Montag 02.04.2007


Der Bescheid ueber den Strassenzustand ist er so um zehn Uhr zu erwarten. So richten wir uns entsprechend ein. Michi schmiert noch alle Nippel und huepft dann unter die Dusche. Derweil baeckt Sonja ein Brot. Die Strasse sei mindestens noch bis Mittwoch gesperrt, hiess es dann. Pah, was nun? Einen Tag hier, da haetten wir nicht’s dagegen, doch noch weiter zu warten...das gefaellt uns nicht so sehr.
In dem Moment fahren die Schweizer Tamara und Chrigi vor. Sie kommen aus Warburton und erzaehlen uns, ein um die 100 Tonnen schwerer Lastwagen war auf der Strasse nach dem vielen Regen eingebrochen. Mit Mueh und Not konnte dieser herausgezogen werden, hinterliess die Strasse aber voellig unpassierbar. Das ist bereits eine Woche her. Wasser floss immer noch in Stroemen durch und die Maschinen der Strassenbauer seien in duerftigem Zustand. Die Zwei sind einfach mal losgefahren und wollten sich die Lage vor Ort ansehen. Man hat versucht das Wasser abzupumpen, was sich zu einer langwierigen Angelegenheit entpuppte. Es wurde ihnen einen Umfahrweg empfohlen, der zwar auch durch das Bachbett fuehrt, wo sie aber ohne Probleme durchfahren konnten. Die Arbeiter hatten versucht auf eben diesem Umweg mit einem Graeder durchzukommen und seien prompt stecken geblieben. Der „Kantoenligeischt“ reagiere auch in Australien, denn 50 km weiter haetten die Strassenarbeiter von der anderen Gemeinde supergute Arbeitsfahrzeuge, mit denen sie den Schaden an der Strasse wohl innert 2 Tagen behoben haetten...aber sie duerfen nicht.
Es ist sehr nett mit den beiden zu plaudern. Sie waren schon in Neuseeland. Nach 5 Monaten Australien soll’s noch weiter gehen. Die Stunden vergehen wie im Flug und schon ist es Mitte Nachmittag. Als sie weiterfahren.
Sonja benutzt den Strom und haengt den Compi an, muessen doch Texte ueber so viele Tage nachgeschrieben werden. Bremsen gibt es hiert zu hunderten und sie fallen den ganzen Tag ueber uns her, suchen sich ein Stueckchen Haut um anzusaugen. Wir toeten sie reihenweise, aber es hat immer noch zu viele. Also entzuendet Michi an der Feuerstelle ein Feuer, was dann beim Eindunkeln auch die Muecken fernhaelt. Die letzten „Knackwuerste“ kommen auf den Grill dazu gibt es Reissalat.



Dienstag 03.04.2007


Wir versuchen unser Glueck und fahren los. Nach etwa 130 km erreichen wir die Baustelle. Mittlerweile ist fast alles Wasser abgepumpt, eine Menge Kies ist bereits herangekarrt und ueber den Graben geschuettet worden. Spaetestens Morgen frueh wollen sie die Strasse wieder oeffnen, sagen die Arbeiter.
Trotzdem versuchen wir die Umfahrung mal aus. Dort wo noch etwas Wasser liegt, kommen wir gut durch. Danach kommt die Stelle wo die Walze steckenblieb. Erst gestern, und nach etlichen Versuchen haetten sie das schwere Teil endlich aus dem Matsch gekriegt. Tiefe und haessliche Spuren zeugen davon...wir sind gluecklich, denn DIE sind nicht von uns!
Nach weiteren 20 km biegt der Weg wieder in die breite Hauptstrasse ein. Das Landschaftsbild hat sich nur leicht veraendert. Es gibt keine grossen Wuesteneukalypten mehr. Oefters ist der Bewuchs auch etwas karger als noch in der viktorianischen Wueste. Dieses Gebiet zaehlt wohl bereits zur Gibson Wueste.
Am Abend halten wir auf der alten Strasse, die etwas abseits liegt, an. Lange sitzen wir draussen, sehen dem Vollmond zu wie er hinterm Berg aufgeht und mit seinem Licht die Landschaft erhellt. In der Ferne heulen Dingos.



Mittwoch 04.04.2007


Nach nur ein paar Kilometern waeren ein paar super Campspots gewesen. Tja...
Nur wenig Verkehr herrscht. An den Stellen wo das Wasser nach den Regenfaellen laenger gelegen hat, waechst hellgruenes Gras nach. Schon seit gestern durchfahren wir Land, das verschiedenen Aboriginalstaemmen gehoert. Aus dem Grund gibt es hier keinen Zaun und keine Rinder, nur Wueste in ihrer natuerlichen Form.
Je naeher wir zur Staatsgrenze zwischen Western Australien und des Northern Territory gelange, umso gruener wird es. Einige Bergzuege erheben sich am Horizont, im gruenen Gras stehen oefters majestaetische Flusseukalypten die entlang trockener Flussbetten wachsen. Das hohe Gras reicht von goldgelb bis saftiges hellgruen und verleit der Gegend ein liebliches Aussehen.
Bei der Lassiter Hoehle wollten wir eigentlich anhalten und fuer die Nacht bleiben. Die grossen Verbotsschilder veranlassen uns aber weiterzufahren. Da wir uns auf Aboriginalland befinden, duerfe man nur auf einem speziell gekennzeichneten Platz uebernachten. Dort sind wir schon lange vorbeigefahren.
Zu dieser Hoehle gibt’s folgende Geschichte: Harold Lasseter wanderte 1900 in dieser Region umher und behauptete, eine maerchenhafte Goldader gefunden zu haben. Erst 30 Jahre spaeter gelang es ihm, genuegend Investoren zu finden um eine Suchexpedition zu finanzieren. Die Gruppe, bestand aus 6 Maennern, einigen Lastwagen und einem Flugzeug. Sie brachen in Alice Springs auf, hatten sich aber bald hoffnungslos verirrt. Mit Glueck fanden sie den Weg zu der Siedlung Hermannsburg. Die Lastwagen waren schwer beschaedigt und das Flugzeug nach mehreren Abstuerzen unbrauchbar. Die Maenner verloren den Glauben an Lassiter und die angebliche Goldader und gaben auf. Schlussendlich versuchte Lassiter es auf eigene Faust. Seine Maenner sollten an den Olgas warten. 15 km von hier, machten sich die Kamele samt Proviant auf und davon. Lasseter, am Ende seiner Kraft, suchte Unterschlupf in dieser Hoehle. Mit Hilfe einer Ureinwohnerfamilie, die ihn spaeter fand, machte er sich auf den Rueckweg zu den Olgas. Nach 10 km starb er aber an Erschoepfung.
Bei einem trockenen Flussbett sehen wir einen Weg zu einem planierten Platz. Vermutlich die Ueberresten der Strassenarbeiter. Hier bleiben wir. Ein Schwarm Galah’s, rosa und grau gefaerbte Sittiche, fliegen zweimal ueber unsere Koepfe hinweg. Die Sittiche haben es so an sich, waehrend dem fliegen zu kreischen. An den Ameisen, die zu tausenden herumkrabbeln erfreuen wir uns nicht allzu sehr. Der Platz des Stuhles muss demzufolge immer sorgfaeltig gewaehlt werden, sonst krabbeln sie einem die Beine hoch. Diese Spezies hier, gehoert gluecklicherweise nicht zu der „beisswuetigen“ Sorte.



Donnerstag 05.04.2007


Die Dreckstrasse ist bald zu Ende, deshalb pumpen wir die Reifen vor der Abfahrt wieder auf. Und nach 80 km haben wir den Ayers Rock Nationalpark erreicht. Da wir sozusagen durch die Hintertuer kommen, brauchen wir das hohe Eintrittsgeld nicht zu bezahlen. Welch ein Glueck.
Die Olgas erheben sich kugelfoermig inmitten der flachen Landschaft. Wie grosse Kugeln die aneinanderstossen stehen sie da. Die hoechste Erhebung ist 546 m hoch und die Gesteinsformationen sind mehrere Millionen Jahre alt. Obwohl es spaeter Vormittag ist, machen wir uns auf den Weg, das Valley of the Winds ( Tal des Windes ) zu bewandern. Auch hier hat es kuerzlich geregnet und Zebrafinken halten sich gerne nahe der uebriggebliebenen Wasserloecher auf. Sehr viele andere Touristen sind ebenfalls unterwegs. Es gibt am Weg immer wieder Sitzgelegenheiten im Schatten sogar 2 Nottelefone. Ziemlich modern.
Wie in einem mystischen Maerchen kommt man sich vor wenn man zwischen dem rotbraunem Felsgestein wandert. Was dieser Stein wohl schon alles gesehen hat? Der Wind rauscht wirklich hoerbar durch das Tal. Von einer Erhebung kann man einen Blick auf eine leicht bewachsene Ebene zwischen den weiter entfernten Kugeln werfen, bevor der Pfad in eben diese Ebene hinabfuehrt. Folgendes haben wir gehoert: einige der Kugelkuppen sind ja abgeflacht und mit Gras bewachsen. Die Waende sind jedoch steil und glatt, also kaum zu besteigen. Eines Tages hat ein Wanderer da oben ein grosses Kanguruh gesehen. Wie es wohl dahin gelangte?
Nach einem Mittagsmahl geht’s weiter zum Ayers Rock. Den sagenumwobenen Monolit sieht man bereits von weitem weil er in der flachen Landschaft hervorsticht. Faehrt man dann naeher heran, nimmt er schnell eine gigantische Groesse an. Wir behaupten, eine Art Zauber liegt um ihn, denn wir geraten in seinen Bann. Wirklich beschreiben koennen wir es nicht...man fuehlt sich einfach deutlich so, als stuende man vor einem imposanten Kunstwerk. Vielleicht spueren wir noch die Aura der heiligen Rituale die hier seit der Besiedlung der Aborigines vollzogen wurden. Nach einem Besuch im Informationszentrum ist es Zeit, sich einen Platz fuer den Sonnenuntergang zu sichern. Innert kurzer Zeit wechselt der Monolit seine Farbe von rotbraun zu feuerrot, dann zu braun und graeulich. Wie ein Fels in der Brandung steht er einfach da und laesst sich tagtaeglich von zig tausenden Besuchern anstarren.



Freitag 06.04.2007


In der Naehe des Parkes ist das campieren verboten, so hatten wir uns beim Campingplatz im nahen Resort eingetragen. Da es einen kleinen Supermarkt gibt, kaufen wir erst mal noch ein paar Sachen ein. Gemuese und Fruechte sind uns dann aber doch zu teuer.
Bis zum Kings Canyon sind es 240 km. Da es auch ueberall heisst, campieren sei verboten, gehen wir zur ehemaligen Rinderfarm Kings Creek Station, die sich mittlerweile auf Touristen umgestellt hat. Der Preis fuer eine Nacht mit 29 Dollar, finden wir einfach zuviel. Zu allem Pech uebernachtet eine Riesengruppe Harleyfahrer auch hier, die bis spaet in die Nacht feiern und laute Musik hoeren.



Samstag 07.04.2007


Als wir um halb Acht beim Parkplatz vom Kings Canyon eintrudeln, ist dieser beinahe schon zugeparkt. Hier ist man also frueh auf. Laut und deutlich hoeren wir Dingos heulen. Nur gerade 100 Meter vom Parkplatz stehen diese Zwei und geben lautstark ihren Standort preis. Na, die sind sich Menschen gewohnt.
Die Steigung auf das Plateau hat es doch noch in sich. Danach geht’s mehr oder weniger gerade auf dem Plateau am Canyon entlang. Die Waende fallen glatt und steil ins Tal hinab, was den Hoehenunterschied sehr imposant erscheinen laesst. Ein Vergleich mit dem Grand Canyon in Amerika, mit dem einige Australier ihn Messen, ist vielleicht etwas hoch gegriffen. Schliesslich ist der Kings Canyon an sich niemals so lang, dafuer setzen sich die Gebirgszuege noch einiges weiter fort. Die lange, 2 taegige Wanderung waere sicher interessant.
Ungefaehr in der Haelfte fuehrt eine Bruecke ueber das schmaler werdende Tal und man hat die Wahl, direkt weiter zum Parkplatz oder im Tal entlang zum Garten Eden zu wandern. Die Haelfte des schmaler werdenden Tales liegt noch im Schatten. Vor uns auf einer Steinplatte, spaziert eine goldbraune Spinifaxtaube herum. Ueberraschenderweise fuehlt sich das Tier nicht gestoert, als wir uns mit der Kamera im Anschlag, anschleichen. Ganz eifrig rennt sie hin und her um Ameisen zu picken.
Das effektive Ziel dieses Weges ist ein Pool, der im Talknick liegt. Palmen saeumen den abfliessenden Bachlauf, waehrend der Pool selbst nur von Felsgestein umrahmt ist. Eine Ente schwimmt vorwitzig von Tourist zu Tourist und sucht nach Kruemeln. Wir essen die mitgebrachten Brote. Inzwischen ist es schon sehr heiss und wir sind froh als wir den Parkplatz erreichen.
Im nahen Resort koennen wir Diesel tanken. Anstatt einen weiten Umweg ueber die Teerstrasse zu fahren, besorgen wir uns die Bewilligung, um auf der unbefestigten Strasse des Mereenie Loops durch Aboriginalland, bis nach Hermannsburg zu fahren. Leider wird die Piste bald zu einem Alptraum. Harte und weit entfernte Dreckanhaeufungen die wellenmaessig die ganze Dreckstrasse bedecken, lassen Meockli erzittern und fibrieren. Langsam fahren hilft nicht wirklich, aber auch schneller geht’s nicht besser. Das Wissen, dass dieses geratter nicht gut fuer unser Fahrzeug ist staut sich ueber die Stunden zu Aerger auf. Die Tafeln, die auf schlechte Oberflaechenbeschaffenheit hinweisen und eine versprochene, aber nie kommende Fahrtechnik dazu, ist wiedermal typisch unlogisch und laecherlich. Ein Aborigine ueberholt uns und nach 20 Kilometern steht er mit plattem Reifen am Strassenrand. Wir halten und helfen ihm beim Reifen wechseln. Nun, sein Reifen mag nicht der beste gewesen sein, auf jeden Fall ist er komplett verrissen und verfetzt. Andauernd sehen wir solche Reifenresten am Strassenrand und jeder von uns hofft still, dass uns dieses Schicksal nicht ereilt. Irgendwann halten wir an, um das ewige geschaepper der Tankabdeckung zu ueberpruefen. Dabei stellt Michi fest, dass das dicke Metallteil, dass das Reserverad gehalten hat, verloren ging. Wir koennen’s nicht fassen. Das aeusserst stabile U-Eisen hing am Stahlseil und ist scheinbar einfach durchfibriert worden. Wahnsinn – die Kraefte die da staendig mitspielen. Das Rad hat gerade noch so gehalten und wird notduerftig besfestigt. Wie weit ist es denn noch bis zur Teerstrasse?
Die huebsche Landschaft koennen wir so, nicht wirklich geniessen. Das weite Tal wird von rotbraunen Berghaengen umrahmt. Gras waechst reichlich und die Bachlaeufe haben stellenweise noch Wasser. Seit gestern haben wir auf der Strasse staendig pferdliche Hinterlassenschaften gesehen. Hier weiden tatsaechlich alle paar Kilometer, Wildpferde. Einmal, als wir gerade in eine Kurve kommen, steht der Leithengst mitten auf der Piste. Sofort gehen wir vom Gas. Waehrend seine Stuten ins Gebuesch verschwinden, stellt er den Hals und will sich behaupten. Na ja, bald sieht er ein, dass Moeckli um einiges groesser ist und zieht davon. Wildpferde sind eine Landplage fuer die hiesige Vegetation, doch Sonja kann sich keine schoenere Kulisse fuer Pferde vorstellen, als dieses gruen-rote Tal.
Kurz vor dem Eindunkeln erreichen wir Hermannsburg, wo wir den kleinen Camping anfahren.



Sonntag 08.04.2007


Im Jahr 1874 sprach man der Lutherischen Kirche ein zunaechst 320 km2 grosses Gebiet in Zentralaustralien zu. Ein Jahr spaeter schickte die Kirchenleitung zwei Missionare, Schwarz und Kempe, sowie fuenf Arbeiter und zwei Stockmen mit 30 Pferden, 2000 Schafe, 20 Rindern, fuenf Hunden und ein paar Huehnern aus Suedaustralien los, um dort eine Mission zu gruenden. Die Reise dauerte fast zwei Jahre, da die sengende Hitze im Landesinnern unterschaetzt wurde. Unter Leitung der Missionare wurden Huetten, Schafscherschuppen und Unterstaende gebaut. Kempe studierte die hier lebenden Ureinwohner und schrieb ein Woerterbuch in der Sprache der Aranda. Doch das urspruengliche Ziel, Schafzucht, Gemuese- und Getreideanbau zu betreiben, machten karger Boden und unguenstige klimatische Bedingungen immer wieder zunichte. Auch die Bekehrung der Aborigines machte nicht die gewuenschten Fortschritte, denn die meisten hielten an ihren Mythen und Riten fest. Erst als Pastor Karl Strehlow 1894 die Mission uebernahm hatte er Erfolg mit der Missionierung der Ureinwohner. Die grosse Abgeschiedenheit und hohe Transportkosten zwangen die Missionare fast vollstaendig auf lokal erhaeltliche Baumaterialien zurueckzugreifen. Sie bauten Sandstein ab und kalkten die daraus gebauten Waende weiss, schnitten Steine fuer den Fussboden zurecht und benutzten Wuesteneiche, wo immer Schnittholz benoetigt wurde. Die ersten Daecher waren Rieddaecher, die spaeter durch galvanisiertes Eisen ersetzt wurden. Der Besuch im historischen Museum des Staettchens, versetzt uns dank den Originalbauten, Werkzeugen und sonstigen Ueberresten, Fotos und Erzaehlungen in die damalige Zeit zurueck.
Als naechstes fahren wir ueber eine steinige Piste ins Palm Valley hinein. Am Schluss dieses Tales fuehrt ein Wanderweg, am meist trockenen Flussbett, einem Wald aus Palmen entlang. In einer anderen Zeit, als das feucht-heisses Klima herrschte, wuchsen hier tropische Pflanzen. Die Palmen sind die letzten Ueberreste aus dieser Aera.
Es ist frueher Nachmittag, also gerade noch genuegend Zeit um zum Finke River Nationalpark zu fahren. Dort soll man ueberall kostenlos campieren koennen. Wir sind gerade dabei Luft aus den Reifen zu lassen, als ein Pkw voll Ureinwohner vorbeipresscht und nur gerade 50 Meter neben uns zum stehen kommt. Ein paar Startversuche folgen, dann geht nicht’s mehr. Nur Frauen und Kinder sind in dem Wagen. Eigentlich wollten sie noch nach Hermannsburg um einzukaufen, es ging ihnen aber gerade das Benzin aus. Michi, der Ritter der Landstrasse, bietet ihnen etwas Benzin aus unserem Kanister an. Der Motor kann aber noch nicht starten. Die Frau meint, waehrend sie die Zuendung betaetigt, soll Michi einige Schluck Benzin beim Luftfilter in den Vergaser schuetten. Eine etwas gefaehrliche Methode, sie scheint sich das aber gewoehnt zu sein. Die Dame ist sehr nett, bedankt sich und nimmt unsere Gabe als Selbstverstaendlich. Uns soll’s recht sein.
Sobald wir bei dem Flussbett ankommen, wird die Piste abenteuerlich. Nicht’s anspruchvolles fuer den Fahrer, jedoch holperig und verlangsamt unsere Fahrgeschwindigkeit. Ein vollbepackter Toyotajeep kommt uns entgegen. Wir machen Platz und hoeren nur noch wie der Fahrer ruft :“en schoenae Obe“. Wir bleiben stehen, sowie auch das andere Gefaehrt. Es stellt sich heraus, dass der Schweizer schon lange hier lebt, mit einer Aboriginefrau verheiratet ist und nun mit seinen zwei Kindern auf einem mehrtaegigen Ausflug war. Immer wieder interessant, was fuer Menschen man so am Strassenrand trifft!
Die tiefer sinkende Sonne bestrahlt die Klippenraender mit warmem Licht. Die Gebirgszuege bestehen aus rostbraunen Felsbrocken die aussehen als ob sie durch eine gewaltige Kraft ineinander gepresst wurden. Rau und steil steigen sie in den Himmel hinauf. Viele Buesche, Straeucher, sogar Baeume wachsen auf ihnen und besprenkeln sie mit gruener Farbe. Im Moment legt sich das viele Gras wie ein Teppich ueber den flachen Talboden. Die roetlichen Aeren der Graeser sehen wie zarter Flaum aus. Nahe des Flussbetts wachsen gigantisch grosse Rivergums, eine Eukalyptusart. Die feine Rinde variiert farblich von eierschalenweiss, silber, goldgelb bis beige, je nach Sonnenstand. Mal glockenhell, mal trillernd und zwitschernd toenen die Gesaenge der Voegel. Beim Boggy Hole selber, liegt das Tal bereits im Schatten.



Montag 09.04.2007


Die Leute von dem Platz 300 Meter weiter, fahren im Lauf des Morgens ab. Da uns deren Plaetzchen besser gefaellt, parken wir um. Vor uns haben wir direkte Sicht auf’s Wasser und die massive rote Felswand. Michi fixiert die Tankabdeckung neu, so sollte es bei der naechsten Fahrt auf unebener Strasse nicht mehr so rattern und scheppern.
Am Nachmittag bekommen wir Nachbaren, die auch gleich ins Wasser springen. Uns macht es nicht wirklich an, da der Wasserpegel relativ tief ist und somit eher nach Bruehe wie Badewasser aussieht.



Dienstag 10.04.2007


Heute geht’s weiter. Trotz Holperweg laeuft Moeckli angenehm ruhig, dank Michis Befestigungsreparatur. In Hermannsburg wird nochmals aufgetankt und Luft gepumpt. So, nun fahren wir auf Teerstrasse bis ins naechste Tal des Western Mac Donald Gebirges. Ein Stueck weit ist hier noch Rinderland, spaeter wechselt es zu Aboriginalland.
Im Lauf des Nachmittags erreichen wir das Ellery Creek Hole. Zwei Gebrigszuege treffen hier aufeinander und in deren Spalt gibt es ein permanentes Wasserbecken. Baeume, Graeser und Schilf wachsen am Rand und betten das ganze lieblich ein.
Wir packen unsere Badesachen, schliesslich will man sich einen Schwumm in so romantischer Umgebung nicht entgehen lassen. Das Wasser ist recht kuehl. Eine richtige Erfrischung also. Wir haben Glueck, nur eine handvoll Leute sind gerade da und wir die einzigen die schwimmen. Vom Wasser aus sehen die zerkluefteten Felswaende noch beeindruckender aus. Mittlerweile ist eine Busladung Touristen eingetroffen, wir ueberlassen ihnen das Schwimmbecken und begeben uns zur Campingarea.
Eine Australierin mit ihren 2 Soehnen, 2 deutsche Paerchen und ein australisches Paar bleiben ebenfalls ueber Nacht hier. Genuegend Platz ist vorhanden. Die Ruhe wird nur gestoert, als spaet in der Dunkelheit, einer mit seinem aufgetunten Gefaehrt herumfaehrt und kurz darauf mit einem Wohnwagen noch einfaehrt.



Mittwoch 11.04.2007


Ein kurzer Schwumm am Morgen muss sein – jedenfalls fuer Sonja. Danach verlassen wir diese huebsche Gegend und erreichen nach 2 Stunden Fahrt Alice Springs. Die Stadt im Herzen von Australien wird sie oft genannt. Oder die Stadt in der Wueste.
Nach einer Uebersicht in der Touristeninformation, sowie einem Bummel durch die Todd Mall, das Herzen der Stadt, suchen wir einen Campingplatz. Es gibt nur einen in Stadtmitte. Kaum haben wir uns eingerichtet, steht fuer uns fest, hier bleiben wir nur eine Nacht. Kulinarisch geniessen wir das Stadtledeben insofern, dass wir frischen Salat und Fastfood wie Fischfinger und Knoblauchbrot einkaufen.



Donnerstag 12.04.2007


Da wir den Camping eh wechseln, packen wir unsere 7 Sachen und fahren ins Zentrum. Die Mails werden gelesen und wir wollen eine Prepaid-Karte fuer das Handy kaufen. Da wir uns gestern bereits bei Telstra, der Anbieter mit dem groessten Verbindungsnetz, erkundigt haben, ist unser Nokia dabei. Die SIM Karte passt, soweit so gut. Wir muessen nun selbst die Karte aktivieren und den gewuenschten Service einstellen.
Nachdem wir uns im Heavitreegap Campingplatz, ausserhalb von Alice, eingerichtet haben, probieren wir das Nokia aus. Dank Strom funktioniert es auch, doch der nette Mann von Telstra sagt, wir sollen im Internet aktivieren. Das heisst fuer uns, Morgen ins Internet gehen. Waesche wird erledigt, wenigstens ein Teil des roten Sandes abgewischt, Tagebuch nachgefuehrt und kleine Servicearbeiten am Moeckli durchgefuehrt.
Abends geht Michi ins Pub, gleich um die Ecke. Nach ein paar Bier ist er gut Freund mit unserem Nachbarn, sowie noch 2 weiteren Maennern die auf dem Camping wohnen und in Alice arbeiten.



Freitag 13.04.2007


Wir haben immer noch viel zu tun, soll ja auch moeglichst alles erledigt werden wozu man Strom und Zivilisation braucht. Am Mittag geht’s ab ins Zentrum. Zuerst besuchen wir die Royal Flying Doctors.
1912, als gerade mal 2 Aertzte ein Gebiet von 1'800'000 km2 abdeckten, begann JohnFlynn seine Missionararbeit fuer die Presbritanische Kirche. Schnell realisierte er, dass Lufttransport und Funk noetig waren um die isolierten Siedler mit medizinischer Hilfe zu versorgen. Dank Quantas und der kirchlichen Unterstuetzung, begann 1928 der erste fliegende Artzt, Dr. Vincent Welch, den Dienst. Eine einmotorige De Havilland DH-50A wurde eingesetzt. Geld wurde dringend benoetigt und John Flynn versuchte die Oeffentlich und die Regierung fuer dieses Projekt zu gewinnen. 1941 bekam die Organisation den Namen Flying Doctor Service, das Royal kam erst dank der Queen in 1955 dazu. Heute sind 23 Stuetzpunkte in Australien verteilt, die ueber 7'150'000 km2 abdecken. Im Moment werden groesstenteils schweizer Maschinen benutzt: die Pilatus PC-12. Die Flotte von 36 Flugzeugen unternehmen jaehrlich 40'000 Fluege, 16’Millionen Kilometer und transportieren 26'000 Patienten. Eine lustige Geschichte wird staendig erzaehlt: eine Farmersfrau erkrankte und benoetigte dringend aertztliche Hilfe. Der Mann wurde telefonisch unterwiesen, als erste Hilfe das Medikament Nr. 9 zu verabreichen. Als dann der Artzt eintraft, meinte der Farmer, Nr. 9 hatte er nicht mehr, also gab er seiner Frau etwas von Nr. 4 und 5.!?
Ein Besuch im Internetcafe folgt, um unsere Telefonkarte zu aktivieren. Wir versuchen es auf verschiedene Art, es heisst jedoch immer wir seien nicht berechtigt. Also ab in den Telstrashop. Jahahhh, im Moment habe der Zentralcomputer ein Problem, heisst es dort. Im Shop kann die Verkaeuferin nur den ersten Schritt vollziehen, alles weitere muessen wir per Telefon machen ...vielleicht funktioniert der Service morgen wieder ... Nach ueber 2 Jahren funkstille, wollen wir unser Handy einsetzen und dann so was.
Michi’s Freunde von gestern Abend meinen, heute duerfen wir im Pub nicht fehlen. Maskenwettbewerb und Livemusik sei angesagt. Nach einigem hin und her, gehen wir ohne Verkleidung hin, wie die meisten anderen auch. Als wir eintrudeln, ist die Wahl bereits vorbei; Jesus hat gewonnen. Im Speisesaal spielt ein junger Bursche Gitarre und singt bekannte Lieder. Seine Stimme kann sich wirklich hoeren lassen, nur schade, dass fast niemand zuhoert. Denn die grosse Masse ist im Pub nebenan, spielt Billard, gucken tief ins Glas und amuesieren sich. Nachdem der Billardwettbewerb zu Ende ist, spielen wir einmal eine Runde und nach einem Plausch mit den Kumpels haben wir’s dann gesehen.



Samstag 14.04.2007


Bevor wir gross herumkurven koennen, braucht Moeckli Diesel. Bei IGA, einer Supermarktkette bekommt man den Diesel guenstiger, wenn man Lebensmittel fuer 20 Dollar einkauft. Das gilt auch fuer die anderen Supermarktketten in ganz Australien. Bei dieser Filiale hier, gibt es 2 Cents mehr Rabatt als bei den anderen.
Danach besuchen wir den Wuestenpark. Auf sehr schoene Weise wurde hier ein Lehrpfad durch die typische Wuestenvegetation angelegt. Viel Wissenswertes gibt es ueber’s Tonband zu hoeren, das in verschiedenen Sprachen erhaeltlich ist. Immer wieder wird die Wanderung durch Volieren unterbrochen, wo heimische Voegel aus naechster Naehe beobachtet werden koennen. Waehrend einer Vogelschau fliegen Eulen, Falken und Adler ueber unsere Koepfe hinweg, waehrend erklaert wird, wie diese Tiere in der Wueste leben. Im grossen Kino wird ein spannender Film gezeigt der die Veraenderungen dieser Region waehrend Millionen von Jahren aufgezeigt. Wer haette gedacht, dass hier inmitten des Wuestenzentrums einmal von tropischen Pflanzen und Tieren beherrscht wurde?
Auf dem Weg zum Camping, besuchen wir noch die Schwester einer Freundin aus Sydney. Sie wohnt mit Mann und Kindern schon lange im Northern Territory und liebt die Hitze. Sonja wuerde gerne noch ihre Kontakte von frueher auffrischen, doch dann wuerden wir wohl noch laenger bleiben.



Sonntag 15.04.2007


Heute Morgen hat die Aktivierung des Telefons endlich funktioniert. Da wir noch heute aus Alice Springs rausfahren wollen, sind wir schon bald wieder aus dem Funkbereich heraus.
Am Sonntagmorgen ist Markt in der Todd Mall. Das meiste Angebot besteht aus Souvenirs, Aboriginalbildern, und Handarbeiten. An einem Gemuesestand, erstehen wir preiswertes und frisches Gemuese. Ein Schweizer, der ein Restaurant fuehrt, bietet gute Wuerste vom Grill. Falls wir welche abkaufen wollen, sollen wir zu einer gewissen Zeit beim Restaurant sein. Leider klappt das nicht, da er erst spaeter kommt und bereits wieder weg ist, als wir vom Supermarkt kommen. Schade, also keine Wuerste grillen in der Wueste.
Der bekannte Gahn, die Eisenbahn die von Darwin bis Adelaide quer durch den Kontinent fuehrt, steht kurz vor der Abfahrt, als wir den Bahnhof erreichen. Der Zug verlaesst Alice und wir tun es ihm gleich. Einen letzten Blick zurueck, werfen wir vom Anzac Hill aus.
Nach nur wenigen Kilometern Kilometern ist die Abzweigung zur Tanami Road erreicht. Nach weiteren 40 km endet die Teerstrasse und die gut ausgebaute Piste beginnt. Viel ist hier noch Rinderland es gibt sogar einige grosse Wiesen.
Bei einem Kiesplatz mit Tischen, halten wir an. Nicht lange und es faehrt ein aelterer Mann vor. Gerne haelt er kurz um seinen Tee hier mit uns zu trinken. Der gute Mann ist 77 Jahre alt, kommt uns aber so ruestig wie ein 50 jaehriger vor. Bei ihm muss immer etwas laufen, er koennen nicht tatenlos herumsitzen. Jetzt ist er gerade auf dem Weg zu einer abgelegenen Aboriginalgemeinde wo er den Verkaufsladen als Ferienabloes einige Wochen lang fuehrt.



Montag 16.04.2007


Mit der Sonne stehen wir auf und hoeckeln uns draussen hin. Dank dem superguten Mittel gegen Fliegen hat man wenigstens im Gesicht seine Ruhe. Die Creme beinhaltet das Oel von Sanelholz und Rosmarin und wird in Alice Springs hergestellt.
Nach dem Mittag erreichen wir Yuendumu. Das ist eine Aboriginalgemeinde die oeffentlich zugaengig ist. Wir warten die richte Zeit ab, damit Michi mal zu Hause anrufen kann. Sonja hatte ihre Eltern von Alice Springs aus telefonisch erreicht. Wir freuen uns immer, die Stimmen der Familien zu hoeren.
Bei einem Pipihalt wird ein Leck am Bremsschlauch entdeckt. Aus dem Grund fahren wir nicht mehr allzu weit. Hinter einem kleinen Huegel gibt es eine Ruine einer Farm, resp. einer Goldmine. Das Wohnhaus war nur gerade mal 3 auf 3 Meter gross und aus Stein. Etwas neuer sind die 2 scheunenartigen Unterstaenden. Daneben muss wohl mal ein Haus gestanden sein, denn die Flaeche ist betoniert. Hier stellen wir uns hin. Michi kuemmert sich erst mal um den Bremsschlauch und dank Schlauchresten kann er einen neuen Anschluss basteln. Eine rostige Felge gibt eine wunderbare Feuerstelle ab. Fleisch wird grilliert, dazu gibt es Salat. Mit dem klaren Sternenhimmel und dem Muhen der Rinder im Hintergrund gibt das ein toller Abend mit Cowboyromantik.



Dienstag 17.04.2007


Die Piste ist meist zu einer sehr gut erhaltenen Strasse ausgebaut, was uns ein schnelles und flottes Vorwaertskommen ermoeglicht. Kurz vor dem weit abgelegenen Roadhouse Rabbit Flat, erreichen wir eine Flaeche die beidseits der Strasse unter Wasser steht. Wie ein grosser See wirkt das und die vielen Wasservoegel haben scheinbar ihren Spass daran. Um das Roadhouse herum sind Palmen, Baeume und Blumen angelegt. Ausser den Zapfsaeulen ist nichts zu sehen. Der Laden und der Speisesaal ist von gruenen Pflanzen und Baeumen geradezu eingerahmt. Auf einem Zettel steht, dass „man“ gleich wieder zurueck sein will. Naja, wir brauchen kein Diesel und sonst auch nichts wirklich, also essen wir einen kleinen Lunch und fahren weiter. Das Roadhouse verkauft auch Alkohol, was vielleicht ein gutes Geschaeft, aber sicher nicht gerade gut fuer die schwarze Bevoelkerung ist. Natuerlich sind die Gemeinden teils mehrere hundert Kilometer entfernt, doch wer es sich leisten kann und dem Feuerwasser verfallen ist faehrt halt hierher. Ein Auto voll Maenner kommt uns denn auch gerade entgegen.
Im spaeten Nachmittag erreichen wir die Grenze zu Western Australien, hallo, hier sind wir wieder. Eigentlich moechten wie Feierabend machen, halten Ausschau nach einem Pfad oder einer flachen Ebene. Da kommen Schilder einer nahen Minengesellschaft inklusive Camp. Das ist Privatgrund und campen sowieso untersagt. Also fahren wir weiter. Endlich finden wir eine sandiges Straesslein, dass vermutlich nicht mehr benuetzt wird. Hinter einem Huegelchen sind wir genug weit von der Strasse entfernt um uns gemuetlich einzurichten. Der Sonnenuntergang kommt promt, womit das Licht wieder mal frueh aus ist. Ein grosser Nachteil in W.A., finden wir.



Mittwoch 18.04.2007


In der Nacht hat es recht abgekuehlt, was uns gut schlafen liess. Kurz vor Sonnenaufgang sind wir bereits wach. Nach Northern Territory Zeit fahren wir um 8.30 Uhr los, in Western Australien ist es aber erst 7.00 Uhr Frueh. Nun, fuer uns ist nicht der Zeiger, sondern das Tageslicht massgebend.
Weiter geht’s durch die Tanami Wueste, die zu Sonja’s Glueck hier noch nicht zu Rinderland geworden ist. So ist die Landschaft naturgetreu mit Graesern, Bueschen und Straeuchern ueberzogen. Das rotbraun der Strasse wird beidseits durch goldgelb, zartem pastellgruen und dunkelgruen begleitet. Ab und zu leuchten grosse, Steinerhebungen in weiter Ferne in tiefem rostrot.
Waehrend der ersten Stunde Fahrt, befinden sich scharenweise Voegel am Wegesrand. Oft fliegen sie ein Stueck neben uns her. Die Wellensittiche leuchten besonders neongruen, waehrend alle Tiere in exakt der gleichen Formation fliegen.
Auch auf dieser Piste zieht man ja staendig eine Staubwolke hinter sich her. Dabei ist es schwierig, im Rueckspiegel, ein von hinten kommendes Fahrzeug auszumachen. Je nach Beschaffenheit der Strasse faehrt man ja nicht immer links. So geschieht es oefters, dass wir ueberholt werden und das Fahrzeug erst bemerken wenn’s neben uns ist. Wir finden das recht gefaehrlich und koennen nicht verstehen, warum diese Leute nicht die Hupe betaetigen um sich anzumelden. Das waere wir zumindest logisch.
Nach nur 2 Std. erreichen wir Billiluna, eine Aboriginalgemeinde mit Tankstelle und grossem Laden. Wir halten kurz an. Das ganze macht auf uns einen guten Eindruck. Die einheimische Kassiererin ist jedenfalls sehr fix mit der Kasse und dem Computer. Ein anderer arbeitet als Tankwart. Auch die Weissen hier, machen einen zufriedenen und froehlichen Eindruck.
Mittlerweile sind wir in der tropischen Zone angelangt. Die Vegetation hat sich leicht geaendert. Noch mehr Graeser wachsen, es gruent unglaublich ueppig. Feuchtigkeit liegt nun in der Luft.
Das letzte Stueck bis zum geteerten Highway ist steinig und holprig. Diesmal pumpen wir sehr gerne Luft in die Reifen um wieder „emol“ sanfte Teerstrasse fahren zu koennen.
Es gibt eine Raststaette beim Mary Fluss. Ueber die alte Betonstrasse, die noch leicht vom Flusswasser ueberflossen wird, gelangt man auf den grossen Platz zwischen riesigen Baeumen. Sehr viele, fuer uns wieder neue Vogelarten flattern hier im Norden herum und singen ihre wunderschoenen Lieder. Trotz der Naehe zum Fluss werden wir nicht von Muecken oder anderen Insekten geplagt.



Donnerstag 19.04.2007


Erst wenige Kilometer sind wir heute Morgen unterwegs, als Michi, der Retter der Landstrasse, bei einem gestrandeten Gelaendewagen anhaelt. Ein heftiger Motorschaden liegt vor, da der Besitzer beim Abschleppdienst Mitglied sind, legt Michi keine Hand an. Es ist jedoch so, dass seine Frau und ihre Freundin dringend nach Fitzroy Crossing an eine Beerdigung muessen. Da helfen wir doch gerne aus, eine Mitfahrgelegenheit mit einem Pkw waere doch bestimmt schneller, denken wir uns noch. Bis wir das Handicap der Ladies sehen: ihr Gepaeck! Da sie morgen nach Afrika in die Ferien fliegen, haben sie Tonnen an Taschen dabei. Wir packen alles in unser Haeusle und Sonja nimmt hinten mit Pauline platz. Waehrend Michi die Dame „verlorene Stimme“ als Beifahrer hat, unterhaelt sich Sonja glaenzend. Beides sind Aborigines, Pauline ist jedoch eine Klasse fuer sich. Hier vom Norden stammend, gleicht sie eher einer Afrikanerin. Als Christin ist sie aufgewachsen, sie hat bereits Enkelkinder und arbeitet im Gesundheitswesen in Kununurra. Bis am Mittag haben wir es dann geschafft und treffen in Fitzroy ein um die Damen abzuladen.
Wir ziehen weiter westwaerts, bis wir zu einem Gatter einer Farm gelangen, wo ein mieserabler Weg, zu kostenlosen Campingareas am Fluss, fuehrt. Wir stehen am Ufer, 4 Meter ueber dem Fluss, es ist ruhig, beide Ufer von der Natur eingebettet, ein Adler haelt sich staendig in unserer Naehe auf. Mit dem Eindunkeln kommt leider die Plage auf: hunderte von Moskitos! Wir sprayen uns mit Antibrumm ein, doch das scheint nicht lange zu nuetzen. Michi entfacht ein Feuer vor dem die Muecken nicht wirklich beeindruckt sind, und noch alle Insekten im Umkreis von einem Kilometer anlockt. Es fliegt und surrt um uns herum und staendig stuerzen sich Insekten in die Flammen. Ins geschuetzte Innere zu fluechten liegt wegen der ausserordentlichen Hitze ueber 30° schon gar nicht drin. Also harren wir ein paar Stunden aus, schmoren in unserem Saft und fangen Stechmuecken.



Freitag 20.04.2007


Nicht gerade als angenehm wuerden wir diese Nacht bezeichnen. Die Luft war schwuel, feucht und der Wind blieb komplett aus, dazu mussten einige Muecken erschlagen werden, die wohl mit uns in den Wohnraum gekommen waren. Puh! Willkommen im tropischen Norden von Australien!
Sonja schmeisst noch einen Moment die Angel in die Fluten, jedoch ohne Erfolg. Also fahren wir zur Hauptstrasse zurueck. Bis nach Broome aendert sich das Landschaftsbild kaum mehr. Ein Meer von bis zu 2 Meter hohem Gras, so weit das Auge reicht. Baeume lugen vereinzelt oder in lichter Waldform daraus hervor. An einer Stelle liegt ein Feld voller Termitenhuegeln und von einer Bruecke aus, sieht Michi sein erstes wildlebendes Krokodil.
In Broome suchen wir zuerst den Campinplatz wo unsere deutschen Freunde Susi und Mani auf uns warten. Seit bald 3 Jahren haben wir die beiden nicht mehr gesehen und die Freude ist gross. Der Platz neben ihnen ist frei und wir richten uns dort ein. Wir plaudern, ob im Pool oder im Schatten bis spaetabends.



Samstag 21.04.2007


Susi und Mani hatten einen selbstgebauten Mercedes Unimog und waren damit im letzten Jahr in Europa unterwegs. Kurzerhand haben sie den verkauft, sind hergeflogen und haben einen Gelaendewagen in Perth gekauft. Von hier aus, wollen wir ein Stueck zusammen weiterfahren.
Am Nachmittag macht Michi eine schreckliche Entdeckung: auf der rechten Seite ist das Chassis fast durchgebrochen. So koennen wir auf keinen Fall mehr weiterfahren, sonst reisst ploetzlich der Aufbau auseinander. Manfred ist gelernter Schweisser und meint, er koenne das reparieren, was schon einmal eine Hilfe ist, jetzt brauchen wir nur eine Ausruestung und einen Ort wo die Arbeit erledigt werden kann. Wir versuchen optimistisch zu sein, irgendeinen Weg gibt es immer.



Sonntag 22.04.2007


Waehrend wir Frauen durch den Markt schlendern, fahren die Maenner mal das Industriegebiet ab um zu sehen welche Firmen es gibt. Da ein Schweisser am arbeiten ist, betreten sie den Hof. Der Typ muss ziemlich schlechtgelaunt sein, denn er staucht die zwei zusammen, wirft mit Anschuldigungen um sich, bis unschoene Woerter fallen. Dieses Erlebnis hebt die Stimmung keinesfalls und unverrichteter Dinge geht’s zum Campingplatz zurueck.



Montag 23.04.2007


Frueh fahren die Maenner los, um Werkstaetten in ganz Broome abzuklappern. Nichts! Niemand will unser Chassis schweissen, und niemand will uns im Betrieb arbeiten lassen...als Grund werden die Sicherheitsbestimmungen und die Versicherung vorgeschoben. Man hat Angst vor Klagen, falls etwas geschieht. Die Leute verweisen uns von da nach dort und von dort nach da. Michi ist voellig frustriert. Spaeter zieht Sonja mit Susi und Manni nochmals los, fragt sich durch. Nicht mal einen Schweissapparat ist im Moment zu mieten. Einer ist immerhin so nett und bietet an, wir sollen nochmals kommen wenn wir wirklich keine andere Moeglichkeit finden.
In der Zwischenzeit hat Michi mit Australiern auf dem Campingplatz gesprochen. Die hatten auch gerade Reparaturen durchgefuehrt und ihm eine Firma empfohlen. Wir fahren vorsichtig mit Moeckli dahin. Der Besitzer kriecht unters Fahrzeug und sieht sich den Schaden genau an. Mit seiner Anlage koenne er das leider nicht schweissen, er will aber jemanden anrufen. So verlassen wir die Werkstaette mit einer Telefonnummer und einem Versprechen, dass Andy es morgen macht, damit wir weiterfahren koennen.



Dienstag 24.04.2007


Der Anruf nach Acht Uhr bringt Erleichterung, Andy ist um 10 Uhr in seiner Werkstatt, wir sollen dann hinfahren, damit er sich das ganze ansehen kann.
Andy ist Mitte zwanzig, das lange Haar zum Pferdeschwanz gebunden und macht einen sachverstaendigen Eindruck. Da er den Werkschuppen nur zeitweise mietet, muss er den Chef um Erlaubnis fragen, ob die Maenner selbst anpacken duerfen. Ja, sie duerfen alles demontieren und das Chassis etwas ausrichten. Mani und Susi sind uns hinterhergefahren, nun huepft Mani schnell in den Blaumann und hilft Michi beim demontieren. Die Frauen fahren zum Campingplatz zurueck und warten auf den Anruf ( Natel sei Dank ) um die Maenner abzuholen. Nachdem die Bruchstelle geschweisst ist, wird Andy anrufen.
Kurz nach 4 Uhr ist er fertig. Die Maenner duesen los und hinterlassen Susi und Sonja nur mit Tisch und Stuhl bewaffnet auf den leeren Plaetzen zurueck. Wir kommen uns leicht deplaziert vor. Von weitem schon, erkennt Sonja Moeckli’s Motorgeraeusch. Michi ist zufrieden, Andy hat gute Arbeit geleistet. Bleibt nur zu hoffen, dass die Spannung auf’s Chassis nicht zu gross wird, denn durch das mehrmalige brechen der Drehgelenke hinten an der Wohnkabine, ist das ganze etwas hecklastig. Die Anforderungen an das Material waehrend den letzten 2 Jahren waren enorm und die Dreckstrassen in Downunder tun ihr uebriges.



Mittwoch 25.04.2007


Unsere grosse Sorge sind wir los, also koennen wir beide heute relaxen, im Pool abkuehlen und im Schatten schwitzen.



Donnerstag 26.04.2007


Fuer Freitag hat sich Sonja zu einem Fotokurs angemeldet. Die Abfahrt ist auf Samstag geplant. Bereits heute erledigen wir moeglichst viel, nutzen den Strom fuer den Laptop etc. Natuerlich muss hin und wieder ein Sprung in den Pool eingefuegt werden, da die Temperatur erneut ueber die 30iger Grenze steigt und die Feuchtigkeit zwischen 70 und 80 Prozent liegt.



Freitag 27.04.2007


Die Susi feiert heute Geburtstag. Frueh am Morgen stellen wir ihr die Rueblitorte hin, die sie nach nunmehr einigen Wochen ohne Suessigkeiten, bestimmt geniessen wird.
Bereits um 7.30 Uhr wird Sonja zum Fotokurs abgeholt und kommt erst um sieben wieder zurueck. Michi richtet den TCM derweil abfahrbereit, feiert Susi’s Geburi mit Kaffee und Kuchen und bereitet das Abendessen vor.



Samstag 28.04.2007


Bevor wir Broome verlassen, werden Lebensmittel fuer eine Woche eingekauft und getankt. Als wir aus dem Supermarkt treten, faellt uns gleich der knallgruene Lastwagen als Moeckli’s Gegenueber auf. Na, wenn das nicht ein Weitgereister ist.
Es sind Doro und Jupp die uns bereits schon aus Indien angemailt hatten. Sie haben Deutschland in 2005 verlassen und sind bis Indien und Suedostasien gereist. Die Hollaender, Lizzy und Roel, die mit einem Landrover von England aus nach Osten gefahren sind, stehen auch dabei. Diese beiden hatten vor ueber einem Jahr Susi und Mani in Griechenland getroffen, ist die Welt nicht klein? Doro und Jupp wollten auch zur Halbinsel hochfahren, deshalb wird abgemacht, dass wir uns in 1 Std. treffen. Wir fahren vor, den Toyota hinter uns und der grasgruene Mercedes bildet das Schlusslicht. Seit ewigen Zeiten sind wir nicht mehr Konvoi gefahren.
Auf der Westseite gibt es ein paar Plaetze wo man an der Kueste campen kann. Bereits bei der ersten Abzweigung werden wir fuendig und stellen unsere Fahrzeuge auf eine Wiese oberhalb vom Strand. Viel zu erzaehlen hat man sich. Erinnerungen an gemeinsame Bekannte. Gleichzeitig hoeren wir uns sehr gern Jupp’s Geschichten ueber Suedostasien an.
Die Maenner steigen dann alle mit den Anglerruten ins Wasser. Leider ohne Erfolg. Waehrend Sonja am Strand entlangspaziert, entdeckt sie Fregattvoegel, Seeadler und ganz kleine Hermitkrebse die in Muscheln leben und die man gut hochheben kann.



Sonntag 29.04.2007


Noerdlich fahren wir weiter. Die Hauptstrasse besteht vor allem aus Sand, harter Erde und einigen Loechern. Bei einem Parkplatz wird mal angehalten. Dort treffen wir John, einen mageren Aborigine, der mehr Loecher im Mund als Zaehne hat. Landestypisch ist er schnell fuer einen Schwatz zu haben. Er erzaehlt von seinem Land, das am Meer liegt und er immer wieder etwas ausbaut. Wir duerfen sogar hinfahren. Er erklaert wo der Schluessel fuer das Haus und den Generator zu finden sind und will kein Geld fuer’s Uebernachten annehmen.
Dank John’s exakten Beschrieb finden wir nach einer Zickzackfahrt durch tropischen Busch seinen Besitz „Red Shells“. Zwei alte Schuppen hatten frueher wohl als Schlaf und Aufenthaltsraeume gedient. Einige halb zerfallene Wohnwagen liegen verstreut herum und sind bereits halb vom Unkraut ueberwuchert. Ein neues Wellblechhaeuschen steht auch da, und siehe da, das Innere ist wirklich neu, sehr sauber und ordentlich. In den grossen Fenstern gibt es kein Glas, dafuer sind Insektennetze gespannt und bei Sturm werden Holzlaeden heruntergeklappt.
Um dem Sturm der Moskitos auszuweichen setzen sich einige von uns in die Kueche. Die anderen sprayen sich dick ein. Frueh ins Bett zu gehen bringt nicht sehr viel, da es heiss und stickig ist.



Montag 30.04.2007


Susi und Mani sind nicht gerade gut gelaunt an diesem Morgen. Hatten sie doch ihr Auto voller Muecken und sind ziemlich verstochen. Doro und Jupp wollen zurueck nach Broome, so schliessen sie sich ihnen an.
Wir lassen uns nicht gar so schnell verjagen. Zumal uns Nachbaren erzaehlen wie es vor 2 Wochen war; man war so voller Muecken, da hat man nicht draufgeschlagen, sondern sich die schwarze Masse abgestreift. Da sind wir ja mit den 50zig zufrieden.
Wir geniessen einen Ruhetag bei 35 Grad im Schatten, relaxen, lesen usw. Sobald die Muecken uns anfallen, verziehen wir uns ins insektensichere Haus.



Dienstag 01.05.2007


Nach 2 Std. Fahrt erreichen wir die Resortanlage am Spitz der Halbinsel, dem Cape Leveque. Blumenumrankene Waende und Zaeune, kurzgeschnittener Rasen, Campingplaetze, Bungalows, ein Kiosk und ein Restaurant hat es zu bieten. Natuerlich ist der Preis entsprechend hoch.
Von unserem erhoehten Platz auf der Wiese, sehen wir ueber das rote Kliffgestein hinweg auf’s Meer. Auch hier und heute ist es sehr heiss. Also ab zur anderen Seite der Spitze. Hier befindet sich der ruhige Badestrand. Klares hellblaues Wasser laedt zum verweilen ein.
Auf der anderen Seite faellt das Meer steiler ab, wirbelt mehr Sand auf und entwickelt einige Wellen. Das ist der Fischstrand, aber nicht nur wir bleiben dort erfolglos.
Bei Sonnenuntergang faerben sich, die dem Meer zugewandten Klippen von orange bis tiefrot. Ein Highlight fuer Fotografen. Sonja trifft dort auf eine Fotografentruppe die auf einer 3 woechigen Tour unterwegs ist.



Mittwoch 02.05.2007


Gemuetlich, geordnet und relaxt kann man das Ambiente beschreiben. Wir entscheiden uns, noch eine weitere Nacht hier zu verbringen. Ab geht’s zum schwimmen und schnorcheln. Leider ist unter Wasser gerade keine gute Sicht, da viel Sand durch die kommende Flut aufgewirbelt wird. So erschrickt Michi doch ziemlich, als er ploetzlich beinahe ueber einen Stachelrochen schwimmt. Waehrend Michi den Sonnenuntergang vom hochgelegenen Standplatz geniesst, zieht Sonja mit der Kamera bewaffnet den Klippen entlang.



Donnerstag 03.05.2007


Bevor wir die Halbinsel verlassen, besuchen wir das Stadtchen Beagle Bay. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts siedelten sich dort Pallotinermoenche an. Diese erbauten ein Kloster. Die grosse, weiss getuenchte Kirche, kann man besichtigen. Der Altar ist mit Perlmutt reich verziehrt. Das durch die farbigen Fenster einfallende Sonnenlicht taucht das Schiff in ein Meer aus warmem Licht und dunklen Schatten. Einen Moment setzen wir uns hin und lassen die Stimmung auf uns wirken.
Bevor wir die Teerstrasse erreichen, fuehren wir die obligate Reifenfuellaktion durch. Zurueck in Broome, fahren wir den grossen Camping am Cable Beach an und kommen uns vor, als ob wir den halben Camping kennen wuerden. Auf die Schweizer, Tamara und Chrigi treffen wir gleich am Eingang, sie wussten bereits, dass wir kommen. Unsere 4 deutschen Freunde sind da und das hollaendische Paar ebenfalls. Doro und Jupp kochen Paella fuer uns alle. Schoen, wir duerfen uns also einfach hinsetzen. In einer richtig grossen Pfanne brutzelt das spanische Gericht vor sich her. Koestlich schmeckt alles und um die ganzen Knoblauchzehen bricht beinahe ein Kampf aus.



Freitag 04.05.2007


Um mobil zu sein, setzen wir die Honda wiedermal ein. Gegen den spaeten Nachmittag fahren wir damit zum Gantheaume Point. Ein frueherer Leuchtturmwaerter hat in den rotbraunen Klippen einen kleinen Pool eingehauen. Das Pool hatte sich regelmaessig mit Meerwasser gefuellt. Seine Frau litt an Artritis und hat in dem von der Sonne erhitzten Wasser Linderung gesucht. Mittlerweile geht es dem Sonnenuntergang entgegen.
Um zur anderen Seite der Stadt zu gelangen, nehmen wir die Abkuerzung, resp. eine sehr sandige Strasse. Mit uns beiden auf dem Motorrad wird das eine wacklige Angelegenheit. Die Raeder wabbern im tiefen Sand hin und her. Mit groesster Kraftanstrengung gelingt es Michi die Honda immer wieder auszubalancieren.
Mittlerweile ist es pechschwarze Nacht, dabei zeigt die Uhr gerade mal halb sieben. Hell leuchten dafuer die Lichter des kleinen Marktes auf der Wiese neben dem Strand. „Starcase to the moon“ lockt tausende Besucher an. Waehrend drei Abenden ist hier zu beobachten, wie der Mond ueber der Bucht aufgeht. Die Mondkugel erscheint zuerst knallrot, wandert stetig nach oben und hinterlaesst eine starke Spiegelung die als „Treppe zum Mond“ bezeichnet wird.
Am Markt gibt es Staende mit Handarbeiten, Souvenirs, Kosmetik, Schmuck, Fotos, Icecream und natuerlich verschiedenste Essbuden. Man setzt sich in der Mitte auf den Rasen. Vom Baby bis zum alten Greis, sitzt man da, schwatzt und isst die Leckereien. Eine Gruppe jugendlicher spielen Musik, eine lockere und tolle Stimmung also. Auch wir setzen uns hin, verweilen ein bischen, hoeren und beobachten.



Samstag 05.05.2007


Ein paar Stunden verbringen wir in der Buecherei. Zurueck am Camping, werkelt Michi am TCM herum und Sonja versucht sich am Tagebuch.
Broomes Geschichte beginnt 1861 mit der Entdeckung der grossen Perlaustern (Pinctada Maxima) welche um Broome gedeihen. Die Bewohner damals, wahren Schaffarmer, die schnell herausfanden, dass mit den Perlmuscheln groesserer Gewinn zu machen war. Gutes Geld wurde bezahlt um aus den glaenzenden Muscheln Knoepfe, Haarspangen, Ornamente und anderes mehr herzustellen. Jede gefundene Perle war ein willkommender Bonus. Die Industrialisierung begann und junge Aboriginals wurden als Freitaucher benutzt um die Muscheln aus bis zu 13 Metern Tiefe zu bergen.
Kurz vor der Jahrhundertwende begann mit der Einfuehrung der Tauchglocke eine neue Aera. Broome wurde multikulturell, von den japanischen Tauchern, ueber Malaysische Schiffcrews und chinesischen Ladenbesitzern. 1900 – 1914 gelten als das goldene Zeitalter. Der schwarzeste Tag fuer die Stadt war der 3 Maerz 1942, als 10japanische Bomber die 16 Flugzeugtraeger und sieben Flugzeuge am Flugfeld zerbomten.
Waehrend den 1970igern Jahren verloren die Kupferhelm- Tauschausruestung an Bedeutung, denn die moderne Taucherausruestung kam auf den Markt. Junge australische Taucher uebernahmen die Rolle der Japaner und um 1980 war jeder der älten “luggers“ pensioniert. Gleichzeitig kam seine neue Industry nach Broome –Tourismus. Broome bekam ein neues Gesicht, Hotels, Resorts und Restaurants wurden gebaut.



Sonntag 06.05.2007


Geburtstag hin oder her, Sonja beginnt schon frueh mit Waesche waschen. Um 8 Uhr zeigt das Thermometer im Haeuschen bereits 30°. Im Verlauf des Morgens wird Werkzeug, Motorrad und sonstiges verstaut. Die Hollaender verabschieden sich und fahren suedlich weiter.
Am Mittag kommen Susi, Manni, Doro und Jupp zu uns, denn Michi hat Geburtstagskuchen zubereitet. Sogar Kerzchen gibt’s.
Im spaeteren Nachmittag fahren wir zum Cable Beach hinunter, denn der noerdliche Abschnitt ist fuer 4x4 Fahrzeugen offen. Zum Sonnenuntergang kommt die obligate Karamelkaravane und das Segelschiff. Als es dunkel ist, verlassen wir den Sandstrand, gehen aber im open air Restaurant mit Blick auf’s Meer was feines essen. So richtig wie man das in Ferien am Meer tut.



Montag 07.05.2007


Es herrscht allgemeine Aufbruchstimmung. Doro und Jupp, Susi und Mani und wir haben ein Tagesziel: Derby, das Tor zu den Kimberleys. Nach dem Einkauf und dem Auftanken fahren wir zum Treffpunkt, dem Coles Supermarkt. Auf den letzten Metern hoeren wir ein flatterndes Geraeusch, das sich im Stillstand als Luft die zischend aus dem Reifen tritt, herausstellt. Wieder vorne links, da wo durch das Loch bereits einmal eintretender Schmutz den Schlauch aufgeschabt hatte.
Den Reifenwechsel wollen wir doch nicht gerade vor dem Supermarkt durchfuehren und parken auf dem leeren Platz bei der Touristeninfo. Alles hat einen Sinn; heisst es ja so schoen! Denn nur weil Moeckli umgeparkt wurde, haben Cordula und Jochen ihn gesehen. Die 2 Deutschen sind bereits ueber 4 Jahre mit einem Landrover, Aufbau und Anhaenger unterwegs. Waehrend unseren Reisevorbereitungen hatten wir per Internet ihre Reise genauestens verfolgt. Kuerzlich hatten wir zwar e-Mailkontakt und wussten, dass sie in der Naehe sind, haetten sie aber niemals in Broome vermutet. In bruetender Mittagshitze stehen wir zu acht um Moeckli herum, quatschen und reparieren den platten Reifen. Jeder fasst ein bischen mit an. Oefters mal was neues.
Waehrend Doro und Jupp schon mal losfahren, gehen wir anderen erst mal ins Cafe auf ein kuehlendes Getraenk. An Gespraechsstoff mangelt es nicht. Trotz der Verzoegerung, entscheiden wir uns abzufahren. Man verspricht, sich irgendwo wiederzutreffen.
Den kommenden Streckenabschnitt kenn wir ja schon. Mittlerweile ist das hohe Gras trocken und goldfarben geworden, das ist der einzige Unterschied. Durch’s offene Fenster wehen verschiedenste Duefte herein wie, suesser Bluetenduft, warmes Wasser, Waerme und wenn ein Viehlastwagen vorbeizischt stinkt’s nach Kuhmist.
Etwa auf halber Strecke halten wir bei einem Rastplatz an. Hier kann man gut ueber Nacht bleiben. Das Mueckennetz wird aufgehaengt und zu viert passen wir gerade drunter. Im Dunkeln kriegt Susi einen Schreck, als eine handballgrosse Spinne am Netz hochklettert. Es ist eine harmlose Spinne und nachdem sie von uns eingehend angeleuchtet und beobachtet wird, nimmt sie reissaus.



Dienstag 08.05.2007


Nach ein paar Stunden Fahrt erreichen wir Derby. Kurz vor dem Staedtchen sehen wir uns den Gefaengnisbaum an. Das ist ein riesiger Baobab mit einem Umfang von 14 Metern. Der Baum ist in der Mitte hohl. Durch eine schmale Oeffnung wurden frueher Gefangene in den Baum gesteckt und mit einem Gitter verschlossen.
Derby selber finden wir nicht sehr berauschend, auf uns scheint sie wie eine verschlafene Kleinstadt die etwas ausgestorben wirkt. Ob die Rinder der umliegenden Farmen immer noch von hier aus verschifft werden, wissen wir nicht.
Mani und Sonja probieren ihr Fischglueck beim Hafenpier. Derby ist fuer seine extremen Gezeiten bekannt, um die 11 Meter macht der Unterschied zwischen Ebbe und Flut aus. Bei Ebbe verschwindet das Meer gaenzlich, hinterlaesst einen schlammigen Boden und die Boote auf dem trockenen. Wir befinden uns nun etwa 2 Std. vor der vollen Flut am Pier. Mit starker Stroemung driftet Wasser in die Hafenbucht. Wegen des Schlammes, ist es leider eine braune Bruehe. Da finden die Fische den Koeder ja gar nicht! Manfred’s Koeder wird irgendwann abgefressen, ohne dass er etwas bemerkt. Auch Sonja hat kein Glueck. Dafuer entdecken wir einen Kopf, der immer wieder aus dem Wasser guckt. Vermutlich ist das ein Schlammspringer.



Mittwoch 09.05.2007


Etwas Wind kam auf in dieser Nacht und hat das Thermometer bis auf trockene 27° abgekuehlt. Was fuer eine Erleichterung zum schlafen!
Ein netter Typ vom Camping hat uns geraten eine Fahrbewilligung fuer den letzten Teil der geplanten Strecke einzuholen, da diese fuer Fahrzeuge ueber 5 Tonnen noch geschlossen ist. Die zustaendige Dame von der Behoerde ist supernett. Sie moechten nur sicher gehen, dass Leute mit genuegend Offroaderfahrung unterwegs sind. Die Bewilligung erhalten wir ohne Probleme. Wir erfahren auch, dass gestern Doro und Jupp bereits ein Permit geholt haetten. Die Strasse zu einer der Attraktionen habe sogar eine 3 Tonnen Limite. Diese werde aber von der Gemeinde selber unterhalten, wir sollten doch da mal vorbei.
Das Maedchen an der Rezeption ist etwas ueberfordert, als Sonja ihr Begehren vortraegt. Auch die aelteren Kolleginnen sind ratlos, koennen nur auf eine ranghoehere Person hinweisen. Auch fuer den Chef scheint unsere Anfrage nicht gerade zum Tagesgeschaeft zu gehoeren. Niemand will so recht eine Entscheidung faellen - scheint weltweit so ueblich bei Staatsangestellten! Das Erstellen eines Permits dauert dann auch ziemlich lange, dafuer kriegen wir ein teures Papier mit einem farbig eingedruckten Emblem. Waehrenddessen hat sich Michi mit Aborigines unterhalten und erfahren, welches die richtige Methode zum grillieren von Buschhuhn und Schildkroete sei.
Susi und Mani warten schon lange auf uns, bis wir dann endlich aus Derby fahren koennen. Die beruehmt beruechtigte Gibb River Road nehmen wir nun in Angriff.
Als erstes fahren wir zur Windjana Schlucht. Vor 350 Millionen Jahren lag dieses Gebiet unter einem tropischen Meer, darin entstand ein riesieges Korallenreef, 1000 km lang und ueber 20 km breit. Als das Meer zurueckging, hat sich der Lennardfluss durch das Gestein gegraben und ueber die Zeit die Schlucht geformt, wie wir sie heute sehen.
Eine schwarze, zerklueftete Wand erhebt sich vor trockenem Grasland. Ein schmaler Spalt im Felsen dient als Eingang. Man meint in eine andere Welt zu treten. Erinnert uns die verschlungene Vegetation und die kuehle und feuchte Luft an einen Regenwald. Rechter Hand laufen wir auf einer grossen Sandbank, links liegt der Fluss und grenzt an die andere Schluchtwand.
Suesswasserkrokodile nennen das ihr Zuhause und wir sehen gleich ein paar. Besonders die jungen, nur gerade einen knappen Meter lang, sehen lustig aus, wie sie sich im Wasser haengen lassen, alle Viere von sich gestreckt. Diese Spezies ist sehr scheu und haelt Abstand zu Menschen. Soweit bekannt, beissen sie einen nur, wenn man auf sie drauf tritt.
Auf der nahen Campingwiese treffen wir auf Doro und Jupp. So stehen also die zwei grossen und der kleine Jeep wiedermal zusammen.



Donnerstag 10.05.2007


Wir haben es nicht eilig, Sonja geht am Morgen nochmals in die Schlucht und hofft, dass sich die Krokodile besser zeigen. Susi und Mani fahren bereits zur naechsten Attraktion und Doro und Jupp bewandern die Schlucht. Jedes Paar geht so mit seinem Tempo weiter.
Tunnel Creek besteht ebenfalls aus dem uralten Korallengestein. An dieser Stelle hat sich ein Bach unterirdisch durchgefressen und einen 3 bis 12 Meter hohen und bis 15 Meter breiten Tunnel entstehen lassen. Bald schon reicht das Licht des Eingangs nicht mehr aus und wir brauchen den Schein der Taschenlampe um den Weg ueber Steine und knietiefes Wasser zu finden. Auf halbem Weg bricht Licht durch das grosse Loch in der Decke herein. Wurzeln die nach Wasser suchen, haengen hier von der Decke und den Waenden herab. Danach tauchen wir wieder ab ins Dunkle. Crevetten koennen wir im Lichtschein erkennen. Dann erreichen wir das Ende des Tunnels und ein huebsches Tal mit Wasser und steinigen Waenden. Dort treffen wir auf einen riesigen Waran. Der ist sicher ueber einen Meter lang. Er laesst sich von uns beobachten und fotografieren, doch wenn wir zu nahe an ihn herantreten, dann faucht er bedrohlich. Ein herrliches Tier!
Wir treffen eine junge Schweizer Familie und unterhalten uns eine Weile. Nach einem Mittagsimbiss fahren wir weiter. Bald wird es huegelig, Gebirgszuege links und rechts, die Strasse fuehrt huegel auf-und hinab. Einmal befinden wir uns sage und schreibe ueber 500 M.ue.M. Vor dem Eindunkeln finden wir ein kleines Plaetzchen nahe der Strasse, auf einer Wiese wo wir uns hinstellen. Verkehr gibt’s keinen mehr ueber Nacht und auch die Temperatur wird angenehm, was uns bestimmt einen tiefen Schlaf beschehren wird.



Freitag 11.05.2007


Den Camping der Bell’s Schlucht erreichen wir so um 10 Uhr. Doro, Jupp, sowie Susi und Mani haben hier die letzte Nacht verbracht. Bevor sie alle weiterziehen halten wir noch einen Schwatz.
Kurz vor der Schlucht halten wir an und machen eine ausgedehnte Mittagspause, denn wir wollen erst Mitte Nachmittags zum Wasserfall, um in den Genuss des warmen Abendlichtes zu kommen. Der Weg schlaengelt sich eng durch hochgewachsenes Gras, ueber Baeche und an Palmen vorbei. Dann erreicht man ein Plateau mit schoenen Wasserpools. Von hier fliesst das Wasser ueber einen Felsvorsprung als tosender und breiter Wasserfall in ein tiefer gelegenes Wasserbecken. Ueber Stock und Stein wandernd, erreicht man dieses untere Pool wo wir gleich mal in die Fluten springen und zum Wasserfall hinschwimmen. Krokodile befinden sich nicht so weit Flussaufwaerts, man kann also beruhigt baden. Es halten sich einige Besucher fuer eine Weile hier auf, es ist ja auch ein schoenes Fleckchen Erde.
Kurz vor dem Sonnenuntergang verlassen wir die Schlucht und fahren zur Hauptstrasse zurueck. Einige Kilometer retour, hatten wir auf einem Plateau einen grossen Parkplatz gesehen, von wo aus man das ganze Tal und die hohen Huegel ueberblicken kann. Dort uebernachten wir. Ein Australier mit Hund, hat sich bereits eingerichtet und freut sich ueber Besuch.



Samstag 12.05.2006


Da gestern die Lenkung staendig geknirscht hat, versucht Michi das Lenkspiel nachzustellen. Das Resultat ist nicht perfekt.
Nach kurzer Fahrt biegen wir suedlich zum Mornington Wildlife Sanctuary ab. Das Australische Wildtier Conservatorium (AWC) ist eine unabhaengige non-profit Organisation, die Laendereien aufgekauft haben um die dort ansaessige Fauna und Flora zu schuetzen und erhalten. Hier in den Kimberleys sind es 350'000 ha, die von Rindern befreit und nun im Sinne der Natur verwaltet werden.
Bereits das erste Teilstueck der Strasse, das noch durch eine Rinderfarm fuehrt, gefaellt uns gut. Immer wieder stehen imposante oder einfach nur speziell geformte Baobab Baeume im Gras. Im spaeten Nachmittag erreichen wir das Sanctuary. Die Hauptattraktionen sind zwischen 14 und 24 km entfernt. Zu weit um diese noch in Angriff zu nehmen, so geniessen wir ein fruehes Abendessen und beobachten die Finken, die nahe am Boden Samen picken und die laut kreischenden Kakadus. Beim Eindunkeln raschelt es staendig irgendwo, wir sehen jedoch nur kleine Spinnen, deren Augen im Licht wie kleine Diamanten glitzern und Fledermaeuse die blitzschnell Insekten jagen.



Sonntag 13.05.2007


Kurz vor 7 Uhr fahren wir los. Als erstes waehlen wir den Pfad zur Diamond Gorge. Eine Fahrt ins Gruene solls werden, entpuppt sich dabei aber als Haertetest fuer Material und unsere Nerven. Denn eine Umleitung fuehrt uns im Slalom um Baeume, im S durch Baeche, auf und ab, Baeume haengen oefters tief und grosse Steinbrocken bringen Moeckli zum stoenen, und nicht nur ihn. 28 km koennen so unendlich lange werden.
Bergzuege in weiter Ferne, aber auch ganz nah. Hohes Gras bedeckt Ebenen und Erhebungen. Baeume und Buesche stehen meist einzeln da, ausser bei Bachlaeufen, waechst und gedeiht alles bis zum Dickicht. Verschiedene Tauben halten sich oft auf dem Weg auf. Ein paar Stelzenvoegel zeigen kaum Scheu, sondern laufen in ihrer typischen, etwas arrogant wirkenden Art betont langsam vor uns davon. An einer Stelle halten sich Kuehe auf, wohl welche bei der letzten Musterung davongekommen sind.
Bei der Diamond Gorge fliesst der Fitzroy Fluss in eine Schlucht hinein. Davor gibt es ein grosses Wasserbecken, wo wir gut schwimmen koennen. Nur bei einer engen Stelle fliesst der Fluss mit deutlicher Stroemung, ansonsten scheint das Wasser traege dahinzugleiten.
Da der selbe Weg als Rueckfahrt zu nehmen ist, verweilen wir nicht allzulange. Mit Geduld und vorsichtiger Fahrweise, zockeln wir zurueck.
Vor dem Camp biegen wir nach rechts zur Sir John Gorge ab. Bis auf ein sehr steiniges Bachbett und ein paar grobe Abschnitte ist dieser Weg recht gut befahrbar. Wohlverstanden, wir reden hier von einem Weg, nicht breiter als ein Fahrzeug und in schlechterem Zustand als ein Feldweg in der Schweiz. Fuer die 14 km benoetigen wir knapp 1 Std. Hier ist der Fluss beidseits von glatten Felsen umrahmt, die sich Flussaufwaerts zu einer hohen Schlucht auftuermen. Wir gehen erst mal eine runde schwimmen. Dabei erschrecken wir einen Wasserwaran, der sogleich abtaucht und erst viel spaeter wieder den Kopf herausstreckt. Zurueck beim TCM, kochen wir eine richtige Mahlzeit. Dann ist 4 Uhr, also bald richtig gutes Licht zum Fotografieren. Sonja hockt sich geduldig vor eine Pfuetze hin und kriegt tatsaechlich ein paar weiss-schwarz gezeichnete Finken vor die Linse, sowie einen Habicht. Das Panorama, dass sich uns nun bietet ist fantastisch. Auf der topfebenen Wasserobereflaeche spiegeln sich die rotbraunen Felsen, die mit gruen ueberzogenen Huegel und die Schaefchenwolken vom Himmel. Das Sonnenlicht taucht alles in warme Farbtoene, es ist still, wir sind die einzigen – ein wunderschoener Moment.
Nun heisst es schnell zurueckfahren, wenn wir das Restlicht des Tages nuetzen wollen, denn sobald die Sonne hinter dem Gebirge verschwunden ist, wird es schnell dunkel. Zweimal sitzt ein Vogel auf der Strasse und fliegt im letzten Moment davon. Im Scheinwerferlicht koennen wir sie kaum erkennen, es koennten Eulen gewesen sein. Etwa um 6 Uhr kommen wir im Camp an. Ein kuehles Getraenk goennen wir uns, dann ab in die Dusche und schon sind wir reif fuer’s Bett.



Montag 14.05.2007


Nun springen wir bei Sonnenaufgang nicht mehr gleich aus dem Bett, sondern raeckeln uns wohlig in den Decken, die man dank angenehmen Temperaturen wieder benutzen kann. Die Rueckfahrt bis zur Gibb River Road duenkt uns laenger als beim herfahren. Sonja faehrt ein langes Stueck, so muss Michi zur Abwechslung mal aussteigen und die Kuhgatter oeffnen und schliessen. 4 sind es auf dieser Strecke.
Etwas spaet halten wir fuer den Mittagshalt auf dem Parkplatz der Galvan Gorge. Nach einem feinen Pastagericht spazieren wir den Kilometer zum Wasserfall. Zuerst geht’s durch lichten Wald an einer Felswand vorbei. Da, ein Bach gurgelt uns entgegen der sich rasch verjuengt und seine Quelle preisgibt: einen grossen Wasserpool der sich am Ende des Schluechtleins befindet. Ein huebscher Wasserfall an der Steilwand bringt plaetschernd Nachschub. Das ganze liegt bereits im Schatten, und das Wasser kuehlt unsere uebrhitzten Koerper ab. Bei unserer Ankunft hat Michi einen grossen Fisch gesehen, der sich aber sofort in den tieferen Teil des Beckens gefluechtet hat. Kleinere tummeln sich nun furchtlos zwischen seinen Beinen. Das Wasser ist so klar, dass man bis auf einen Meter tief den steinigen Grund klar sehen kann.
Auf dem Rueckweg erschrickt Michi heftig, als sich ein ueber 1 Meter langer Waran nur einen Schritt von ihm entfernt, bewegt. Das grosse Tier ist gesprenkelt, etwas weisslich, gelb und gruenlich, auf diese Weise ist er zwischen den Graesern und Bueschen unsichtbar. Wir beobachten uns gegenseitig, er wohl eher misstrauisch, wir bewundernd. Ein schoenes Tier, gross und wohlgenaehrt duenkt es uns. Als wir an ihm vorbeigehen stellt er seinen Hals und droht, so leicht laesst er sich naemlich nicht einschuechtern.
Es geht doch schon bald wieder dem Sonnenuntergang entgegen. Kurz vor fuenf erreichen wir das Mt. Barnett Roadhouse. 7 km dahinter gibt es eine Gorge wo man campen darf. Zig Leute haben sich dort bereits eingerichtet, es gibt Toiletten und Duschen.



Dienstag 15.05.2007


Nach dem Fruehstueck nehmen wir die 3 Kilometer Marsch zum Manning Wasserfall in Angriff. Gleich am Anfang gilt es, das teils tiefe Wasserbecken beim Campingplatz zu durchqueren. Kamera, Schuhe und Shirt platzieren wir, in die dafuer bereitgestellten Styroporbehaelter. Die Wassertemperatur bezeichnen wir als frisch und das Abtauchen darin als kalte Morgendusche. Nass und erfrischt erreichen wir das andere Ufer. Unsere Habseligkeiten blieben schoen trocken.
In dem Gewirr von Felsbrocken, lichtem Buschwerk und hohem Gras suchen wir nach dem Pfad. Von Kuehen gelegte Trampelpfade erleichtern die Suche nicht wirklich. Ah da, ein Wanderzeichen ward gesichtet. Wir sind also gerettet. Nach etwa einer Stunde ist das Ziel erreicht. Wasser fliesst in grossen Mengen und breit gefaechert ueber schwarzen Fels in einen riesigen Pool. Wow! Schnell springen wir ins dunkle Nass. Unter dem Wasserfall durchzuschwimmen, gehoert zu Michi’s Lieblingsbeschaeftigung. Bei kleineren Faellchen kriegt man sogar eine kraeftige Kopf- und Koerpermassage. Zwei Familien sind auch noch eingetroffen und kraxeln um dem Wasserfall herum.
Bei genauer Betrachtung der Vegetation, entdeckt man eine grosse Anzahl an Blumen und Blueten. Auf den ersten Blick meint man nur trockene Graeser, Buesche und Baeume zu sehen. Doch trotz dem steinigem und sandigem Untergrund, wachsen weisslila farbene Bluehten, aehnlich unserem Klee. An den einen Meterhohen Bueschen leuchten runde, gelbe Blumen, auch rote langkelchige Blueten bedeuten Nahrung fuer Voegel und Insekten. Einige der Eukalyptusarten leuchten orangenrot waehrend ihrer Bluetezeit.
Nach diesem netten Ausflug, geniessen wir eine heisse Dusche und fahren die 7 km zum Roadhouse zurueck. Ein paar Liter Diesel als Reserve wird getankt. Dann warten wir bis eine Maschinenladung voll Kleider gewaschen sind. Wieder auf der Gibb River Strasse, stellen wir bestuertzt fest, dass die Qualitaet der Strasse rapide abnimmt. Wir befinden uns in einem anderen Gemeindebezirk und die haben wohl erst angefangen die Strasse zu reparieren.
Nach 30 km erreichen wir die Abzweigung zur Mt. Barnett Gorge und nach wenigen Kilometern gehoppel, einen geeigneten Platz naehe eines Baches.



Mittwoch 16.05.2007


Halben Tag Arbeit, halben Tag relaxen ist angesagt. Michi schraubt, zieht an und bohrt, waehrend Sonja loecher in den Mueckennetzen flickt, schreibt und Brot baeckt. Immer mehr Wolken kommen auf. Tatsaechlich beginnt es am Abend zu regnen, was zu dieser Jahreszeit doch nicht ganz ueblich ist.



Donnerstag 17.05.2007


Ziemlich stetig hat’s waehrend der Nacht geprasselt. Die oberste Schicht der Dreckstrasse hat sich in Matsch verwandelt, deshalb fahren wir heute nirgendwohin. Feiner Nieselregen haelt beinahe den ganzen Tag an. Ein Deutscher und ein oesterreichisches Paar hatten weiter Flussaufwaerts uebernachtet. Beim Versuch herauszufahren muessen sie sich gegenseitig herausziehen. Bei uns legen sie einen Halt ein und entschliessen sich dann diese Nacht hier zu warten.
Es stellt sich heraus, dass beides Fotografen sind und gerne reisen. Genuegend Gespraechsstoff um angeregte Stunden gemeinsam zu verbringen. Unser Sonnendach funktioniert auch bei Regen und beschehrt uns allen ein trockenes Plaetzchen.



Freitag 18.05.2007


Die Oesterreicher fahren am Morgen ab, muessen sie das Auto in 2 Wochen in Perth abgegeben und sind in Zeitnot. Die neu gefahrenen Spuren sind immer noch voll Wasser. Wir anderen warten heute auch noch. Rausfahren koennten wir bestimmt, doch die Gibb River Road wird kaum toll zu fahren sein.
Weit laufen mag man nicht, da die Schuhe allzuschnell im Matsch kleben bleiben. Gerade mal zu den Nachbarn pilgern wir auf einen Schwatz. Ingo und Sonja fachsimpeln ueber das Fotografieren und Michi kommt zu seinem Nachmittagsschlaf. Der Regen hat auch Abkuehlung gebracht. Lange Hosen und Hemd ist angesagt.



Samstag 19.05.2007


Genug gewartet, heute brechen wir unser Lager ab. Dadurch, dass gestern Nachmittag einige Fahrzeuge hergefahren sind, gibt es ziemlich viele Schlammspuren. Trotzdem kommen wir sehr gut durch, da meist nur die oberen 10 – 20 cms sumpfig geworden sind, die Bodenbeschaffenheit darunter ist hart. Die Gibb River Strasse ist an vielen Stellen stark verfurcht. Gewisse Stellen sind bereits wieder trocken, andere noch nass und weich. Es wurde uns berichtet, dass es in der ganzen Kimberleyregion Niederschlag gab, meist nur so zwischen 0,4 – 1 cm. Wir hatten das grosse Los gezogen, da wo wir uns befanden gab’s ganze 2,4 cm!
Da, eine Echse auf der Strasse. Wir halten und steigen aus. Es ist ein Blauzungenskink. Die kurzen wurstfoermigen Tierchen sind behaebig, nur nicht Bewegen, ist seine Ueberlebenstechnik. Das ist super um Fotos zu schiessen, jedoch schlecht fuer’s Ueberleben auf einer Strasse. Wir aergern ihn etwas, so dass er uns die blaue Zunge herausstreckt. Dabei ist er ganz schnell, viel zu schnell fuer die Digitalkamera. So, nun verlegen wir ihn von der Fahrbahn ins Gebuesch, damit er noch viele Tage erleben kann.
Am Nachmittag erreichen wir Ellenbrae Station. Einem wohlhabenden Melbourner gehoert diese Rinderfarm. Die paar Rinder fressen das Gras und nur 1 mal im Jahr werden Stockmen angeheuert um die Tiere zusammenzutreiben und zu trennen. Einige fuer den Fleischmarkt, andere fuer die Zucht.
Ein nettes, in die Jahre gekommenes Ehepaar umsorgt das huebsche Anwesen und betreut die Gaeste. 2 Bungalows und Campingplaetze gibt es. Das Hauptgebaeude ist an drei Seiten offen und gibt den Blick frei auf die vielfarbigen Blumen und Baeumen, den gepflegten Rasen und den vielen Voegeln die im Wasserbad plantschen, Kernen picken oder von Baum zu Baum fliegen. Als Spezialitaet kann man wohl das Badezimmer des Hauses bezeichnen. 2 ½ Seiten sind aus Steinen gemauert, der Rest ist offen. Sitzt man also in der Badewanne, blickt man direkt in den Schoss von Mutter Natur. Bei der Dusche rankt sich ein schoenes Efeugewaechs an der Steinwand empor. Richtig romantisch!
Bei der Campingarea lernen wir die Schweizer Therese und Mario kennen. Sie sind im gemieteten 4x4 Fahrzeug unterwegs. Gestern hatten sie 3 platte Reifen, konnten nur noch mit Ausleihreifen des Verwalters bis hierher fahren. Morgen sollen Nachbaren, Ersatz aus Kununurra mitbringen. Mario entfacht ein riesiges Feuer und wir setzen uns hinzu.



Sonntag 20.05.2007


Wie bereits oefters, auf der Gibb River Strasse, muessen Baeche und Fluesse durchquert werden. Heute gelangen wir zum Durack River. Dieser ist so um die 70 Meter breit und etwa 60 cm tief. Das Flussbett ist mit groben Steinen ausgelegt. Michi faehrt langsam, trotzdem ruettelt der Wohnaufbau ziemlich hin und her.
Spaeter bei einem Baechlein, entdecken wir einen Wasserwaran. Dieses Exemplar laesst sich ueberhaupt nicht aus der Ruhe bringen als Sonja ihm folgt um es zu fotografieren.
Im spaeten Nachmittag erreichen wir das Ende der Gibb River Road und somit den geteerten Highway. Nach etwa 60 km suedwaerts, halten wir fuer die Nacht auf einer 24 Std. Restarea an.



Montag 21.05.2007


Waehrend 100 km fuehrt uns der Highway durch Gebiergszuege. Von der Abzweigung zum Bungle Bungle Nationalpark her sind nur noch 4x4 Fahrzeuge erlaubt. Die Schotterpiste fuehrt durch huegeliges Gebiet, es geht auf und ab, durch Stock und Stein, resp. Bach und Kurve. Zuerst sehen wir einen Dingo allein, kurz darauf eine 3 kopepfige Familie, die im trockenen Bachbett liegen und Gaehnen. Ueberall ist das Gestein uebersaeht mit gruenen Buescheln (Spinifax) und duennen Baeumen. Wunderschoen.
Im Nationalpark selbst sieht man vom Campingplatz auf eine riesige Gebirgskette, die aber noch nicht die typischen runden Huegel aufweist, wofuer der Park beruehmt ist. Spaeter hoeren wir von weitem ein tiefes Motorbrummen, wenn das nicht zu dem gruenen 911 er gehoert. Tatsaechlich ist’s der gruene Mercedes und Susi und Mani mit ihrem Toyota hintendran.



Dienstag 22.05.2007


Wir fahren als erstes das Mini Palm Valley an, denn dieser Marsch ist 5 km lang und wandern moegen wir lieber am Vormittag. Bald geht es in ein schmales Tal hinein, wo einige duenne und lange Palmen wachsen. Ganz hinten im Tal gab es frueher die Mini Palmen, von denen jedoch nicht mehr viele vorhanden sind.
Als naechstes besuchen wir das Echidna Spalte. Hier laeuft man in eine immer enger werdende Schlucht hinein. Bald waechst gar nichts mehr, da kein Sonnenlicht hereinkommt. Nach ein paar Kletterpartien gelangen wir in eine Sackgasse. Da es nun Mittag ist, mag Sonnenlicht fuer einige Minuten die Felswaende erleuchten, dann wird es wieder dunkel. Wir treffen hier zwei australische Paare wieder, die bereits beim vorherigen Marsch unseren Weg gekreutzt haben. Sie sind alle sehr nett, gut gelaunt und gespraechig.
Beim suedlichen Campingplatz haben unsere deutschen Freunde bereits Platz reserviert.
Vom nahen Sonnenuntergangspunkt zeigt sich die suedliche Gebirgskette zuerst in gluehenden rotbraunen Toenen, danach zeigen sich rosarote und dunkelblaue Streifen am Himmel.



Mittwoch 23.05.2007


Die naechste, fuer Besucher zugaengige Strasse, fuehrt uns zu den runden Gesteinsformen, wie man sie aus Bildern und Fernsehen kennt. Das Sandgestein ist waehrend den letzten 360 Millionen Jahren entstanden und durch Erosionen und Wetter zu diesen kegelfoermig oder runden Huegeln entstanden. Ein kurzer Marsch durch so ein Bungle Bungle Tal bringt uns zur Cathedral Schlucht. Auch dies ist eine Sackgasse. Die steinerne Decke ist eine grosse, runde Oeffnung und direkt darunter liegt ein grosses untiefes Wasserbecken. Gesprochene Worte hallen nach und es herrscht eine kuehle aber angenehme, ja beinahe andaechtige Atmosphaere.
Es gibt nur den einen Zufahrtsweg in den Park, welcher ueber Huegel, auf und ab, durch kleine Fluesse und wunderschoenes Spinifaxland fuehrt. Wir nehmen uns die Zeit, auf halben Weg ein spaetes Mittagessen, resp. ein fruehes Abendessen einzunehmen. Mittlerweile neigt sich die Sonne schon sehr dem Horizont entgegen, was die Landschaft in noch schoenerem Licht erscheinen laesst. Ein Dingopaar tummelt sich nahe am Weg und laesst sich beobachten und fotografieren. Wallabies lugen hinter Bueschen hervor und Sittiche fliegen neben uns her. Zuguter Letzt zeigt sich der rosa Himmel nachdem Sonnenuntergang.
Zum Glueck erreichen wir die Teerstrasse bald und auch die nahe Restarea, wo Susi, Mani, Doro und Jupp bereits ein Lagerfeuer entfacht haben. Gleich beim Fluss unter Baeumen ist das ein netter Ort zum Uebernachten. Noch ziemlich lange sitzen wir alle ums Feuer und fuehren Gespraeche.



Donnerstag 24.05.2007


Unser aller Tagesziel heisst Kununurra. Wie immer sind wir die langsaemsten, halten am Mittag an und auch um einen seltsam geformten Baobab Baum zu bestaunen.
Im Staedtchen kaufen wir erst mal etwas frisches Obst und Gemuese, wobei uns die 4 Australier erneut ueber den Weg laufen. Wer verfolgt hier wohl wen? Der Camping, wo unsere Freunde sich einquartiert haben, ist schnell gefunden. Leider gibt es wegen eines Rohrbruchs kein laufendes Wasser, dabei hatten wir uns alle auf eine Dusche gefreut. Kommt Zeit kommt Rat, kommt die Dusche um neun Abends wieder in Betrieb. Bei Jupp und Doro herrscht Aufregung, da gerade eine defekte Tachoseite entdeckt wurde.



Freitag 25.05.2007


Die Maenner fachsimpeln und legen etwas Hand an bei einigen Unterhalts- und Reparaturarbeiten von Jupp’s Mercedes und dem Moped. Die zwei fahren spaeter am Tag noch weiter.
Bei uns ist Internet, Waesche waschen und das Entfernen der Tankabdeckung angesagt. Diese Eisenteile sind so oft gebrochen, dass Michi vom reparieren endgueltig die Nase voll hat. Mit Susi und Mani sitzen wir Abends, bei mittlerweile angenehmen Temperaturen draussen.



Samstag 26.05.2007


Unsere Freunde fahren heute auch weiter. Wir besuchen den lokalen Markt mit breitgefaechertem Angebot. Danach genehmigen wir uns einen Kaffee in dem neuen Buchladen mit Kafeteria. Es kann gemuetlich im Schatten gesessen und Zeitschriften gelesen werden. Das Organisieren von Moeckli’s Verschiffung aus Australien kommt auf uns zu. Per 10. August muss er aus dem Land raus. Die ersten Offerten sind weit hoeher als wir gerechnet haben, weitere Anfragen und Abklaerungen stehen also vor uns.
Zum Sonnenuntergang fahren wir zum Huegel am Stadtrand. Von hier aus ueberblickt man die weiten und flachen Landwirtschaftszonen und Zuckerrohrfeldern. Im Rahmen eines 2 woechigen Festivals, gibt es heute ein Konzert mit verschiedenen Aboriginal Musikern. Das Publikum ist gemischt. Die Kimberley Queen waere wohl die Hauptattraktion, ist jedoch verhindert. 2 Videoclips werden gezeigt. Die Dame ist eigentlich ein Herr, den Mund grellrot gestrichen und in farbigen Damenkleidern gesteckt, hat sie ein begeistertes Publikum. Die Countrymusik, teilweise mit Kindern, gefaellt uns gut. Die Juengeren Gruppen zum Schluss bringen uns dann doch zu stark heavy metal, so dass wir den Anlass verlassen.



Bildergallerie 20


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