Montag 02. bis Sonntag 08.07.2007


Die ersten Tage dieser Woche sind erfuellt mit der Reinigung der Fahr- und Wohnkabine und dem aussortieren persoenlicher Sachen. Wir bemuehen uns, den roten Staub, der sich ueber die letzten Monate entlang der Sand- und Dreckpisten angesammelt hat, aus jeder Ritze zu verteiben. Wenn Marco jeweils nach dem Fruehstuecksdienst im Platypus Lodge Restaurant zurueckkommt, bringt er Broetchen mit und wir geniessen ein zMorgen auf der Veranda in morgentlichen Sonnenschein. Bis am Freitag ist Familie Krobath in der Unterzahl, da Oskar mit Jay und Kym in Brisbane Freunde besucht. Mit Marlies und Skye gehen wir an einem Abend im Hotel Chalet ( Sonjas ehemaliger Arbeitsort ) zum Essen. Christine, die Besitzerin ist erfreut, uns wiederzusehen.
Am Donnerstag fahren wir mit Marlies, Skye und Marco die 20 km zum Eungella Dam hin. Wir sind mit Picknickkorb und Fischerausruestung bepackt. Marco ist ein leidenschaftlicher Fischer und will sein Glueck nun in Australien versuchen. So haben wir also 3 Angelruten dabeiund wechseln uns ab. Der Staudamm ist mit Regenwasser gefuellt, und wir benutzen Rindfleisch als Koeder. Der Damm liegt schoen eingebettet, zwischen sanften Huegeln, lichtem Wald und Wiesen. Das tiefe blau des Sees konkurriert mit dem blauen Himmel, waehrend das Gras und die Baeume fadgruen bis gelblich eher als unscheinbare Kulisse dasteht. Ploetzlich ertoent ein riesengeschrei! Bei Skye hat ein Fisch angebissen und schnell uebergiebt sie die Angel an Marco, der den Prachtskerl herauszieht. Kurze Zeit spaeter, man glaubt es kaum, beisst bei Marlies einer an. Wieder etwa 40 cm lang ist dieser Fisch. Die fette Beute wird am Abend von Marco zu einem koestlichen Essen zubereitet.
Am Freitag kommen Oskar und die Kids zurueck. Spontan beschliessen wir, am Wochenede einen Campingausflug zu unternehmen. Am Samstag Nachmittag geht’s los. Moeckli sowie das Auto werden mit Familienmitgliedern, Marco und Zeltutensilien vollbepackt. Bei einem Campingplatz am Rande des Kinchant Stausees im Tal, wird unser Lager direkt am Seeufer aufgeschlagen. Marlies und Oskar fahren wieder nach Hause und zur Arbeit. Bei uns gibt es Fleisch, Wuerste und Kartoffeln am Feuer. Die mueden Kinder verkriechen sich brav ins Zelt, waehrend wir 3 Erwachsenen den klaren und milden Abend geniessen. An Schlaf ist nicht zu denken, denn ein paar junge Nachbarn laermen bis tief in die Nacht hinein. Am naechsten Morgen liefert Michi die Maedels bei ihrer Theaterprobe ab, waehrenddessen testen Jay und Marco ihr Fischerglueck und kommen mit kleinen Fischen zurueck. Die Eltern tauchen auch bald auf und wir geniessen ein paar gemuetliche Stunden im warmen Sonnenschein.



Montag 09. bis Sonntag 15.07.2007


Am Dienstag Abend gibt es Risotto bei uns, Familie Krobath hat Dienstfrei und geniesst mit uns einen ruhigen Abend. Als Marco nach der Arbeit kommt, wird dem schweizer Nationalspiel gefroehnt: dem Jassen.
Von Kym hat Michi wohl den Virus aufgelesen, der ihn waehrend einem Tag flachlegt. So begleiten nur Sonja, Marco und Marlies, Jay und Kym an den Sporttag, der im Tal stattfindet. Beste Wetterverhaeltnisse herrschen hier vor. Die Kinder schlagen sich tapfer in den verschiedenen Wettkaempfen, wie Sprinten, Rennen und Ballspiele.
Am Freitag Nachmittag kommen Jupp und Doro um uns zu besuchen. Mit ihnen zusammen gehen wir am Abend im Restaurant essen. Als Gast ist es ein etwas anderes Gefuehl, da wir sonst immer in der Kueche am aushelfen sind.
Am Samstag Morgen sollen wir das Restaurant weihnachtlich dekorieren, ja, ihr habt richtig gelesen. Und zwar feiern die Australier Weihnachten in Juli um in den Genuss des festlichen Gefuehls mit Winterstimmung zu kommen. Die traditionellen Guezli haben wir Tage zuvor bereits gebacken. Am Abend ist es dann soweit. Eine grosse Gruppe sitzt im Esssaal und verkoestigt sich mit Krevettencocktail, gebratenem Schinken und Truthan, Gemuesen und Pommes. Zwischen den Gaengen werden sie von den Krobath-Kinder unterhalten. Skye tanzt zu 2 verschiedenen Songs, Kym spielt ein Stueck mit der Geige und Jay ist der Komentator. Zusaetzlich kommen ein paar Schulkollegen und die Lehrerin um ein paar Stuecke mit den afrikanischen Trommeln zu spielen. Waehrend dem Verteilen der Guezli spielt Sonja mit dem Didgeridoo. Alles in Allem wird den Gaesten ein tolles Programm geboten. In Kueche und Service haben wir alle Haende voll zu tun.
Die Familie kommt am Sonntag Morgen zum Brunch zu uns auf die Terrasse. Spaeter unternehmen wir einen Ausflug zur Haselnussschlucht. Huegeliges Gelaende wird grundsaetzlich von hohen, trockenen Graesern und Eukalyptusbaeumen bewachsen. Dazwischen entdecken wir bis 3 Meter hohe Kaktusarten. Marco nimmt einen Spross von 5 cm nach Hause und pflanzt ihn ein. Auf der Heimfahrt werden alte Schlager gehoert wozu wir versuchen mitzusingen und uns an diese Zeiten zu erinnern.



Montag 16. bis Sonntag 22.07.2007


Die Temperaturen der letzten Naechte waren erneut unter den Gefrierpunkt gesunken. Um sechs Uhr werden Marco und Sonja von Oskar abgeholt. Wir wollen den Sonnenaufgang ueber den Huegeln beobachten. Danach geht’s zum shopping nach Mackay, was jeweils fast den ganzen Tag benoetigt.
Ein Besuch bei der etwas sonderbaren Suzanne und ihrem paradiesischen Garten darf natuerlich nicht fehlen. Mitte Woche gehen wir mit Marco zum Cafe, das nur ein paar Geh-Minuten vom Haus entfernt ist. Wir sind die einzigen Gaeste und Suzanne hockt sich zu uns. Danach lassen wir uns von den farbenpraechtigen, handgemachten Skulpturen verzaubern. Einiges neues hat Suzanne erschaffen, seit wir das letzte Mal hier waren.
An einem Abend haben Oskar und Marlies nicht viel arbeit und wir beschliessen ein gemeinsames Kaesefondueessen abzuhalten. Es ist ein gelungener und lustiger Abend. Danach mummeln wir uns wieder in unsere dicken Jacken um auf der Heimfahrt mit dem Motorrad nicht einzufrieren.
Da Michi den DvD am Fernseher angeschlossen hat, koennen wir 3, mit der Elektroheizung, in Decken eingemummelt ( das Haus hat keine Heizung ) und mit Knabberzeug bewaffnet gemuetliche Fersehabende verbringen. Einige CH-Filme gehoeren zum Krobathschen Sortiment wie Mein Name ist Eugen, Achtung Fertig Charlie und das Swissair Grounding.
Am Wochenede ist unsere Hilfe gefragt, denn es gibt „Chrismas in July“ im Doppelpack. Da am Sonntag die Schule eingeladen war, gab’s sogar ein riesiges Lebkuchenhaus, was nicht nur die Kinder erfreute.



Montag 23. bis Sonntag 29.07.2007


Marlies und Oskar haben sich am Montagabend freigenommen, von Arbeit und den Kindern, Gaeste eingeladen, so geniessen wir zu 8cht ein herrliches Fonude Bourginonne. Die Australier kannten das noch nicht und besonder Robin ist etwas vorsichtig mit dem ausprobieren. Ausser, dass man bei einer Einladung selber kochen muss, hat es doch allen gut geschmeckt.
Unsere Zeit hier oben geht doch langsam zu Ende. Wir fahren drum noch etwas in die Huegellandschaft hinaus, laufen ein bischen und hoffen an einem kleinen Bach auch Schnabeltiere zu sehen. Diese sehr scheuen Tiere, scheinen aber nur bei der Lodge ( wo Marlies und Oskar ihr Restaurant haben ) an Menschen soweit gewoehnt zu sein, um Beobachtungen zu ermoeglichen. Sonja verbringt viele Stunden auf der Plattform, beobachtet die Schnabeltiere, Schildkroeten und verschiedene Voegel.
Familie Krobath bereitet als Abschiedsessen ein feines Kaese-Raclette vor. Dank des Winters, passen diese schweiztypischen Gerichte auch nach Australien.



Montag 30.07.2007


Wieder einmal heist es Abschied nehmen. Mit dem Unterschied, dass wir Familie Krobath sowie auch Marco in der Schweiz wieder sehen werden. Bye bye Eungella, so fahren wir also die steile Strasse wohl zum letzten Mal bergab.
Vorbei an Zuckerrohrfeldern, benutzen wir kleine Ueberlandstrassen. Etwas huegeliges Gelaende fuehrt uns an einer Bahnlinie entlang. Schlussendlich bleiben wir zwischen Bahnlinie und Strasse stehen und hoffen, dass waehrend der Nacht nicht zuviele Zuege fahren.



Dienstag 31.07.2007


Nach ein paar Stunden halten wir bei einem wunderschoenen Fluss. Viele huebsche Voegel huepfen zwischen den hohen Graesern herum. Bei dieser Gelegenheit haelt der Poestler neben uns. Er kommt von Malborough, also ca. 200 km entfernt. Einmal die Woche fahert er diese Strecke und bringt die Post. Manchmal begegnet ihm keine Menschenseele, erzaehlt er uns.
Bald wechseln wir auf eine unbefestigte Kiesstrasse. Vorbei an wenigen einsamen Farmen und grossen Rinderweiden, treffen wir dafuer auf Echsen auf der Strasse und Kangarus am Strassenrand.
Am Nachmittag treffen wir auf eine schmale Bruecke, die ueber einen Fluss fuehrt. Auf der anderen Seite fuehrt ein schmaler Weg zur Kiesbank unter grossen Baeumen. Das sieht nach einem fantastischen Uebernachtungsplatz aus. Nach einer Erkundungstour beschliessen wir, hier zu bleiben. Als Michi Moeckli umparken moechte, stottert der Motor und gibt auf. Was ist denn los? Es ist kaum mehr Diesel im Tank und das Fahrzeug stand schief, so ist aller Diesel aus der Leitung gelaufen. Moeckli kann also nur in eine ebene Position gerollt werden. Ein Feuer wird angefacht und wir sitzen noch lange draussen und geniessen den angenehmen Abend und die romantische Begebenheit.



Mittwoch 01.08.2007


Konstant plaetschert das Wasser, waehrend es ueber die Steine unter der Bruecke durchfliesst. Laut und sehr unmusikalisch kraechzen die Kakadus, als ob sie eine durchzechte Nacht hinter sich haetten. Mit der aufgehenden Sonne verschwindet das Nebelbaenkchen ueber dem Fluss. Gemuetliche Waerme bereitet sich aus. Immernoch fuerchterlich kraechzend verfolgen die Kakadus einen Falken.
Zeit fuers Fruehstueck. Man nehme ein Aestlein und lege es ueber die noch heisse Kohle und voila, haben wir einen Grill fuers Toastbrot. Etwas Wehmut bereitet sich bei uns aus...denn vermutlich ist das unser letztes wildromantisches und idyllisches Uebernachtungsplaetzchen. Wir moechten noch nicht daran denken, dass Moeckli naechste Woche an eine Reederei abgegeben wird.
Nach dem Anlassen des Motors wird Moeckli geschwind rueckwaerts auf die Strasse gefahren. Leider fuehrt die Strasse gleich auf eine Anhoehe hinauf. Die Steigung ist zu stark, der Motor bekommt kaum mehr Diesel, stottert und stirbt ab. Rueckwaerts lassen wir das Fahrzeug bis zur schmalen Bruecke rollen. Einige bange Minuten lang geht gar nichts. Wir blockieren die schmale Bruecke und hoffen, dass jetzt nicht gerade jemand durchfahren will. Als der Motor regelmaessig zu tuckern beginnt, atmen wir auf. Da aber nicht viel Diesel in der Leitung ist, haben wir ganz schoen Glueck, dass wir ueber die Anhoehe hinaus kommen. Des oefteren neigt die Strasse zu kleinen Vertiefungen, da der Motor durch die Schraeglage im Tank nicht mit genuegend Diesel versorgt wird, laesst die Leistung jeweils nach. Erst nach 20 Meter auf einem geraden Stueck kommt das Thempo zurueck. Nach 10 km ertoent das bereits erwartete heisere Husten und der Motor geht schlafen. Die unbefestigte Strasse fuehrt durch riesige Rinderweiden und ein paar Kuehe glotzen zu uns rueber und fragen sich wohl, was wir hier tun. Als die Honda fahrbereit, der Reservekanister auf dem Gepaeckstraeger festgezurrt ist und Michi im Blaumann dasteht, kommt ein Fahrzeug. Der Fahrer bietet uns freundlicherweise Diesel aus seinem Tank an. Diesel abzusaugen, darauf hat Michi keine Lust, schliesslich sind es nur 14 km zur naechsten Tankstelle.
Weiter geht’s im Weideland. Die Stadt Banana liegt nicht ganz an unserem Weg. Dafuer fahren wir lange durch das Gemeindegebiet des Banana Shires. Theodore ist ein kleines Kaff, es ist spaeter Nachmittag und wir hoffen, bald auf einen guten Platz zu treffen. Doch nach dem Ort tun sich riesige, kuenstlich bewaesserte Felder beidseits der Strasse auf. Erst kurz vor Sonnenuntergang finden wir an einer Seitenstrasse ein Ecklein. Ein Feld mit hellgruenen Sproesslingen vor und einen Palmenwald am trockenen Flussbett hinter uns. Der Sonnenuntergang zaubert tolle Farben heran, zwischen dunkelblau, orange, gelb und rosa wechseln die Himmelfarben.



Donnerstag 02.08.2007


Vor Sonnenaufgang kriecht Sonja aus dem Bett um die Morgenstimmung fotografisch festzuhalten. Kaum zurueck auf der Strasse, treffen wir auf einen Trupp Strassenarbeiter. Mit grossen Maschinen und Lastwagen wird Kies hergekarrt und flachgepresst. Die Strasse wird verbreitert und geteert. Wer saniert schon eine kleine Ueberlandstrasse? Spaeter wird uns klar weshalb. Kurz vor dem naechsten Dorf, hat sich naemlich eine Minengesellschaft eingenistet. Der Ort nennt sich Cracow ( muss wohl einen polnischen Stammvater haben) Wir sind uns einig, es gibt es noch, das vorzeitliche und improvisierte Australien, dort wo der Pioneergeist noch in der Luft liegt und dem Leben noch einen Hauch von Abenteuer anhaftet. Cracow ist so ein Ort. Die Metzgerei ist mittlerweile mit Gestruepp ueberwachsen und der General Store ist geschlossen, doch das Pub ist noch offen und die wenigen Haeuser sehen bewohnt aus. Die restlichen 100 km bis zur naechsten Stadt fuehren durch Weideland und Eukalyptuswald.
In Eidsvold pruefen wir unser eMail-account um zu sehen, was es neues von der Reederei gibt. Anfang Woche sollen wir ins Buero kommen um die Ausfuhrpapiere fertigzustellen. Scheinbar gibt es noch keine Einwaende oder Komplikationen. Hoffen wir das Beste.
Als die Natelverbindung wiedermal da ist, kriegen wir ein SMS von Jupp und Doro. Sie hatten auf ein Schiff am 06.08. nach Neuseeland gebucht. Gestern wurde ihnen eroeffnet, dass es nun aber ueberbucht sei und ihr Mercedes erst in 2 Wochen auf das naechste Schiff geht. No worries...hiess es. Kurzerhand haben sie dann die Reederei gewechselt und werden wohl fast gleichzeitig wie wir ihr Fahrzeug in Brisbane am Hafen anliefern.
Nach einem Stueck auf dem Highway biegen wir auf eine kleine Ueberlandstrasse ab. Die Strasse ist meist nur einspurig geteert, bei Gegenverkehr gilt, mit linken Raedern auf den unbefestigten Streifen ausweichen. Zweimal rast uns ein Lastwagen entgegen. Diese wirbeln so viel Staub und Dreck auf, dass wir jeweils fuer eine halbe Minute in eine braune Wolke gehuellt sind. Gegen fuenf Uhr biegen wir in eine Seitenstrasse und finden promt ein Plaetzlein fuer die Nacht, zwischen Baeumen und grossen Rinderweiden. Das trockene Gras steht hoch, wir wunderten uns nur, weshalb es so gelb und trocken ist. In Euneglla habe es ja das letzte halbe Jahr fast staendig geregnet. Die Dame in der Bibliothek hat uns diesbezueglich aufgeklaert. In dieser Gegend habe es 2 Jahre nicht mehr geregnet, deshalb fuehren die Fluesse kein Wasser mehr und sie wisse nicht was geschehe wenn im naechsten Sommer ( Dez.-Maerz ) kein Regen falle. Makaber, einmal mehr. Gewisse Teile des Landes wurden kuerzlich regelrecht mit Regen und Wassermassen ueberschwemmt, im Gegensatz dazu klagen die grossen Landwirtschaftsgebiete ueber jahrelange Trockenheit.
Wir nehmen die Abendstimmung in uns auf. Vogelgezwitscher aus allen Richtungen. Das Rascheln eines Kanguruhs im Dunkeln und erneut der vielfarbige Himmel. Beobachten wir das Spiel der laengeren Schatten und die verfaerbung des Himmels. Bevor wir in die Heja kriechen spielen wir noch einen obligaten Jass, wo zur Abwechslung Sonja einmal die Oberhand fuehrt.





Freitag 03.08.2007


Duron South besteht aus einer Tankstelle die zugleich ein kleiner Kraemerladen ist, einer Gemeindehalle, einem kleinen Schulhaus und ein paar Haeusern. Hier Tanken wir mal auf und wechseln die Strasse.
Bei einem Zwischenstopp in der groesseren Stadt Kingaroy wird schnell ein Brot gekauft. Spaeter muckt Moeckli wieder etwas vor sich her. Die Leistung laesst oefters nach und die Motortemperatur steigt. Was ist denn jetzt blos wieder los?
Trotzdem schaffen wir noch ein paar kleine Huegel und finden einen tollen Uebernachtungsort hoch ueber dem Lake Somerset . Dieser grosse See ist eigenlich ein Stausee und ein Sammelbecken fuer Brisbane. Gruenes Huegelland erstreckt sich unter uns bis zum Ufer. Wir sehen einen Cowboy, der zu Pferd und mit Hunden zwei Rinderherden zusammentreibt, wie im wilden Westen. Wir stehen wohl auf der hoechsten Erhebung der Strasse und geniessen den Panoramablick. Scheinbar ist hier der einzige Mobilfunkempfang, denn staendig fahren Autos auf „unser“ Plaetzchen um zu telefonieren.



Samstag 04.08.2007


Dieser Morgen wird gemuetlich angegangen. Schliesslich sind wir schnell in Brisbane. Eine schweizer Familie auf Urlaub, haelt an um einen Schwatz mit uns zu halten. Danach fahren wir der nahen Kueste entgegen.
Wir verpassen die korrekte Ausfahrt fuer Brighton, finden die Douglas Street dennoch. Familie Jew hat schon auf uns gewartet und kommt uns entgegen. Es ist schoen sie alle wohlauf wieder zu sehen. Die Kinder sind gewachsen, Annette geht es etwas besser und Darren ist froehlich wie immer. Wir parken unser Moeckli auf ihren Vorplatz und sitzen dann lange zusammen, erzaehlen uns gegenseitig was in den eineinhalb Jahren geschehen ist.



Sonntag 05.08.2007


Die Familie hat nichts vor heute, so wird der Tag gemuetlich angegangen. Peter ist seit einem Jahr in einer Fussballmanschaft, so trainieren wir alle ein bischen im Garten. David hat vor ein paar Tagen seinen 6. Geburtstag gefeiert und einen Basketball sowie den Basketballkorb erhalten. Auch mit ihm wird abwechlungsweise gespielt. Spaeter unternehmen wir noch einen Ausflug an den Strand. Bei einem grossen Spielplatz mit Rutschen, Haeusern und Bruecken, spielen wir alle Fangen, was uns sehr ausser Puste bringt.



Montag 06. bis Sonntag 12.08.2007


Am Montagmorgen fahren wir in die Innenstadt. Die Verschiffungsagentur ist schnell gefunden. Jenny ist kompetent und freundlich. Da unser Schiff erneut verspaetet ist, koennen wir Moeckli eine Woche spaeter im Hafen anliefern. Das passt uns insofern, dass wir noch etwas laenger in unseren eigenen 4 Waenden schlafen koennen.
Am naechsten Tag kommen Jupp und Doro zu Besuch. Mit den bestellten Pizzas und 8 Personen am Tisch wird es etwas eng. Jupp bringt uns alle mit seinen Witzen und dem Komikergesicht zum lachen. Vor allem die Buben sind von ihm ganz angetan. Die beiden haben alles gepackt und ihren Truck geputzt. Denn am naechsten Tag bringen sie Ihren Lastwagen zum Hafen und fliegen nach Neuseeland weiter.
Indessen sortieren wir Kleider, verstauen den Rest in die Kisten und Schraenke. Wir helfen im Haushalt mit und Michi repariert verschiedene Tueren rund ums Haus.
Darren war kuerzlich auf einer mehrtaegigen Fotosession und muss hunderte von Bildern am Bildschirm bearbeiten. Sonja darf ihm dabei zuschauen und erhaelt einen Einblick in die digitale Welt der Fotografie.
Freitags gehen die Maenner zum Fussballtraining. Darren ist der co-Trainer von Peters Mannschaft und an dem Abend spielen die Vaeter jeweils mit. So auch Michi der zweimal auf seinen Knien landet. Muede kehren sie zurueck.
Am Samstag schauen wir uns erst Peters Fussballspiel an. Die Jungs sind nicht so ganz bei der Sache, schlagen sich aber tapfer. Das Spiel endet 0:0. Am Nachmittag geht’s zu Annette’s Eltern. Ihr Vater hatte kuerzlich Geburtstag und heute ist die gemuetliche Feier angesagt. Ausser dem einen Bruder und Frau kennt Sonja die meisten bereits. Es gibt nur maennliche Enkelkinder, zusammen mit den erwachsenen Maennern spielen sie lange Fussball.
Am Sonntagmorgen unternehmen wir eine Ausflug zu den Glasshouse Mountains. Der schmale Wanderweg fuehrt erst gemuetlich durch den Wald, bevor er steil ansteigt und wir ueber Steine klettern muessen. Peter ist uns allen weit voraus und erreicht die Bergspitze als erster. David hat richtig Spass and der Kletterei und der Bewegung. Seine Eltern staunen nicht schlecht, als er den Aufstieg ganz alleine schafft.



Montag 13. bis Sonntag 19.08.2007


Frueh am Morgen fahren wir los. Am Hafen von Brisbane haben wir um neun einen Termin. Moeckli wird von 2 Angestellten mit der Hochdruckanlage abgespritzt und geputzt. Danach fahren wir zum Pier von AAT. In einer endlosen Schlange vor dem Schalter stehen wir zwischen Lastwagenfahrern die Container bringen und holen. Da wir doch ein bischen auffallen, will man uns noch vor der Mittagspause abfertigen. Erstmal wird gar nichts im System gefunden. Ein Rueckruf in der Verschiffungsagentur klaert die korrekte Kennnummer. Danach gibt’s einen Computerausdruck und wir muessen die Schluessel abgeben. Das war’s schon. Moeckli wird spaeter vom Personal umgeparkt. Wir werfen ihm einen letzten Blick zurueck und wuenschen ihm eine gute Reise. Anfangs vom Pier gibt es einen Aufenthaltsraum fuer Seemaenner das von der katholischen Kirche gefuehrt wird. Wir warten dort, bis deren einziger Bus fuer die naechsten 4 Stunden uns zur Bahnstation bringt.
Zurueck im Hause Jew, wird der Wohnanhaenger auf dem Vorplatz augestellt. Der 1,5 Meter im Quadrat grosse Anhaenger wird aufgeklappt, wie aus dem nichts entsteht ein Bett unter einer Zeltplane. Einfach, praktisch und in Australien weit verbreitet.
Da unsere Aufraeumarbeiten getan sind, helfen wir im Buero mit, resp. rahmen Fotos, die zum Versand vorbereitet werden.
Am Mittwoch, einem lokalen Feiertag, kommt ein Freund der Familie mit seiner Tochter zu besuch. Die kids spielen gemuetlich im Garten, bis ploetzlich ein Schrei und gejammer losbricht. Peter hat seinen Daumen in der Autotuer eingeklemmt, was natuerlich schrecklich schmertzt. Unter dem Nagel staut sich Blut. Wohl jeder von uns hat einmal im Leben das Vergnuegen einen Bluterguss unter dem Fingernagel einzufangen. Da Peter’s Leiden nicht aufhoert und die ganze Hand anschwillt, faehrt Annette abends zum Artzt. Als stolzer Besitzer eines Roentgenbildes und 3 Loecher im Daumennagel, kehrt er zurueck.
David leidet unter Kinderartritis und bekommt woechentlich eine Spritze. Diese schwaecht sein Immunsystem. Da in der Schule die Windpocken umgehen, muss er zu Hause bleiben um moeglichst keinen Virus einzufangen.
Fuer Samstag Abend haben wir Fluege nach Sydney gebucht. Annette bekocht uns mit leckeren Nachos und wir sitzen nochmals gemuetlich beisammen. David mag sich gar nicht richtig verabschieden und als wir mit Daren und Peter zum Flughafen fahren, ruft Annette an um zu sagen, dass er seit wir weggefahren sind, ganz traurig ist.
Der Flug von Brisbane bis Sydney dauert nur eine Stunde. Freudig werden wir von Jane und Norman am Flughafen in Empfang genommen. Und als wir beim Haus ankommen, begruesst uns ein suesser Duft der wilden Jasminblueten.



Montag 20. bis Sonntag 26.08.2007


Anfangs Woche beginnt es zu regnen. Es ist auch einige Grade kuehler hier, als in Brisbane. So wird der neue Holzofen im Haus, taeglich benutzt um das Wohnzimmer auf eine wohlige Temperatur zu bringen.
Die beiden haben uns die englische Krimiserie, Midsummer Moerder, vorgefuehrt. Diese gefallen uns sehr und da eine ganze Reihe als DvD vorhanden sind, gibt das ein wunderbares Schlechtwetterprogramm ab.
An einigen Abenden ist Norman unterwegs und nimmt an Gemeindesitzungen teil. Einer von uns holt jeweils Jane nach der Arbeit von der Bahnstation ab und der andere bereitet das Abendessen vor.
Am Donnerstag ist es trocken und leicht bewoelkt. Ideales Wetter um sich draussen aufzuhalten. So gehen wir den grossen Haufen Fallholz an, saegen kleine Rollen, hacken und tuermen sie zu buendeln auf.
Eine Tante von Jane ist gestorben. Da die Beerdigung am Samstag stattfindet, muessen die Wochenendplaene geaendert werden. Wir fahren Jane die 400 km zu dem Ort und uebernachten dort. Norman faehrt in der Zwischenzeit mit seinem Arbeitskollegen ins Hunter Valley, wo am Samstag ein Aertztekongress stattfindet. Nach der Beerdigung fahren wir weitere 300 km uebers Land, um spaetabends im Hotel Tallawana im Hunter Valley eintreffen.
Jane und Norman haben uns hierher eingeladen und wir sind leicht beschaemt ueber die luxurioese Umgebung. Die Raeume sind erstklassig eingerichtet, an alles scheint gedacht, der Bettueberwurf ist handgearbeitet und die Dusche sogar mit einem deutschen Mischhanen und Brause ausgestattet. Der Raum kann auf eine angenehme Temperatur eingestellt werden und es verlockt doch sehr, lange unter der tollen Dusche zu stehen.
Das Hunter Valley ist eine beruehmte Weinanbauregion. Die Gutbetuchten Leute haben hier ihre Villen, weltbekannte Weinberge und Pferdegestuete. Superfeine Restaurants, Hotels und Cottages gibt es en masse. Die Mahlzeiten sind ausgefallen, superfein und perfekt dekoriert. Zu unserem Hotel gehoert ein riesiger, kuenstlich angelegter Garten, indem wir locker einmal ein paar Stunden unterwegs sind. Farbenpraechtige Voegel frohlocken von den Baeumen und Straeuchern, daneben ziehen die farbenfrohe Blumenarrangements unsere Blicke auf sich.



Montag 27.08. bis Sonntag 02.09.2007


Am Montag treffen wir uns relativ frueh am Fruestuecksbuffet. Jane will Sonja mit einem Verwoehnprogramm ueberraschen, das um neun beginnt. Dafuer fahren wir Frauen zu einem anderen Resort. Wir werden in dicke Bademaentel und Stoffpantoffeln gesteckt und erhalten je eine Kosmetikerin die uns in spezielle Raeume fuehrt. Zuerst wird man mit einer Art Schlammpackung am ganzen Koerper eingerieben. Danach wird der Vichy-Duscharm aktiviert, welcher mit 7 beweglichen Brausen warmes Wasser ueber den Koerper sprueht. Das Wasser waescht gleichzeitig doe Packung ab und massiert die Haut. Zum Schluss massiert die Kosmetikerin eine gut duftende Bodylotion ein. Wie befluegelt kehren wir zum Hotel zurueck um unsere Maenner abzuholen.
Diese Woche haben sich unsere Freunde frei genommen. Gerade richtig, denn das Wetter ist besser geworden. Tagsueber Sonnenschein und etwa 27 Grad laden ein, die Terasse zu nuetzen, Fuestueck und Mittagessen draussen einzunehmen. Das Wasser im Pool mag nicht gar so schnell aufwaermen, drum lassen wir das reinigen sein.
Dank einem neuen Stil fuer die Axt kann auch der Rest des Holzhaufens zerkleinert und aufgeschichtet werden. Etwas wehmuetig denken wir, dass diese Holz wohl nicht mehr von Jane und Norman verheitzt werden wird. Sie haben naemlich ihr Haus zum Verkauf ausgeschrieben. In einem Jahr moechten sie naemlich ein grosses Wohnmobil kaufen, und um Australien reisen.
Zufaellig haben wir im Supermarkt ein fertiges Kaesefondue entdeckt und serviren das zur Kostprobe. Das wie auch das Fonude Chinoise schmeckt unseren Gastgeber vorzueglich. Im Hotel hatte Michi ein Plauderstuendchen mit dem Checfkoch, der ihm das Geheimnis der koestlichen Polenta verriet, also fuehrt er uns diese Koestlichkeit eines Abends vor.
Ein uralter Traktor, Jahrgang 1950 steht dekeft im Schopf. Norman benutzt ihn fuer Gartenarbeiten etc. Die beiden Maenner basteln an ihm herum und Michi erweckt ihn mit einigen Tricks und Improvision zum leben. Ebenso der Kuehlschrank, der ploetzlich nicht mehr kuehlt, funktioniert nach einer Behandlung von Michi’s Zauberhand einwandfrei.



Montag 03. und Dienstag 04.08.2007


Unsere letzten Tage in Downunder. Etwas Wehmut breitet sich aus. Wir packen und erledigen moeglichst alles was noch auf unserer Liste stand. Jane und Norman werden uns am Mittwoch morgen frueh zum Flughafen fahren, denn unser Flug nach Bangkok ist um 10 Uhr. Ein weiterer Abschied steht bevor.
Nach 21 Monaten in Australien ist uns vieles vertraut, auch die etwas andere Art und Weise wie die Menschen leben und alles handhaben. So viel aufzuzaehlen vermoegen wir an dieser Stelle nicht, denn es beginnt in der Politik und endet beim einzelnen Menschen. Dankbarkeit erfuellt uns, dass wir einen so tiefen Einblick in das Land, seine Menschen und Tiere erhalten haben. Wie ueberall auf der Welt ist auch in Australien nicht alles perfekt. In tiefer Erinnerung bleiben uns aber die vielen einsamen, bewahrten und traumhaft schoenen Naturschauplaetze, mit grellen Farben, der skurrilen Tierwelt und vor allem die lieben Freunde die wir auf diesem Kontinent gewonnen haben.
Dem Land und ihren Bewohnern wuenschen wir Weitsicht, weise Entscheidungen der Politiker und eine ausgewogene Wetterlage fuer die Zukunft.



Bildergallerie 21



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