pro Person kostet das 2 woechige Visum. Die Paesse behalten sie gleich da. Die Regierung will sich wohl vergewissern, dass man auch wieder abreist. Nun werden wir richtig gwunderig; wie wuerden die Beamten wohl reagieren wenn wir mit Moeckli vorfahren wuerden? Diese Frage kommt auf, da gemaess Aussagen anderer Selbstfahrer alle Anfragen fuer eine Einreise von vornherein abgeschlagen werden. Ob das die Zoellner hier auch wissen? Vorlaeufig werden wir es nicht erfahren.
Zusammen mit der Englaenderin Kate, laufen wir ueber die Bruecke. Sofort werden wir von einer Gruppe Verkaeufer empfangen. Ausfluege, Zigaretten und Viagra wollen sie uns verkaufen. Wir verneinen doch 3 Typen laufen uns nach. Schlussendlich ersteht Michi eine Stange Zigaretten zu einem spottguenstigen Preis. Kate will einen Reitsattel kaufen und duest mit einem TukTuk davon. Derweil setzen wir uns in ein Cafe. Der Kaffee ist mit Zimt und Kardamon gewuertzt und das Gebaeck frisch frittiert. Die Kellnerin scheint uebergluecklich zu sein, etwas Englisch sprechen zu duerfen.
Nach einer Stunde laufen wir zur Grenze zurueck. Ein blutjunger Moench im orangen Tuch haelt uns seinen Tontopf hin. Mit leerem Blick bleibt er vor uns stehen. Auf unsere Gesten und Saetze reagiert er nicht, bleibt einfach wie ferngesteuert vor uns stehen. Wir wissen, dass die Moenche ihre Mahlzeiten aus den Gaben der Mitbuerger zusammenstellen. Da faellt uns ein, wir haben noch einen Apfel im Rucksack und legen diesen in den Topf. Nicht gerade beglueckt sieht der Moench aus. Jaenu, wir zucken mit den Schultern und laufen zum Zollhaeuschen. Niemand wundert sich, als wir bereits wieder ausreisen, denn viele Auslaender gehen hier ueber die Grenze um das Visum zu erneuern.
Nicht gerade in freudiger Erwartung steigen wir in den Minibus. Michi kann diesmal immerhin eine Stunde schlafen. Danach unterhalten wir uns lange mit Kate und um drei Uhr sind wir in Pai. Duschen und ins Bett legen, darauf freuen wir uns.



Freitag und Samstag den 21. und 22.09.2007


Seit wir hier angekommen sind, verschleiern meistens Wolken die Sicht zum blauen Himmel. Einmal taeglich sieht es nach Niederschlag aus, welcher meist gar nicht oder nur kurz niedergeht. Wenn es der Sonne mal gelingt durch ein Wolkenloch zu scheinen, taucht sie die Landschaft in ein kraeftiges Licht.
Wir organisieren Flugtickets von Bangkok in den Sueden, melden uns telefonisch bei unseren Freunden an, Sonja besucht Kate und ihren Freund und am Freitag Abend gehen wir zum Abschied mit Stephanie und Tim essen.
Ansonsten geniessen wir den ruhigen und legeren Lebensstil, der in Pai so typisch ist. Ein letztes Mal gehen wir bei „unserer“ netten Familie essen.



Sonntag 23.09.2007


Mit dem Mittagsbus geht’s ueber die Berge zurueck nach Chiang Mai. Hier buchen wir einen Nachtbus nach Bangkok. Es gilt, noch ein paar Stunden auf dem Busbahnhof zu verbringen. Huebsche, mit Blumen umrankte Gartenrestaurants suchen wir vergebens. Das Restaurant waehlen wir anhand der bequemsten Stuehle aus. Denn diese sind in diesem Land duenn gesaeht. Warum auch? Schliesslich sitzt man nur solange da, um das Mahl zu verzehren. Die Gartenstuehle aus Plastik gehoeren zu unseren Favoriten und in dem Linken gibt es diese. Die Restaurantbetreiber sprechen kaum ein Wort Englisch, was darauf deutet, das kaum Auslaender hier speisen.
Die Busfahrt beginnt um 19 Uhr und dauert 9 Stunden. Die Sitze koennen beinahe zu einer Liege umfunktioniert werden. Trotzdem koennen wir nicht gut schlafen.



Montag und Dienstag 24. und 25.09.2007


Der Morgen ist noch jung und dunkel als wir die Vororte von Bangkok erreichen. Bei einer Tankstelle irgendwo in der Naehe des einen Flughafen koennen wir aussteigen und uns ein Taxi nehmen. Trotz der fruehen Tageszeit herrscht bereits reges Treiben auf und am Rand der Strassen. Staende werden aufgebaut, teilweise brutzelt und kocht es bereits. Es heisst, Bangkok schlaeft nie, was zu stimmen scheint. Auch auf dem Flughafen reihen sich viele Passagiere bereits an den Schaltern ein. Nur der tolle Kaffeestand ist noch nicht offen.
Zum Glueck wussten wir nicht, dass die Fluggesellschaft „1-2-GO“ zwei Flugzeugungluecke innert einer Woche zu beklagen hatte. Dabei auch das in Puket. Unser Flug ging ohne Komplikationen ueber die Buehne und dauerte 1 Stunde. Als wir in Nakhon Si Thammarat aussteigen, blicken wir auf Palmenhaine und werden von der feuchten Hitze eingelullt.
Emmet holt uns freundlicherweise ab. Den Iren und seine Frau, haben wir vor ueber 2 Jahren in Goa kennengelernt. Das Paar war mit einem alten Ford Transit von England bis Indien gefahren. Seit einem Jahr leben sie in Thailand und vor 2 Monaten haben sie in Khanom ein Restaurant eroeffnet. Als ob sie nie etwas anderes gemacht haette, wirkt Paulette in der sauberen und modern eingerichteten Kueche, auf uns. Wir freuen uns die beiden wiederzusehen und zu erleben wie sie ihr neues Heim gestaltet haben.
Ein paar Kilometer entfernt quartieren wir uns bei Franz, dem Bayern, ein. Mit einem Scooter von Emmet, sind wir mobil genug um uns zwischen dem Wohnort, unseren Freunden und dem 5 km entfernten Ort zu bewegen.



Mittwoch und Donnerstag den 26. und 27.09.2007


Das Haus unserer Freunde ist mit viel Geschmack und Stil eingerichtet. Dank entsprechend baulichen Massnahmen ist es luftig, hell und offen. Auf beiden Etagen herrscht ein Mix aus dezenten und kraeftigen Farben vor. Im Restaurant bieten sie eine breite Palette von Kaffeesorten und Fruchtsaeften an, waehrend das Essen so gar nicht Thailaendisch ist, dafuer koestlich auf dem europaeischen Gaumen abgestimmt ist. khulabhula.com
Em hat ein Fischerboot fuer heute organisiert. Zusammen mit dem deutschen Paar, Verena und Karl, besteigen wir dieses und lassen uns in Strandnaehe nordwaerts kutschieren. Nachdem wir Khanom hinter uns gelassen haben, erheben sich schroffe und steile Felswaende aus dem Meer. Erstaunlicherweise koennen viele Straeucher und gar Baeume an dem kargen Untergrund wachsen. Ein paar kleine, einsame Sandstraende unterbrechen die Felsklippen, und auf einem wandert sogar ein Affe herum.
So erreichen wir unser Ziel, ein fast weisser Sandstrand, bespickt mit Kokospalmen und von einem gruenbewachsenen Huegel eingerahmt. Nur eine Strasse fuehrt hier her, zu dem kleinen und ueberaus gepflegtem Resort. Em und Paulette kennen den Manager, deshalb werden uns die verschiedenen Bungalows vorgefuehrt. Alle sind zwar aus Holz gebaut, ansonsten sind sie ganz unterschiedlich. Es gibt welche die in einem alten Boot gebaut sind, andere haben zwei oder 4 Zimmer und die Holzwaende sind voller Schnitzereien.
Verena ist Reikimeisterin und moechte Paulette und Em ins Reiki einfuehren. Sonja soll als Uebersetzerin aushelfen und wird auch eingefuehrt. Zwischen den Sitzungen huepfen wir ins Meer und genehmigen uns ein leckeres Mahl.
Den Donnerstag verbringen wir etwas ruhiger. Unvermittelt offeriert uns Em einen Job. Im Austausch dafuer duerften wir das Auto benuetzen. Mmhhh...eigentlich wollten wir hier Urlaub machen.



Freitag 28.09.2007


Noch nicht einmal eine Woche hier, wurden wir bereits mit den Leidensgeschichten vieler Ausgewanderter bombardiert. Es gibt viele Deutsche, Schweizer, Englaender, Iren, Amerikaner und Skandinavier, die nach Khanom ausgewandert sind. Die Maenner sind oft mit Thai-Frauen liiert. Meistens unter unterschiedlichen Vorstellungen. Die Beziehungen sind oft nicht von langer dauer und die Europaeer klagen uns damit, dass sie sich ausgenutzt vorkommen. Und ueberhaupt, seinen die Thais faul, geldgierig und dumm. Wir wollen solchen Behauptungen nicht zuviel Beachtung schenken. Wenn ein 60-jaehriger glaubt, seine 30 Jahre juengere Frau sei nur aus Liebe bei ihm, ist ihm nicht mehr zu helfen. Und betreffend der Geldgier, die ist weltweit vorhanden und wahrscheinlich ein Importartikel eingereister Auslaender. Warum wohl bleiben die noch hier, wenn es ihnen nicht gefaellt?
Michi feiert heute Geburtstag und gestaltet einen maessig ruhigen Tag. Am Abend geht’s dann ins Khula Bhula, wo wir ein Aufschnittplaettli und Wein bestellt haben. Was Michi nicht weiss; Em hat eine kleine Party organisiert, und ein paar Leute eingeladen. Spaeter sitzen wir zu zehnt am Tisch und lassen uns noch einmal drei Gaenge servieren. Paulette ist Meisterin der italienischen Kueche und die selbstgemachten Saucen sind ein Hit.



Samstag und Sonntag den 29. und 30.09.2007


Wir tauschen den Scooter mit dem Auto und duesen los. Ein paar „Aemtli“ haben wir fuer unsere Freunde mituebernommen. Das Einkaufen ein paar Dinge in Surat Thani, verschieben wir auf die Rueckfahrt, nicht aber das Kaufen von Paulettes Medikamenten.
Bei der Information im Krankenhaus kommt Sonja nicht weiter, findet bald auf eigene Faust die Medikamentenausgabe. Sich hinstellen, das alte Rezept hinstrecken und bezahlen, waere zu einfach um war zu sein. Sie soll einer Angestellten folgen. Zurueck bei der Information wird ihr ein gelbes Kaertchen in die Hand gedrueckt, das Rezept wird abgenommen und bei einem anderen Schalter abgegeben, die Angestellte bedeutet Sonja sich zu setzen und zu warten. Hoffentlich haben die Damen verstanden, dass das Medikament fuer jemand anderen gedacht ist. Beim beobachten des regen Treibens in dieser Etage, wird klar, dass es sich um gut organisierte Ablaeufe handelt. Irgendwann bringt jemand naemlich Paulettes Krankenakte zu dem Schalter und Sonja wird fuer eine Arztvisite eingeschoben. Der Arzt spricht Englisch und das Anliegen wird verstanden und bearbeitet. Der Arzt tippt die Bestellung in den Computer und kurz darauf wird Sonja bei der Medikamentenausgabe aufgerufen. Bezahlen und Medikamente fassen. Erstaunlich speditiv und durchdacht. Da nur die Haelfte des Gewuenschten am Lager sind, sollen wir morgen nochmals vorbeikommen.
Nun fahren wir noerdlich weiter. Ein schoenes Gefuehl ist es, mit dem eigenen Gefaehrt unterwegs zu sein. Wie bereits vermutet, laeuft der Verkehr recht gesittet ab. Als der Hunger uns plagt, halten wir einfach bei einem kleinen Restaurant an. Aus 4 Kochtoepfen koennen wir waehlen. Die bereits gesammelte Reiseerfahrung reicht nicht aus um einen Fehler zu vermeiden! Jeder von uns erhaelt eine Schale Reis und Curry. Der erste Biss drueckt Traenen in die Augen, der Zweite toetet die Geschmacksnerven und das Wuergen setzt ein. Pfui! Dieses Curry ist nicht nur absolut scharf, es hat auch einen haesslichen Geschmack. Wir schelten uns selber; wieso nur haben wir nicht zuerst probiert! Von nun an sehen wir Toepfe bei einem Restaurant mit tiefer Abneigung an.
Kurz vor Chumphon rufen wir Mike an und er wartet wie vereinbart am Strassenrand. Mike zuechtet Pferde, genaugenommen beginnt er ein Pony fuer thailaendische Beduerfnisse zu zuechten. Auf seinem, mit Gummibaeumen gespickten Land, tummeln sich etwa ein Dutzend Pferdchen. Die drei Vertreter des Ur-Thaiponys sind gerade mal etwas ueber einen Meter hoch. Vollblut, Quarter, Lippizaner sind bereits eingekreutzt worden und die juengere Generation sehen schon wie elegante Kleinpferde aus.
Mike lebt mit seiner Frau und Kindern in Bangkok und faehrt am Wochenede jeweils hierher. Die paar Arbeiter versorgen die Pferde, ernten das Gummi und stellen das Latex her. Waehrend der paar Stunden erfahren wir viel Wissenswertes ueber Chumphons Vergangeheit, die Gummibaumplantage und ueber die Pferde.
Bei einem kleinen Ort am Meer uebernachten wir. Anstatt auf die Schnellstrasse zurueckzufahren, gondeln wir am naechsten Morgen am Meer entlang. An Kokospalmen vorbei, Fischerhuetten und Doerfern.
In Surat Thani beim grossen Einkaufszentrum muessen wir Schlange stehen und finden kaum einen Parkplatz. Die Thais lieben das Einkaufen und das vor allem am Sonntag.
Dafuer benoetigen wir nur 5 Minuten fuer das Abholen der Medikamente . Die 2 Tage waren ein schoener aber auch anstrengender Ausflug.



Montag 01.10.2007


Em und Michi fahren in den Ort und suchen Holz und Baumaterial aus. Mit der Arbeit kann aber noch nicht begonnen werden, denn das Holz wird erst Morgen Mittag angeliefert.
Die beiden laden uns zum Take Away essen ein: gebratene Ente mit farbigem Papaya Salat a la Thai.



Dienstag 02. bis Donnerstag 04.10.2007


Wir ziehen also ins Khula Bhula Haus ein. Ganz ungewohnt fuer uns, die Arbeiterinnen, die jeden Tag fuer ein paar Stunden kommen, putzen und waschen im Haus.
Michi misst, saegt, zeichnet. Spaeter beginnt Sonja mit dem Schleifen von Hand. Abends sind wir todmuede, koennen aber nur schlecht schlafen, da sich Hunde die halbe Nacht lautstark verfolgen oder ein verrueckter mit ueberhoeter Geschwindigkeit vorbeibrettert.
Besuche, wenn kurz, sind entweder eine Willkommene Abwechslung oder stoerend, wenn zu lange und mit dummen Spruechen kombiniert. Karl kommt netterweise fuer ein paar Stunden und hilft schleifen. Der Maler von nebenan staunt ueber die Arbeitsweise und beginnt uns zu bewundern. Die Hausbesitzerin bietet Michi sogar einen Job an; den Innenausbau der im Bau befindlichen Bar. Sie koenne ja sehen, welch tolle, gewissenhafte und exakte Arbeit er hier macht. Michi fuehlt sich nicht wirklich geehrt. Wir schuften und schwitzen, Holzstaub klebt an uns und Abends sind wir jeweils fix und fertig. Bis Donnerstag Abend sind die Gestelle fertig, muessen nur noch gestrichen werden, das ueberlassen wir aber gerne Emmet.



Freitag 05.10.2007


Spaet Nachts sind Paulette, Tochter Ellison und Em zurueckgekommen. Heute Morgen nun, wird unsere Arbeit begutachtet. Der Stil gefaellt ihnen sehr und sie sind begeistert, dass wir 4 Gestelle machen konnten.
Erleichtert machen wir uns in ihrem Auto auf und davon. Natuerlich erst als wir Verena und Karl abgeholt haben.
Unser erster Stop, gilt dem Affen Trainingszentrum in Kanchanadit. Der Vater von der Besitzerin hat begonnen Affen zu trainieren und nun setzt sie zusammen mit dem Onkel diese Arbeit fort. Die so genannten Kurzschwanzaffen sind hier in Suedthailand heimisch. Ein Affe kommt fuer 6 Monate hier in die Schule. Zuerst gewinnt man das Vertrauen der Affen, dann gewoehnt man sie spielerisch an Kokosnuese. Sie lernen diese mit Haenden und Fuessen zu drehen. An kuenstlichen und richtigen Palmen werden die Nuesse platziert die die Affen „ernten“ muessen. Paralell dazu lernen sie ins Wasser zu tauchen und Nuesse aus dem Wasser zu fischen. Besonders wichtig ist das entwirren der Leine. Die Kommandos werden ausgesprochen und per Leinenbewegung zum Affen durchgegeben. Es ist lebensnotwendig, dass dieser Verhedderungen des Seils bemerkt und sich selber befreien kann, ansonsten koennte er sich selbst strangulieren.
Netterweise kriegt unser Vorfuehrkandidat nach getaner Arbeit eine Ganzkoerpermassage, was ihm scheinbar sehr gefaellt. Es wird uns erzaehlt, dass die Affen mit der Zeit menschliches Verhalten erkennen und nachahmen koennen. Sie wenden alle erdenkliche Taktiken an um der Arbeit zu entgehen, wie z.B. krank oder muede spielen. Wir sind uns alle einig, der Besuch hier hat sich wirklich gelohnt.
Weiter westwaerts, biegen wir zum Ratchaprapha Staudamm ab. Eine extrem touristische und exklusiv ausgebaute Ferienstadt gibt es hier. Schoene Ausblicke auf den riesigen See und die hohen Kalksteinhuegel bieten sich vom Ufer aus. Als wir jedoch bei der Bootsanliegestelle eintreffen, bewegt sich eine dicke schwarze Wolkenwand auf uns zu. Im Regen macht es wohl keinen Sinn da rauszufahren.
Wir fahren also weiter zum offiziellen Eingang des Khao Sok Nationalparks. Bei Art’s Riverview Jungle Lodge quartieren wir uns fuer die Nacht ein. Das Restaurant liegt direkt am Fluss und die Huetten sind im dichten Dschungel verteilt. Frueh ist es dunkel. Die Nachtgeraeusche, die verwachsene Vegetation und das feuchte Klima ist wirklich speziell und laesst uns an Tarzan denken.



Samstag 06.10.2007


Am Morgen tummelt sich eine Horde Affen auf der gegenueberliegenden Flussseite. Interessiert beobachten wir, wie sie an den Felsen entlangklettern, Blaetter futtern, sich knuddeln oder spielen.
In der Nacht hat es lange geregnet. Erneut ist alles nass. Da wir gerne ein bisschen von dem Park sehen moechten, entscheiden wir uns fuer einen Spaziergang im Dschungel. Zwischendurch regnet es wieder leicht. Der Weg ist breit, an einigen Stellen auch ziemlich schlammig. Mit Argusaugen beobachten wir den Boden um eventuelle Blutegel fruehzeitig zu erkennen. Wir haben Glueck, denn nur einmal haengt einer an Michis Hosenbein, ansonsten sehen wir keine. Der Wald ist meist dicht und laesst uns keine Blicke auf die Landschaft werfen. Wasser fliesst ueberall, vom kleinen Rinnsal ueber mittelgrosse Wasserfaelle in den Fluss hinein. Schmetterlinge, Libellen, eine Echse und ein Affe sind die einzigen Lebewesen die wir sichten.
Einige Wochen spaeter ereignet sich in dem Park ein Unglueck. Touristen besuchen eine Hoehle und werden von ansteigendem Wasser ueberrascht. Es gibt sogar einige Tote, darunter Schweizer und Deutsche.
Am Nachmittag bereden wir mit Verena und Karl die Lage. Wir muessen das Auto erst Morgen frueh zurueckbringen. Hier koennen wir anhand der Wetterlage und der kurzen Zeit nicht mehr viel besichtigen. Die meisten interessanten Plaetze muessen naemlich in langen Stunden erwandert werden. Die westliche Meereskueste soll schoen sein, doch dafuer reicht die Zeit nun auch nicht mehr. Schlussendlich entschliessen wir uns zur Rueckfahrt nach Khanom.



Sonntag 07.10.2007


Am Montag wollen wir weiter. Deshalb sind ein Besuch im Internet, Verabschieden der Bekannten und packen angesagt.



Montag 08.10.2007


Em faehrt uns zur Faehre nach Don Sak. Auf der Insel Ko Pha-ngan muessen wir umsteigen. Ein schneller Katamaran bringt uns dann nach Ko Tao. Diese kleine Insel wirk wie ein typisches Ideal. Ein Pier bei einem kleinen Dorf, dahinter ist nichts als Palmen zu sehen und die Bungalowanlagen sind meist zwischen Bueschen und Baeumen an den Huegeln eingebettet. Es ist naemlich so, dass es nur wenige Sandstraende gibt. Oft gleiten die steilen Kuesten mit riesigen halbrunden Felsen ins klare himmelblaue Meer hinein.
Zufaellig treffen wir auf Pingpong, der das Laem Thian Resort gehoert, das am gleichnamigen Strand liegt. Es ist sehr isoliert und soll wunderbare Schnorchelgelegenheit haben. Ruhe suchen wir nach der aufregenden Zeit in Khanom und steigen in den hoch gesetzten Jeep ein.
Eine aeusserst enge, unebene und steile Strasse fuehrt ueber den Huegel auf die andere Inselseite. Ziemlich steil ist es auch am anderen Ende. Die Bungalows sind grosszuegig am Hang verteilt und fuegen sich zwischen Felsen und Baeume ein. Wir kriegen ein Bambusbungalow am Ende und hoch oben. Die Treppenabsaetze sind riesig und deshalb muehsam zu steigen. Dafuer haben wir wohl den besten Ausblick auf die kleine Bucht.



Dienstag 09.10.2007


Heute steht ein Ausflug mit dem Boot auf dem Programm. An 5 verschiedenen Stellen um die Insel halten wir zum Schnorcheln an. Das Wasser ist ruhig und sehr klar. Die Fische unglaublich vielfaeltig, bunt und zahlreich, winzigklein bis riesengross. An jedem Anlegeplatz entdecken wir neues und anderes. Auch die Korallen sind nicht ueberall gleich. Umso schoener ist es wenn ploetzlich knuetschgruene oder knallblaue auftauchen. Die weichen Anemonen sowie auch runde, kugelfoermige oder skelettartige gehoeren dazu. Meisten begleitet uns ein Schwarm Fische. Ganz nahe schwimmen sie neben und vor uns, doch wenn wir sie beruehren wollen flitzen sie immer ein paar Centimeter weiter. Eine wunderbare Welt!
Wir tragen T-shirts und haben uns mit wasserfester Sonnencreme eingeschmiert. Trotzdem faengt vor allem Sonja einen Sonnenbrand an den Oberschenkeln ein. Das ist die Partie die waerend dem Schnorcheln knapp an der Wasseroberflaeche liegt und der Sonne ausgesetzt ist.



Mittwoch und Donnerstag den 10. und 11.10.2007


Ausruhen und relaxen ist hier einfach. Nur eine Strasse fuehrt hierher, so gibt es keine Besucher und auch keine einfache Moeglichkeit um mal schnell bei einem Nachbarresort vorbeizuschauen. Wir sind froh darum. Das klare Meer laedt zum Schnorcheln ein und man wird nicht enttaeuscht. Sehr viele Fische gibt es hier und teilweise sogar nur ein paar Meter vom Strand entfernt. Ein paar knabbern sogar Michi an. Da wir jedoch einen so muehsamen Heimweg haben, begrenzen wir das Treppensteigen auf ein Minimum. Abends sehen wir meist in weiter Ferne ein Lichterspiel mit Blitzen in den Wolken. Der Regen kommt zwar nicht bis hierher, die Gewitter kuendigen aber die kommende Regensaison an.



Freitag den 12.10.2007


Da am Montag unser Flug geht, muessen wir wohl heute weiter. Gepaeck und Gaeste werden auf den Jeep geladen und ueber die holprige Strasse zum Hauptort zurueckgefuehrt. Dort steigen wir auf einen Katamaran um, der uns in 2 Stunden an die Kueste bringt. Wir hatten die Tickets direkt bis Bangkok gebucht und koennen dort direkt in die wartenden Luxusbusse einsteigen. Diesmal haben wir einen Luxusplatz erwischt. Naemlich oben und vor der grossen Fensterscheibe. So hat man zwar das Gefuehl auf der Strasse zu sitzen hat aber auch die beste Aussicht.
Abends um sieben treffen wir in Bangkok an der Khao San Road an. Zu Fuss schleppen wir unser Gepaeck ein paar Strassen weiter um ein Hotelzimmer zu suchen. Irgendwie extrem kommt uns der Wechsel vor: heute morgen noch die gemuetliche Trauminsel und plopp, finden wir uns in dem pulsierenden und lautem Bangkok wieder.



Samstag und Sonntag den 13. und 14.10.2007


Mit anderen Reisenden schauen wir vom sicheren Unterstand auf die Strasse hinaus, die vom stroemenden Regen heimgesucht wird. Zum Glueck dauert das nicht allzu lange so dass man sich wieder hinauswagen kann. In der Zeitung ist zu lesen, dass letzte Woche bereits heftige Regenguesse ueber Bangkok gefallen sind und einige Teile der Stadt mit Hochwasser zu kaempfen haben. Als wir per Boot zu einem anderen Ortsteil fahren, erkennen auch wir den hoeheren Wasserstand.
Beide Abende bummeln wir noch durch die beruehmte Strasse, begutachten die Waren die Angeboten werden und sehen den Menschen zu. Viele huebsche Sachen gibt es, doch wir koennen wiederstehen.
Noch einiges haetten wir gerne in Thailand besucht. Naja, vielleicht ein andermal.



Bildergallerie 22


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