Donnerstag 17.08. bis Samstag 16.09.2006


Nur ein Bruder von Michi war ueber unseren Besuch in der Schweiz informiert. Dementsprechend gross war die Ueberraschung, uns ploetzlich auf Schweizer Terrain zu sehen, besonders bei unseren Eltern und Familienmitgliedern. Einige glaubten wohl auch noch einen Tag spaeter, es sei ein Traum gewesen. Wunderschoen ist es, die liebe Familie wiederzusehen, und das Zusammensein geniessen zu koennen. Das liebe „Schweizerlaendli“ hat sich im saftig gruenen Kleid gezeigt. Sonne, weisse Berggipfel und das Gebimmel der Kuhglocken haben uns gleich die Seite unserer Heimat gezeigt, die wohl alle lieben.
An dieser Stelle danken wir nochmals Euch allen, Ihr, die uns diesen Besuch zu einem unvergesslichen und besonderen Ereignis gemacht haben. Danke!



Sonntag 17. bis Sonntag 24.09.2006


Von Alexandra, Yanik und Casey werden wir herzlich im Flughafen Perth empfangen. Auch der Rest der Schaub’s, Paul, Lucas und Beni heissen und in ihrem Haus willkommen. Der schnelle Wechsel zwischen den Laendern geht nicht einfach so an uns vorbei. Umso schoener ist es, gleich in eine Familie aufgenommen zu werden. Lucas, der Kleinste hat in den letzten Wochen enorme Fortschritte gemacht. Mittlerweile ist das Kriechen auf allen Vieren vergessen und er marschiert wacker auf zwei Beinen und freut sich sichtlich ueber die aufrechte Vortbewegungstechnik.
Diese Woche gibt es bei Familie Schaub einiges zu feiern: Alexandras und Caseys Geburtstag. Paul plant einige Ueberraschungen fuer seine Frau, doch ausgerechnet an diesem Tag beginnt er sich nicht so wohl zu fuehlen und verteilt seine Bakterien dem Besuch sowie auch an uns. Beide liegen wir ein bis zwei Tage im Bett und fuehlen uns immer noch nicht fit. Das Ende des Winters ist da und es heisst es haengen viele Viren in der Luft.
Am Flughafen Zuerich wollte man ja uns die Flugerlaubnis zuerst nicht geben. Neuerdings sind alle Visainformationen gleich online geschalten, und unser Visa sei nicht mehr gueltig, sagte der Computer. Wir waren doch sehr ueberrascht. Hatten wir uns doch vor ein paar Monaten bei einer Immigarationsmitarbeiterin ueber unser Visa erkundigt. Also mussten wir zuerst ein elektronisches Visa loesen um die Flugerlaubnis dann doch noch zu erhalten.
Waehrend Michi bei Spaeni’s Haus zu werke geht, holt sich Sonja die Formulare fuer eine Visaverlaengerung, da das elektr. Visa nur 3 Monate gueltig ist. Bei dem naechsten Besuch im Immigrationbuero, werden die Formulare geprueft. Wir muessen zuerst ein Roentgenbild der Brust machen lassen. Und dann wird unser Antrag von jemadem anderen Bearbeitet. Wir finden den Aufwand schon etwas uebertrieben und hoffen, dass das ganze schnell ueber die Buehne geht, denn wir wollen bald in den Norden losfahren.



Montag 24. bis Samstag 30.09.2006


Fuer Dienstag erhalten wir einen Termin zum roentgen. Zuerst im Buero vorsprechen, Formulare ausfuellen, Fotos werden gemacht, die Bezahlung darf nicht fehlen, dann gehts weiter zum Roentgenzentrum welches mehrere Kilometer entfernt liegt. Zum Glueck gibt es dort keine Wartezeiten. Die Bilder und die Auswertung werden dann direkt zur Immigration gesandt.
Am Donnerstag wird Michi’s Geburtstag gefeiert. Alexandra backt die gewuenschte Schwarzwaeldertorte mit einigem Aufwand. Sonja kuemmert sich derweil um das Filet im Teig mit bunter Salatschuessel. Das Geburtstagskind ist am Abend sehr ueberrascht, dass seine kulinarischen Wuensche erfuellt wurden. Besonders ueber den suessen Nachtisch, freut er sich sehr. Die Kinder koennen kaum warten und wollen unbedingt beim Geschenke auspacken mithelfen.
Lucas, dem kleinsten, geht es nicht so gut. Und am Freitag enschliesst sich Alex zum Artztbesuch. Er leidet an Bronchiaitis, woran nur Kleinkinder bis 2 Jaehrig erkranken koennen. Zum Glueck helfen die Medikamente rasch und nach ein paar Tagen ist er wieder der alte aufgeweckte, froehliche Knabe.



Sonntag 01. bis Sonntag 08.10.2006


Am Sonntag Mittag fahren wir nach Fremantle. Hier besuchen wir Freunde von uns. Dani und Andrea wohnen schon lange in Australien und sind seit 2 Jahren daran ein Haus hier zu bauen. Waehrend dieser Zeit wohnen sie in einem Mietreihenhaus. Es ist schoen, sie beide zur Abwechslung einmal in Australien zu treffen. Vor allem, dass Andrea wohlauf ist, sind wir froh. Denn sie musste kuerzlich einen Tumor am Kopf operieren lassen. Wir bummeln ein bischen durch das alternativ angehauchte und beruehmte Fremantle. Besuchen ihre nie enden wollende Baustelle und bleiben bei koestlichem Fondue Chinoise und gutem Wein sitzen.
Am naechsten Abend sind wir bei einer Cousine von Michi ( Vaterseits ) eingeladen. Dank unserem Besuch in der Schweiz hatten wir ihre Adresse erhalten. Und siehe da, sie wohnt sozusagen gleich um die Ecke von Familie Schaub. Rahel und Michi kennen sich noch gar nicht persoenlich. Dafuer aber ist Rahel immer noch sehr an der Familiengeschichte interessiert. Der australische Ehemann kann sich noch sehr gut an „sein“ erstes Moserfest erinnern, das dazumal in Schoenenberg abgehalten wurde. Und schon bald liegt die Mosersche Familienbibel auf dem Tisch.
Am Dienstag bleibt Michi hier und taetigt noch ein paar Reperaturen am TCM. Zu unserem „Glueck“ oder eher „Leid“ findet es eine defekte Wasserpumpe. Das Teil kann nicht mehr repariert werden und nach einigen Abklaerungen findet unser „Garagist“, der ex-Zuercher Rene, ein passendes Ersatzteil in Melbourne. Das Liefern soll eine Woche dauern. Also ist nichts mit unserer Abfahrt Ende dieser Woche.
Die Visageschichte geht auch laenger. Als Sonja am Dienstagmorgen bei der Immigration aufwartet, kriegt sie nur Michi’s Visa. Es heisst, ueber ihren Antrag ist noch nicht entschieden worden?! Dabei sind wir gegenseitig in unseren Antraegen erwaent. Beide sind wir ziemlich frustriert. Dafuer koennen wir am Donnerstag Babysitten. Alex und Paul koennen so ihren 10. Hochzeitstag richtig feiern, und gehen gross aus.
Am Wochenende gehen Paul und Beni mit Yanik und Casey in den Pool. Die beiden Jungs hatten ueber den Winter ihre Schwimmkenntnisse ein bischen verloren, doch nach zwei Pooldurchgaengen ist das Koennen zurueck.



Montag 09. bis Sonntag 15.10.2006


Diese Woche sind noch Schulferien. Yanik feiert am Mittwoch seinen 6. Geburtstag. Es gibt eine Party fuer seine Freunde zu Hause. Michi beendet seine Arbeit bei Spaenis und bereitet sich auf das Einbauen der Wasserpumpe vor. Doch diese wurde gar nicht abgeschickt! Nun soll sie sofort per Luftfracht gesendet werden. Ende Woche heisst es aber, sie wurde doch nicht per Luftfracht gesandt.
Auch die erneuten Telefonanrufe bei der Immigration sind erfolglos. Zweimal hiess es Sonja wuerde bald benachrichtigt werden?!
Am Sonntag machen wir alle einen Ausflug nach Fremantle. Da nicht alle auf Toeff und im Auto Platz haben, faehrt Paul per Rennrad die rund 30 Kilometer hin und zurueck. Auf dem Hinweg treffen wir ihn unterwegs an, ein plattes Rad hat ihn zum anhalten gezwungen.
In „Freo“ besuchen wir das Schiffswreck Museum. Hier ist einiges ueber die Geschichte der ersten Seefahrer auf dieser Seite von Australien zu erfahren. Ein Rest eines auf Grund gelaufenen Schiffes ist hier ausgestellt, sowie unzaehlige Gegenstaende aus frueherer Zeit. Yanik und Casey interessieren sich bereits sehr fuer diese Dinge, vor allem von den Kanonen sind sie beeindruckt.



Montag 16. bis Freitag 20.10.2006


Das Bestellen einer Wasserpumpe in Australien entwickelt sich zu einer langen Geschichte; mal kann sie nirgens lokalisiert werden, dann soll sie auf einem Gueterzug sein, der in Queensland entgleist ist, spaeter heisst es der Zug war auf seinem Weg nach Perth irgendwo im nirgendwo entgleist und man konnte kaum einen Lastwagen dorthin schicken. Ob wir diese Pumpe je noch zu Gesicht kriegen?
Nach einem erneuten Anruf bei der Immigration geht dann doch etwas. Am selben Tag am Abend erreicht uns der erloesende Anruf: Sonjas Visa ist bewilligt und liegt zur Abholung bereit.
Einmal in Perth, besucht Sonja auch den Botanischen Garten und den Kings Park welche auf einem Huegel gegenueber der Innenstadt gelegen sind. Hier sind viele einheimische Blumen zu sehen. Auch Voegel fliegen aufgeregt von Bluete zu Bluete oder den Spaziergaengern vor der Nase durch. Aus wunderschoenem Buschland besteht der Kings Park, durch das viele Wanderwege fuehren.
Steven und Marisya ( die wir im Roadhouse vom Anne Beadall Highway kennengelernt haben ) sind ein paar Tage in Perth. Da wir ja auch noch da sind, nutzen wir die Gelegenheit und treffen sie in Joondalup. Bei einem netten italienischen Restaurant sitzen wir gemuetlich zusammen und schwatzen ueber Gott und die Welt.



Samstag 21. und Sonntag 22.10.2006


Rene ruft tatsaechlich an. Unsere Wasserpumpe sei angekommen. Waehrend Michi diese holt und muehsamst versucht einzubauen, feiern wir anderen Paul und Beni’s Geburtstag. Mittags gehen wir im Hillarys Boats Harbour essen, wo wir auf Familie Spaeni stossen. Waehrend wir mit Beni am Abend auf die Kids aufpassen, laesst sich Paul von Alex ausfuehren. Die Boys sind heute auch ganz brav, essen schoen und lassen sich ohne Probleme ins Bett bringen. Beim eindunkeln hat es auch Michi fuer heute geschafft. Nach wiederholtem Mal, unter schwersten Bedingungen sitzt die Pumpe, scheinbar auch endlich wasserdicht.
Am Sonntag unternehmen wir eine Testfahrt zur Waschanlage. Leider spritzt noch immer Oel von irgendwo heraus. Mit der Hoechstbegrenzung bei 2.20 M werden wir gehindert eine der Waschanlagen zu benuetzen. So versucht Michi, das Oel von Hand etwas zu entfernen. Denn morgen wollen wir zum hiesigen Strassenverkehrsamt um die noetige Strassenpruefung zu machen, die man fuer die obligatorische Haftpflichtversicherung braucht.
Heute werden von Alex und Paul, Beni’s Geburtstagwuensche erfuellt. So kommen auch wir in den Genuss einer feinen Schwarzwaeldertorte, Roeschti, Bratwurst und Zwiebelsauce.



Montag 23.10.2006


Mitarbeiter von Western Australiens Behoerden erzehlen uns oft: W.A. ist ein anderes Land als der Rest von Australien. Gemeint sind die Gesetze, die oft von der meist ueblichen Form etwas abweichen. Und wir treffen sowieso meist mit unueblichen Forderungen, respektive Voraussetzungen ein. Hier eine kleine Geschichte dazu.
Morgens um 8.30 Uhr treffen wir beim Fahrzeugpruefungszenter in Warwick ein. Die Beamten sind doch etwas vor den Kopf gestossen, als wir mit unseren Ueberseevehikeln antreten. Man will die hier ueblichen Inspektionen vornehmen, bis dann Allen kommt, das Carnet de passage kennt, und relativiert. Trotzdem, hier in W.A. muessen sie die Sicherheit der Fahrzeuge pruefen, bevor sie uns die obligatorische Haftpflichtversicherung und Fahrbewilligung fuer die Strasse geben koennen. Mit austalischem Humor erklaert uns Allen den Test; sie wollen mit dem TCM auf die Fussgaenger losfahren und wenn die Bremsen gut sind und keiner ueberfahren wird, seien wir durch. Na bravo.
Wir reihen uns in die lange Warteschlange ein. Unsere Nervositaet steigt, steht und faellt unser Abreisedatum doch mit diesem Entscheid. Als wir nach 2 Stunden an der Reihe sind, scheinen alle Pruefer wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Einer kommt dann doch und will sich mal das Motorrad vornehmen, den Truck soll ein anderer machen. So weit so gut. Mr. Pruefer geht dann sogar auf eine Rundfahrt auf die Strasse, meint dann es sei ein tolles Bike, wetzt ab ins Buero und ward lange nicht mehr gesehen. Nach einer Ewigkeit bringt er einen Fakel und meint, wegen der fehlenden Blinker und nur einem Rueckspiegel koenne er den Test nicht als Bestanden durchgehen lassen. Er habe sich telefonisch erkundigt, es gaebe keinen anderen Weg, leider. Wir sind ganz und gar nicht zufrieden, doch was soll man da machen?
Mr. Pruefer, klein und freundlich, nimmt sich des TCM’s an. Hinter dem Kabaeuschen holt er einen riesigen Wagenheber hervor und stemmt erst mal den Moeckli in die Luft. So wird beim einen Vorderrad geprueft, ob die Bremse funktioniert?! Chassisnummer stimmt, alle Lichter funktionieren, also ueber die Grube fahren. Lehnkung, Bremsen etc. werden genau betrachtet. Schlussendlich wagt sich Mr. Klein und Freundlich hinters Steuerrad und faehrt mit Michi, als Beifahrer, auf eine Spritztour. Da kein Fussganeger ueberfahren wurde und sonst auch fast alles okay ist, hat Moeckli diesen Test bestanden. Na wenigsten etwas! Fuer die Haftpflichtversicherung jedoch, muessen wir diesen Fakel ins Lizenzzentrum nach Joondalup bringen und dort vorsprechen.
Bis wir dort eintreffen ist es etwa ein Uhr. Eine Toilette ist weit und breit nicht in Sicht und auch der Hunger laesst schon gruessen. Wir bleiben hart, schliesslich wollen wir es endlich hinter uns bringen. Erneut wird unser Anliegen gleich zum Lernprojekt. Es kommen eindeutig nicht genug Auslaender mit ihren Fahrzeugen hierher, finden wir. Die Damen ( 3 inklusive der Buerochefin ) sind sehr nett und befolgen Schritt fuer Schritt die Anleitungen im Handbuch. Das Computersystem ist aber ueberlastet, kann es doch keinen Haftpflichtschein ohne W.A.-Nummernschild bearbeiten und ausdrucken. Die Sachbearbeiterin ist etwa waehrend 40 Minuten telefonisch mit den Informatikern in Verbindung, versucht dies und das. Wir sind sehr geduldig, aber die Blase drueckt doch schon etwas eigenwillig und der Hunger macht sich allmaehlich laut bemerkbar. Nach etwa 1,5 Stunden ist es dann soweit, wir erhalten einen Aufkleber fuer die obligatorische Haftpflicht.
Im nahen Einkaufzentrum wird dann die Blase beruhigt und der Hunger gestillt. Und wen sehen wir denn da, Steven sitzt im Kaffee. Ein kurzer Schwatz muss sein, bevor wir zurueck fahren und beginnen unsere Sachen in den TCM zu raeumen.



Dienstag 24.10.2006


Nun heisst es Abschied nehmen von der Familie Schaub. Nur voruebergehend, denn vorraussichtlich sehen wir uns an Weihnachten wieder.
Die letzten Vorraete werden gekauft und Moeckli vollgetankt. Und dann sind wir on the road again! Herrlich! Als die Suburbs hinter uns liegen, fuehrt uns der Great Northern Highway durch huegeliges Weideland. Viele Baeume und das gruene hohe Gras zeigen diese Landschaft in idyllischem gruen.
In Bindi Bindi wechselt das Huegelland und geht in flaches ueber. Karge Buschwaelder wachsen hier neben vereinzelten trockenen Salzpfannen. Grosse Flaechen sind mittlerweile urbar gemacht worden und Weizen wird im grossen Stil angebaut. In Dalwallinu fahren wir fuer einen kurzen Halt ins Towncenter. Ein ordentlich gekleideter Mann spricht uns an. Graeme verkauft seit vielen Jahren Farmen. Er ist in dieser Gegend aufgewachsen, wohnt jetzt aber in Perth. Gerade mal ein knappes Jahr alt ist sein huebsches Wohnmobil. Ja frueher, da sei er noch mit dem Jeep und Zelt gereist und schon zeigt er uns Fotos von den Kimberleys, Broome und der Pilbara Region. Outback pur, Brot backen am offenen Feuer. Mittlerweile ist er aber 70zig und will den Komfort nicht mehr missen. Auch fuer seine Verkauftrips sei so ein Wohnmobil ideal. Er uebernachtet einfach in der Naehe eines Objektes und kann dann frueh am Morgen, ausgeruht und frisch gestriegelt zu den Terminen erscheinen.
Das naechste Provinzstaedtchen ist Wupin. Hier gibt es einen grossen Parkplatz fuer Lastwagenanhaenger. Denn ab hier sind die Roadtrains ( Lastwagen mit 3 Anhaenger bis zu einer Laenge von 53 Metern ) nordwaerts zugelassen. Hier werden die Ladungen und Haenger ausgetauscht.
Mittlerweile sind wir schon ziemlich muede und fahren ein paar Kilometer ausserhalb Wubins auf einen Rastplatz der etwas abseits der Strasse liegt. Die 270 Kilometer von heute, spueren wir merklich. Hier ist es bereits waermer als in Perth, und wir koennen am Abend ohne Jacken draussen sitzen. Wir geniessen die Stille, denn die Strasse ist kaum befahrbar. Ein paar Grillen zirpen. Allerdings gehen uns die elenden Fliegen auf den Kecks, die uns aber nicht davon abhalten bis in die Dunkelheit draussen zu bleiben.



Mittwoch 25.10.2006


Paynes Find erreichen wir nach 150 Kilometer. Der „Ort“ besteht jedoch nur aus einem Roadhouse, eine australische Raststaette mit Tankstelle und Imbissgelegenheit. Die aeltere Wirtin bedient uns mit Lockenwicklern und Plastikhaube im Haar, so was stoert hier niemanden...
Ab hier nehmen wir die Abkuerzung (220 km) ueber eine unbefestigte Strasse nach Sandstone. Die Strasse ist breit gepfluegt worden und sehr gut befahrbar. Links und rechts der Strasse waehre ein Durchkommen aber kaum moelich. Buesche und kleine Baeume stehen dicht an dicht, sogar zu Fuss braeuchte man eine Machete. Trotzdem ist es nicht Niemandsland, sondern gehoert zu einer Station auf der Rinder leben oder die mittlerweile von einer profiteifernden Minengesellschaft aufgekauft wurde.
Die Wildblumensaison fuer die W.A. so beruehmt ist, sei dieses Jahr durch den erst spaet eingesetzten Regen, ziemlich kaerglich ausgefallen. Wir haben Glueck und unser aufmerksames Auge kann die spaerlich gesaeten und meistens kleinen Blueten erkennen. In dieser, von braun und fadem gruen gepraegter Gegend ist es schoen, lila, gelbe, rosa und weisse Blueten anzutreffen. Ganz winzige rosa Bluemchen bilden teilweise sogar einen feinen farbigen Teppich zwischen den Bueschen. Und stellenweise geben sich die lila Foxtails ein Stelldichein, dann naemlich wachsen sie scharenweise in Meterhohen Bueschen.
Ploetzlich liegt eine Wasserpfuetze auf der Strasse. Nanu, wo kommt denn das her? Kurz darauf entdecken wir groessere Wasseransammlungen auch zwischen den Bueschen. Es muss also kuerzlich geregnet haben.
Die Goannas ( Warane ) sind sich hier wohl keine Autos gewoehnt. Alle paar Kilometer, watscheln welche ganz langsam, ueber die Strasse und wir muessen hoellisch aufpassen, dass wir sie nicht ueberfahren.
Da wir keine Lust haben im Dorf Sandstone zu uebernachten, fahren wir ausserhalb zur London Bridge ( eine natuerliche Bruecke im Steinfelsen ). Da dieser Platz nicht sehr gerade ist, fahren wir den Kilometer zur alten Brauerei zurueck. Hier hatte ein Irlaender 1907 angefangen Bier zu brauen. In das Felsengestein wurde ein grosses Loch gegraben um das Bier kuehlzustellen. Da die ersten Siedler staendig Picknicks bei der London Bridge abhielten, schien das der ideale Standort zu sein.
Den ganzen Tag schon, hat uns eine Gewitterfront verfolgt. Nun scheint sie uns endgueltig eingeholt zu haben. Spektakulaer bildet sich ein tief liegendes, dunkelblaues Wolkenband ueber dem gruenen Dach der Buesche, Blitze zucken grell und in rascher Folge, gefolgt vom bebenden Donnergrollen. Gerade als Sonja ihre Kamera aufstellt um dieses Ereignis festzuhalten, schickt das Gewitter boeige Sturmwinde mit Sand und Erde voraus. Die ersten Regentropfen fallen und wir eilen schnellends in unser Kabaeuschen. Das Schauspiel wollen wir uns aber nicht entgehen lassen. Aus der Fahrkabine haben wir einen guten Ueberblick, geschuetzt und im trockenen. Heftiger Regen geht nieder und bald laeuft das Wasser wie ein Sturzbach ueberall von „unserem“ Felsen auf die Dreckstrasse hinab. Innert Minuten schwellt diese zu einem braunen Bach an. Unglaublich, wie schnell das geht. Der Grund wird das steinige Sand-und Erdgemisch sein, welches das Wasser nicht so schnell aufnehmen kann.



Donnerstag 26.10.2006


Am naechsten Morgen sieht man kaum mehr ewas von dem gestrigen Wetterspektakel. Nur zwei Wasserpfuetzen bleiben auf der Dirtroad uebrig. Dafuer sind die beiden unbefestigten Strassen nach Wiluna geschlossen. So muessen wir halt den Umweg ueber die langweilige Teerstrasse auf uns nehmen.
Zwischenzeitlich haben wir uns wieder an den Reiserhytmus gewoent. Mahlzeiten nehmen wir nur nach Lust und Laune ein. Im Moment haben wir gar nicht so oft Hunger, was vermutlich an der Hitze und an der Schuesseler Entgiftungskur liegt.
Mitte Nachmittags treffen wir in Wiluna ein. Diese Kleinstadt ist das Tor zu der beruehmten Canning Stock Route ( CSR ). Bereits 1896 suchten zwei Expeditionen einen Verbindungsweg von Nord nach Sued fuer das Vieh. Dieser Versuch scheiterte und 9 Jahre spaeter lebte die Idee wieder auf. Die Rinder in den oestlichen Kimberleys waren von eingeschleppten tropischen Zecken befallen und durften nirgends hingebracht werden. Einige Leute kamen auf die Idee, dass die Zecken eine Wanderung durch die Wueste wohl nicht ueberleben wuerde und somit die Rinder nach so einem Viehtrieb zecken-und krankheitsfrei waeren. Mit Unterstuetzung der Regierung und vieler Rinderzuechter wurde Alfred W. Canning als Leiter dieser Forschungsreise eingesetzt. Am 29. Mai 1906 machte sich die 9koepfige Expedtition mit 23 Kamelen und 2 Pferden auf den Weg von Wiluna gen Norden. Am 1. Juli 1907 trafen sie, allerdings ohne den Brunnenbauer, wieder in Wiluna ein. Canning soll die Eingeborenen ziemlich brutal gezwungen haben die Wege zu Wasserloechern und Quellen zu zeigen. Als Rache haetten diese dann einen Mann getoetet.
Am 17. Maerz 1908 verliess Alfred Canning mit 35 Maennern, 70 Kamelen, 267 Ziegen, 4 Planwagen und mehreren Tonnen Material Wiluna um diese Viehtreiberoute anzulegen. Sehr schnell hatten die Leute jeweils einen Brunnen fertiggestellt, im Durchschnitt benoetigten sie gerade mal 8 Tage. Eine bemerkenswerte Leistung, wenn man bedenkt, dass Schaechte gebort und auszuheben waren, Holz gefaellt und Traenken angelegt werden mussten. Bei Brunnen 51 gingen ihnen die Vorraete aus. Canning ritt nach Halls Creek um Lebensmittel zu besorgen. Nach 15 harten Monaten erreichte dann das gesamte Team Halls Creek. 31 Brunnen hatten sie fertiggestellt, die restlichen 17 sollten auf dem Rueckweg errichtet werden. Wiederum war die Verpflegung falsch berechnet worden und Canning machte sich auf den Weg ins 800 km entfernte Wiluna. Sein Versorgungstreck jedoch war noch nicht eingetroffen, da dieser weiter suedlich stecken geblieben war. Er organisierte eine Sammelaktion unter den Einwohnern des Ortes und schickte das Zusammengetragene zu seinen Maennern. Anschliessend ritt er zu dem feststeckenden Versorgungszug und besorgte sich den noch fehlenden Proviant. Gemeinsam kehrten sie im April 1910, nach 2 Jahren, zurueck. Puh, da waren noch harte Zeiten, da sind wir direkt luxurioes unterwegs.
Das Shire Office ist noch geoeffnet . Hier fragen wir nach der aktuellen Situation der Strecke. Davon, dass schwere Fahrzeuge einen anderen Weg bis Well 5 zu fahren brauchen will hier niemand etwas wissen. Das sei nach den schweren Regenfaellen im Januar gewesen. Jetzt soll’s wieder gut sein. Im kleinen Campingplatz hinter dem Pub/Hotel, quartieren wir uns ein. Die Temperaturen erreichen schwuele Hoehen und auf die Dusche freuen wir uns sehr.
Viele haben hier ihre Wohnwagen fest installiert oder Barackenwagen aufgestellt. Sogar junge Familien mit Kleinkindern wohnen hier. Ein junger schwarzer, der frueher auf Rinderfarmen gearbeitet hat, ist nun in der nahen Aborigine Community angestellt. Er bewundert unser Moeckli und erzaehlt von seinem Traum, mit seiner Frau und dem Baby in einem Wohnbus an der Kueste entlang zu fahren...
Aufgehoert zu traeumen hat Paul, seit 40 Jahren lebt der 55jaehrige hier. Anfangs ist er mit grossen schweren Maschinen fuer Minengesellschaften oder zur Strassenausbesserung gefahren. Mittlerweile arbeitet er im Hotel. Was er genau da macht, haben wir nicht rausgefunden. Er koenne jedenfalls weder die neuen Telefone noch den Kassencomputer bedienen. Er erzaehlt von seiner Ex-Frau, zwei Soehnen die drogenabhaengig sind und einer Tochter die in einem Luxusrestaurant in Sydney kocht. Nur noch mit der Tochter hat er Kontakt und sie sei evt. gar nicht seine leibliche Tochter. Aber was solls, jetzt interessiert ihn das auch nicht mehr.
Der Beweis, dass wir uns der tropischen Region naehern, finden wir in der Toilette; nach dem spuelen strampeln kleine Froesche im Wasser umher und in der Nacht quakts aus allen Ecken.



Freitag 27.10.2006


Das Thermometer zeigt morgens um 7 Uhr 26° celsius.
Nochmals voll tanken, telefonische Standortdurchgabe an die Familie Schaub und los geht’s noerdlich aus Wiluna hinaus. 30 km weiter weist der Abzweiger darauf hin, dass die CSR ueber 1900 km lang und eine der abgelegensten 4x4 Strecken der Welt ist.
Well 2 ( Brunnen 2 ) hat ein grosses bis oben gefuelltes Wasserbecken. Die dazugehoerige Pumpe, die durch das 10 Meter hohe Windrand angetrieben wird, funktioniert laut knarzend.
Der Weg ist einspurig und fuehrt mal ueber steinigen, mal grobsandigen Untergrund. Ein paar Passagen werden eng, da grosse Mulgabuesche in den Weg wachsen. Ansonsten fahren wir durch grosse flache Flaechen die vor allem mit Spinifaxgras bewachsen sind. Eine grosse Ebene, vermutlich einige km2, ist kuerzlich abgebrannt. Der rotbraune Sand mit den uebriggebliebenen centimeter grossen abgebrannten Spinifaxbuescheln, wirkt nakt und peinlich entbloesst. Ab und an sind ein paar Meter wie durch ein Wunder verschont geblieben. Auch von den grossen Eukalyptusbaeumen stehen noch einige mit ihren gruenen Blaettern dran. Von diesen heilen Fleckchen aus, wird sich die Vegetation das Land wohl wieder zurueckerobern.
Mittagshalt legen wir bei Well 2a ein. Hier ist nur noch ein Wasserloch, von Steinen eingefasst, uebrig. Dafuer haben sich hier Wasserschildkroeten eingenistet. Wie kommen die bloss hier in die Wueste?
Well 3 ist von einem 4x4 Club restauriert worden. Hier kann man mit einem Eimer Wasser aus dem Brunnen holen. Die urspruengliche Strecke ist mit einem Schild: Privatweg, gesperrt. Die Wegweiser zeigen auf einen Weg der durch Land der Cunya Farm fuehren soll. Eine riesige Tafel verbietet das Verlassen des Weges, Uebernachtungen, Schiessen, Feuer machen, schwere Fahrzeuge etc. Ob Moeckli unter die Kategorie schwere Fahrzeuge geht, koennen wir nur vermuten. Bei unserer Anfrage bei der Gemeinde hatten wir ausdruecklich erwaehnt, dass wir ein schweres Fahrzeug haben, und die haben uns auf den Originaltrack geschickt. Der „alte“ Weg ist nun ja gesperrt, so bleibt uns nur dieser neue Weg.
Einige kleine und enge Bachbetts gilt es nun zu durchqueren. Der Untergrund ist hoechstens feucht vom vorangegangenen Regen. Moeckli meistert das aber ohne Probleme. Ploetzlich macht’s plopp! Die Vorderraeder stecken im Schlamm. Der gerade erdige Weg ist an der Oberflaeche nur einen Hauch duenkler in der Farbe, ansonsten sieht man ueberhaupt nicht, dass hier Schlamm lauert.
Der 1. Versuch vorwaerts rauszufahren scheitert und der 2. rueckwaerts auch ( haette wohl als 1. Versuch geklappt ). Schaufeln zur Hand und Schlamm abtragen bleibt uns da nur uebrig. Die Sandbleche nuetzen nicht lange, gehen sie doch rasch in der braunen Matsche unter. Die dunklen Wolken verheissen nichts gutes, der Tag neigt sich auch schon dem Ende zu, so schaufeln wir gleich nach jedem missglueckten Fahrversuch weiter und legen eifrig Steine unter die Raeder. Moeckli indessen, rutscht immer mehr links weg. Regen setzt ein. Wir werden nass und als das Tageslicht weicht muessen wir aufgeben. Sonja ist besorgt, doch Michi versichert, dass das Fahrzeug ueber Nacht nicht tiefer sinken wird.
Ziemlich schief ist unser Haeuschen und die Mahlzeit rutscht beinahe aus dem Plastikteller. Ins Bett legen wir uns andersrum. Unsere Mueskelchen schmerzen, wir sind todmuede und trotzdem muss der Schlaf von weit her geholt werden.



Samstag 28.10.2006


Der Tag erwacht frueh, so auch wir. Sobald drinnen wieder alles ruettelfest verzurrt ist, kann die Schufelei von vorne losgehen. Soviel Matsch wie moeglich muss zwischen den Raedern entfernt werden. In die Spurrinne legen wir dann all moeglichen Steine, die wir im Umkreis von 50 Metern finden und tragen koennen.
Bei den Rausfahrversuchen kommt Moeckli jeweils nur 1 bis 2 Meter weit um dann erneut festzusitzen. Ein Sandblech ist vollends verschollen, aber das andere koennen wir ausgraben und wieder verwenden, diesmal aber mit Steinunterlage, damit es nicht wieder versinkt. Etwa 1 Meter unter der Wegoberflaeche stossen wir auf eine harte Steinschicht. Das wird wohl der Grund sein, weshalb es hier so sumpfig ist, das Wasser kann nicht ausweichen.
Nach total 8 Stunden harter Arbeit ( gestern mitgezaehlt ) ist es geschafft! Moeckli kann ueberall greifen und schiesst wie ein Leichtgewicht auf den kommenden harten Untergrund. Uebrig bleiben metertiefe und etwa 30 Meter lange Furchen. Da wo einmal ein Weg war sieht’s nun aus wie nach einem Erdbeben, der Landbesitzer wird wohl nicht so erfreut sein.
Uns hingegen ist ein Stein vom Herz gefallen. Nichtsdestotrotz knien wir im Matsch und schaufeln weiter; auf der Suche nach dem vermissten Sandblech. Es muss doch hier irgendwo sein... Und siehe da, unsere Hartnaeckigkeit wird belohnt.
Weit wollen wir eigentlich nicht mehr fahren, nur einen guten Platz zum stehen wollten wir suchen...bis uns die naechste Kurve zum Halt zwingt. Eng, dunkle Erde, Wasserpfuetzen und ein naher Graben voller Wasser, lassen unsere Alarmglocken schrillen. Zu Fuss erkunden wir die Gegend. Ein breites sumpfiges Band zieht aber schoen quer dem Weg entlang. Der vermeintliche Durchgang ist auch nichts, noch vor dem Einsinken koennen wir halten und zuruecksetzen. Wir suchen weiter, doch es scheint kein durchkommen moeglich, immer wieder treffen wir auf sumpfige Passagen, sogar in der Gegenrichtung sehen wir auf Anhieb keine Passage. Wir sind erschoepft und ausgelaugt. Jetzt muessen wir erst mal pausieren. Die Wolken haben sich verzogen und in der Sonne haelt man es nicht mehr aus.
Nach einer waehrschaften Mahlzeit fuehlen wir uns viel Besser. Der Verstand kann wieder effizient arbeiten und die Muskelkraempfe haben nachgelassen. Was nun? Seit wir gestern auf die CSR eingebogen sind, ist Sonja von einem unguten Gefuehl begleitet worden. Michi hatte auf dieser Strecke nach Well 3 auch ein komisches Gefuehl. Waehrend unserer Reise haben wir gelernt, dass solche innere Gefuehle eine Vorwarnung sind und wir diese nicht ignorieren sollen. Einstimmig beschliessen wir umzudrehen. Wir wollen weder uns, noch das Fahrzeug unnoetig in Gefahr bringen. Wer weiss denn, wie lange die taeglichen Niederschlaege noch anhalten und welche Hindernisse sie uns in den Weg legen koennen? Unter trockenen Bedingungen koennen wir die CSR sicher bewaeltigen, aber so?
Unschluessig, ob wir jetzt hier auf dem Steinhaufen uebernachten sollen, harren wir der Dinge. Am spaeteren Nachmittag beschliessen wir dann doch einen Weg zu suchen. Falls naemlich mehr Regen eintritt wird die Bodenbeschaffenheit nicht besser. Den, vorher erkundete, Pfad erweist sich dann als gut fahrbar und wir sind erleichtert als wir auf den Weg zurueck kommen.
Die Wasserpfuetzen nach Well 3 sind seit gestern noch einiges groesser geworden, was uns in unserer Entscheidung bestaerkt. Bei einer steinigen Erhoehung finden wir ein Wassersicheres Plaetzchen fuer die Nacht. Zu unserer Ueberraschung hoeren wir Motorenlaerm. Ein aelteres Paerchen aus Tasmanien will bis Well 5 hochfahren. Wir erzaehlen ihnen von unserer Aktion und mahnen zur Vorsicht. Kaum sind sie weitergefahren, beginnt es zu regnen. Erneut zucken grelle Blitze am Himmel und das Donnergrollen ist laut.



Sonntag 29.10.2006


Ausser einigen Pfuetzen in den Wegrinnen deutet nichts mehr auf den gestrigen Regen hin. Bei Well 2a waschen wir erst mal Werkzeug, Handschuhe und klopfen die grossen Erdklumpen vom TCM ab. Erneut dringt Motorengeraeusch an unsere Ohren. Es ist das Paerchen von gestern. Sie haetten zu Fuss ein Stueck Weg erkundet und beschlossen, lieber umzudrehen. Wer will denn leichtsinnig sein.
Die landschaftlichen Zuege haben wir bereits geschildert. Zoologisch gesehen ist die Artenvielfalt auch in der Wueste zahlreich. Nur die Dichte der Tiere ist unterschiedlich, respektive meist nicht so gross. Ameisen gibt es am Laufmeter noch dazu in x-verschiednen Arten. Weitere Insekten wie Kaefer, Heuschrecken, Falter etc. sind bereits nicht mehr so zahlreich am gleichen Fleck vertreten. Voegel kommen meist Paarweise oder in kleinen Schwaermen von bis zu 20 Tieren vor. Zweimal entdecken wir ein Paar eines langbeinigen Vogels den wir noch nicht von Bildern her kennen. Ihre Rueckenhohe ist bis etwa 50 cm und auf dem langen Hals liegt ein emuaenlicher Kopf mit grossen dunklen Augen. Echsen und Warane gibt es in verschiedenster Ausfuehrung. Ganz kleine sandfarbene haben den Pfand beschlagnahmt und rennen jeweils mit Spitzengeschwindigkeiten vor dem TCM her. Andere leben bei Steinen und haben deren Farbmuster angenommen. Kanguruh’s und Emu’s sehen wir nur so alle 15 Kilometer. Die Kanguru’s sind entweder allein oder das Weibchen ist mit einem halbwuechsigen unterwegs. Emu’s haben im Moment oft eine Jungmannschaft im Schlepptau, wobei das Kinderhueten die Aufgabe des Maennchens ist.
Nur etwa eine Stunde fahren wir, bis ein huebsches Plaetzchen gefunden ist. Hier wollen wir den Rest des Tages verbringen, ausruhen und Michi’s Sonnenbrand pflegen. Abends kommen wir erneut in den Genuss eines herrlichen Gewitters. Die Blitze zucken immer wieder am Himmel waehrend Sonja versucht diese fotografisch festzuhalten. Nachdem sich die Gewitterfront verzogen hat, beschehrt uns die untergehende Sonne und die Wolkenfetzen einen traumhaft kitschigen Sonnenuntergang. Purpur und rosa Wolken mit gelbem Einstich...



Montag 30.10.2006


Heute verlassen wir die Canning Stock Route definitiv, fahren aber nicht nach Wiluna zurueck, sondern auf einer planierten Dirtroad nordwestlich in Richtung Great Northern Highway. Beim Mittaghalt merken wir, dass die Dieselleitung bei einem Anschluss undicht ist. Auch Oel muss nachgefuellt werden.
Waehrend der Weiterfahrt treffen wir auf grosse Wasserpfuetzen, die sich teilweise ueber die ganze Strasse ausbreiten. Da kommt ein Jeep und ein Lkw entgegen. Es sind Arbeiter, die nach einem Wochenede in Newman zurueck nach Kalgoorlie fahren. Sie haetten auf dieser Strecke schon 2 Fahrzeuge rausziehen muessen, und geben und den Rat: immer gerade durch die Wasserloecher fahren, nur nie ausweichen. Tatsaechlich kommen noch ein paar Wasserpassagen die an die 100 Meter lang sind. Es ist jeweils nicht tief, spritzt unser Fahrzeug aber schoen braun.
Auf dem geteerten Highway angelangt suchen wir uns bald einen Platz sum Naechtigen. Michi entdeckt zu seinem Leidwesen, dass das Tankband erneut gebrochen ist. Ein Gewitter zieht wieder ueber uns hinweg.



Dienstag 31.10.2006


Um fuenf Uhr wird es bereits hell. Da wir die Fenster moeglichst weit offen haben, damit viel Wind rein kann, scheint die Sonne spaetesten um 6 zu uns hinein. Zeitig sind wir also wach, denn bald heizen die Sonnenstrahlen aussen und innen ein.
Das Kumarina Roadhouse erreichen wir gerade zum Fruehstueck. Das kleine, etwas heruntergekommene Roadhouse hat eine einladende ueberdachte Terasse mit Vogelvolieren rundherum. Es geluestet uns so richtig nach Speck und Spiegeleiern, hmmm.
Der Typ der schweissen kann ist gerade nicht da, so fahren wir 160 km weiter zum Capricorn Roadhouse. Dieses ist ziemlich neu ausgebaut worden, hat einen Campingplatz, viele Cabins fuer Arbeiter und eine riesige mechanische Werkstaette. Der Neuseelaender hat das Tankband schnell geschweisst und da wir eine Nacht hier verbringen wollen ist diese Arbeit sogar kostenlos.
Die Waesche ist noch nicht ganz trocken, da rauscht schon wieder ein Gewitter heran. Ziemlich viel Regen faellt. In der Nacht ist es wieder trocken und heiss. Auf den sanitaeren Anlagen ist man auch nie fuer sich, die Froeschlein nisten sich in der Kloschuessel und im Duschablauf ein.



Bildergallerie 18


Mittwoch 01.11.2006


In Newman, beim Touristbuero ziehen wir Erkundigungen ueber den Rudall River Nationalpark ein. Nicht viel genaueres, als wir bereits wissen, koennen sie uns angeben. Es handelt sich um den flaechenmaessig 2. groessten Nationalpark in Australien ( 1,2 Millionen Hektar ) und gilt gemaess australischen Informationen als einer der meist abgelegensten Nationalparks der Erde. 1896 wurden 2 Mitglieder einer Entdeckungsexpedition, in dem Gebiet des heutigen Nationalparks, als vermisst gemeldet. Government Surveyor William Frederick Rudall hat sich an der Suche beteiligt. Dreimal ist er in das Gebiet vorgedrungen, traf aber nie auf die vermissten Personen. Der Goldsucher Frank Hann bereiste das Gebiet ebenfalls zu der Zeit und traf 1897 auf Rudall’s Suchtrupp. Die Ueberreste der Vermissten wurde erst viel spaeter in der Naehe einer Quelle gefunden. Der Fluss wurde nach Rudall benannt und 1977 ist das Gebiet zum Nationalpark erklaert worden.
Ueber die Strassenzustaende liegen keine genauen Meldungen vor. Nur ein Stueck Dirtroad Richtung Osten ist als „offen“ gemeldet, es fehlen aber Angaben ueber den Talawana Track der zum Park fuehrt. Erst unser Anruf in die Aboriginegemeinde im Parkgelaende beantwortet unsere Fragen; sie hatten nur 3 mm Regen dort draussen, die Wege sollen trocken sein. Somit ist fuer uns klar, wir nehmen diese Fahrt in Angriff. Mittags kehren wir Newman bereits wieder den Ruecken zu. Mehrere Stunden fahren wir auf der gut ausgebauten Dirtroad durch Farmland. Ab und an stehen Rinder nahe der Strasse und es gilt Tore zu oeffnen und zu schliessen. Erstmals sehen wir einen Schwarm Wellensittiche die uns ein Stueck begleiten. Spaet Nachmittags sucht ein Adler die Umgebung unseres Nachtquartiers nach Nahrung ab. Das in der Naehe vorbeiziehende Gewitter bringt uns nur ein paar Regentropfen. Da wir auf der einzigen Anhoehe weit und breit parkiert haben, blaest der Wind einmal auch leicht abgekuehlte Luft durch unser Schlafzimmer.



Donnerstag 02.11.2006


Auf der weiteren Fahrt des Talawana Tracks verschwinden die vereinzelt, steinigen Huegelformationen und machen den reichlich bewachsenen Duenen platz. Einmal sehen wir in der Ferne eine Gestalt am Strassenrand schimmern...fuer uns unerklaerlich wo denn da ein Mensch herkommt, denn wir koennen kein Fahrzeug erkennen. Durch das Schimmern der Hitze und der weiten Distanz hat sich unser Auge trueben lassen, denn die Gestalt entpuppt sich als Kamel.
Nach endlosen Kilometern mit wellblechpistengeruettel erreichen wir Cotton Creek. Es hiess, wir sollen uns im Buero melden. Doch als wir aussteigen, werden wir ziemlich schnell abgewimmelt. Die weisse Frau und ihr Partner scheinen uns moeglichst schnell wieder loswerden zu wollen. Nun kommt noch ein aelterer Aborigine her und auch ihm wird schnell ueber den Mund gefahren, wenn er sich nach uns erkundigt. Hastig koennen wir noch den gefundenen Geldbeutel mit der Geburtsurkunde eines nahen Gemeindemitgliedes abgeben und drei Worte mit einem jungen weissen Filmer wechseln ( er filmt den Schulunterricht ). Schon sollen wir einem Pick up folgen der uns den Weg aus der Gemeinde weist. Um die Haeuser liegen tausend Sachen verstreut, halbverfallene Autos stehen herum und man bekommt einen etwas verwahrlosten Eindruck. Weshalb bloss schien es so wichtig uns sofort wieder loszuwerden?
Von nun an wird der Pfad wieder sehr schmal. Der Boden ist immer uneben, fuehrt durch Bachlaeufe und die Buesche haben begonnen den Pfad zurueckzuobern, Blaetter und Zweige jeglicher Art fallen in die Fuehrerkabine. Dieser Weg wird scheinbar nicht oft benutzt und wir pfluegen ihn! Dieses Gebiet wird von den ortsansaessigen Aborigines nach traditioneller Art benutzt und Weisse benoetigen eine Bewilligung um durchzufahren. Die meisten Parkbesucher nehmen wohl den westlicheren Eingang und bleiben in der westlichen Haelfte des Parks. Es gibt eh nur wenig fahrbare Tracks. Ploetzlich, wir sind ganz perplex, sehen wir zur Rechten eine Einheimische laufen. Froehlich winkt sie zurueck. Wir rufen ihr zu ob sie etwas braucht. Nein, nein, sie sei okay und anhand der Gesten vermuten wir, dass der Rest der Gruppe in der Naehe weilt. Anscheinend verbringen doch noch ein paar Mitglieder der Kommune einige Zeit draussen im Busch.
Gegen Abend erreichen wir das breite Flussbett des Rudall Rivers. Es ist trocken und nur an einem Ort liegt ein ca. 20 Meter grosses Wasserbecken. Unser Nachtlager schlagen wir gleich am anderen Flussufer auf. Da sich keine Gewitterwolken vor den Sonnenuntergang schieben, geniessen wir diesen und sehen dabei wie eine Eule ueber unsere Koepfe hinweg fliegt.



Freitag 03.11.2006


Die naechsten Kilometer fuehren durch huegelig und steiniges Gebiet. Die Vegetation wechselt sich mit kargen kiesiegen Flaechen und buschigen Graswiesen auf sandigem Untergrund ab. In der Morgensonne schimmern die Graeser in einem zarten pastellgruen, waehrend die Blaetter vereinzelter Baeume in kraeftigem satten gruen hervortreten. Immer wieder saeumen rotbraune Steinhuegel das breite Tal. Oft treffen wir auf kleine Kamelgruppen. Diese Tiere sind waehrend der Eroberung des inneren Kontinents eingefuehrt, aber nach dem Einzug des Autos einfach freigelassen worden. Da sich die Wuestenschiffe in den heissen und trockenen Wuesten Australiens heimisch fuehlen, vermehren sie sich zahlreich und gehoeren mittlerweile den Schaedlingen an, die die heimischen Flora und Fauna negativ beeinflussen. Fuer uns ist Ihr Anblick eine erfreuliche Abwechslung, sind sie doch mit Abstand das groesste wild lebende Saeugetier in diesem Land.
Es gilt einige trockene Flusslaeufe zu durchqueren, was fahrtechnisch gesehen nicht besonders schwierig ist. Einzig das grosse Becken des Rudall Rivers hat einige, tiefe mit losem Kies gefuellte Loecher, die je nach Umstaende schwierig werden koennten.
Nun fahren wir nordwaerts durch den Park. Am oberen Ende angekommen, soll der Track suedoestlich zu einem Highlight des Parks fuehren. Schon finden wir uns inmitten eng zugewachsenen Bueschen und auf einem holperigen Weg wieder. Umdrehen wird hier schwierig, also zwaengen wir Moeckli langsam weiter, vorbei an stacheligem Buschwerk, das seine Dornen freudig an unseren geoeffneten Fenstern abstreift und uns damit bespickt. Als dann die Buesche in niedrige uebergehen, wollen wir doch nicht mehr umdrehen, sind wir doch gespannt was das Desert Queen Bath ( Bad der Wuestenkoenigin ) zu bieten hat.
Spektakulaer erheben sich steile Felswaende zu einer Bergkette in deren Talmitte wir uns befinden. Das Wechselspiel des rotbraunen Gesteins mit den kraeftigen Gruentoenen und dem blauen Himmel duenkt uns unbeschreiblich schoen. Michi schwoert, dass jeden Moment Dinosaurier aus den Seitentaelern hervorkommen. Waehrend Sonja darauf wartet, dass Gazellen durch das sich bietende Bild huepfen.
Nicht ganz so gross, dafuer heimisch, ist der Dingo, den wir in einiger Entfernung davon traben sehen. Auch von den langbeinigen Voegeln ( australien bustard genannt ), entdecken wir einige. Dann erreichen wir den Campingplatz. Dort wo sich die Bergkette teilt und rechts ein weiteres Tal zu vermuten ist, gibt es einen huebschen Platz mit einem Baum und einer Feuerstelle. Auf drei Seiten sind wir von kinnhohem Spinifax und auf der vierten Seite von einer steilen und schroffen Felswand eingerahmt.
Ein schmaler Pfad fuehrt ins Tal hinein und siehe da, ein grosser Pool liegt versteckt hinter vielen Baeumen schlicht und einfach da. Was fuer ein Paradies muss das fuer die fruehen Wuestenentdecker gewesen sein! Auch wir sind tief beeindruckt ab der scheinbar masslosen Verfuegung von kostbaren Wasser inmitten dieses Trockengebiets.
Auch nach dem Eindunkeln geniessen wir die Waerme und freuen uns, ueber die wenigen Wassertropfen des fernen Gewitters, die unsere Haut leicht abkuehlen.



Samstag 04.11.2006


Morgens um sieben laufen wir los, am Pool vorbei, ins gewundene Tal hinauf. Die Temperatur ist gerade noch angenehm. Trotzdem scheint die Sonne schon kraeftig ins Tal und beleuchtet die roten schroffen Felswaende, die sich farblich stark vom blauen Himmel abheben. Die sogenannten „Gostgums“ wachsen direkt auf dem roten Felsen. Ihre Wurzeln finden unergruendliche Wege sich am Gestein festzuklammern und zu ueberleben. Der Baumstamm glaenzt weiss und windet sich oft in kurrligen Formen in alle Himmelsrichtungen.
Es gibt keinen Pfad, wir benutzen den meist trocken Bachlauf. An zwei Felsknicken gibt es weitere Wasserpools. Am einen Ort liegt er im Schatten der Felswand, umgeben von Eukalyptus und Schilf, und am anderen bildet er eine huebsche Sumpflandschaft mit Wasserpflanzen. Nach 30 Minuten talaufwaerts, gelangen wir zum Hauptpool. Ein riesiges Wasserbecken ist von zwei markanten Felswaenden eingerahmt. Wenn wir durchschwimmen wuerden, koennten wir vermutlich die tiefere und nur etwa 2 Meter hohe Felswand gegenueber in der Mitte erklimmen und noch weiter Talaufwaerts wandern. Michi mahnt, dass in stillen Gewaessern oft Parasiten vorkommen, so geniessen wir den Anblick vom Ufer aus. So wie im unteren Pool, leben auch hier zwei Wassertaucher. Viele Lybellen und Bienen schwirren jeweils am Ufer entlang, lassen sich aber durch uns nicht stoeren.
Schon um 10 Uhr ist es sehr heiss und trocken. Wir rutschen im Schatten am TCM entlang, versuchen uns moeglichst wenig zu bewegen um nicht stark zu schwitzen. Wasser trinken wir literweise doch es scheint fortlaufend ueber unsere Haut zu verdunsten. Mitte Nachmittag zeigt das Termomether 40° im Schatten bei 15% Luftfeuchtigkeit. Schwitz! Am Abend zieht ein Gewitter auf, es regnet ziemlich lange und kuehlt etwas ab!



Sonntag 05.11.2006


Bei der gegenueberliegenden Huegelkette gibt es eine Hoehle. Diese wollen wir vor dem Verlassen dieses Tales noch begutachten. Der Weg ist steil und zeigt schnurgerade aufwaerts. Die Hoehle selbst ist recht hoch und breit, geht jedoch nicht tief in den Fels hinein. Doch wir koennen uns gut vorstellen, dass man hier vor der Hitze und sonstigen Wettern gut Schutz findet. Feuer wurden hier frueher jedenfalls schon entfacht.
Vom Huegelkamm sehen wir auf das naechste Tal hinab, das scheinbar ebenso wunderschoen und verlassen da liegt. Beim zweiten Blick, sehen wir aber einen schmalen Trampelpfad, ob der von Tieren oder Menschen abstammt? Wir fuehlen uns stark angesprochen, diese Geheimnisse zu erkunden und diese faszinierende Landschaft zu durchforsten, doch bei diesen Temperaturen duenkt uns das ein Ding der Unmoeglichkeit. So verlassen wir das huebsche Tal auf dem gleichen Weg.
Auf der Hauptpiste von Nord nach Sued, kommt uns tatsaechlich ein anderes Fahrzeug entgegen. Der Fahrer ist wie wir erstaunt, in dieser Jahreszeit ueberhaupt auf jemanden zu treffen. Er ist von der Aboriginegemeinde weiter noerdlich und auf seinem Weg zurueck.
Ein Stueck weiter steht ein Dingo nur gerade mal ein paar Meter neben der Strasse. Wir halten natuerlich an. Er wirft uns absichtlich gelangweilte Blicke zu, fast hochnaesig ignoriert er uns dann und trottet nach einer Weile davon. Gar keine Scheu hat er gezeigt, was soll man davon halten? Allzuviele Erfahrungen mit Menschen kann er wohl nicht haben, falls er an diesem Weg wohnt, wird er sich jedoch die Autos gewoehnt sein, die ab und an hier durchfahren.
Der Pfad der in den westlichen Teil fuehrt ist ziemlich holprig und von vielen Auswaschungen durchfurcht. Anhand der von Hand skizzierten Karte anno 96, koennen wir kaum das gesuchte Rockpool finden. Nur die Angaben des GPS bestaerkt uns weiterzufahren. Tatsaechlich eroeffnet sich unserem Blick ploetzlich ein von Felsen, Sandbank und Baeumen umrahmter grosser Pool. Taucher schnattern aufgeregt und tauchen schnell ab als wir uns naehern. Eine weitere Idylle sondergleichen, mitten in der Wueste.
Stundenlang verbringen wir damit, aus dem Schatten die vielen Voegel zu beobachten. Jeder geht seinen spezifischen Bestimmungen nach. Der Zebrafinkenschwarm, setzt sich mitten zwischen die Graeser am Boden um Saemchen zu picken, waehrend ein Uferlaeufer ueber die sandigen Flaechen marschiert, wohl auf der Suche nach kleinen Leckerbissen. Ein Eisvogel beobachtet das Wasser und setzt sich meist nur weit entfernt auf einen Ast. Die Bienenfresser sind am Nachmittag aktiv. Auf ihrem schnellen und geschickten Jagdflug fangen sie fliegende Insekten. Waehrend ihrem Flug koennen wir das huebsch geformte Gefieder, im Sonnenlicht gruen und tuerkis glitzern sehen. Einmal kriecht ein Waran an einem Baumstamm entlang. Gleich kommt Aufregung unter die Voegelschaar und zwei Bienenfresser greifen ihn an, scheinen ihn beinahe zu attakieren. Der Waran jedenfalls, geht gleich in Deckung. Die Sittiche wie Galah und little Corella, erscheinen am Abend nur um kurz zu trinken.
Einfach heiss ist es. Am Abend zieht erneut ein Gewitter weit entfernt vorbei. Keinerlei Abkuehlung tritt nach Sonnenuntergang ein. Michi entfacht ein Feuer in Ufernaehe und grilliert feine Steaks. Der Mond scheint in Abstaenden durch die lockere Wolkendecke . Sobald er durch ein Loch scheint, wird alles in helles Licht getaucht und wirft lange Schatten. Zwei Dingos heulen und hunderte von Froeschen quacken im Chor. Ploetzlich brummelt es in der Naehe, eine Gruppe Kamele stehen 20 Meter neben uns, vermutlich sind sie auf dem Weg zum Wasser. Also verziehen wir uns ins innere und ueberlassen die Nacht den Tieren.



Montag 06.11.2006


Bereits um 8 Uhr morgens zeigt der Zeiger auf 30° bei 50% Luftfeuchtigkeit. Nur ungern verlassen wir dieses Paradies, doch der Tag wuerde wohl unertraeglich heiss werden.
Also begeben wir uns auf die Rueckfahrt nach Newman. Lange Streckenabschnitte der Piste sind holperig und mit hartem Wellblech geformt. Waehrend der Fahrt sind uns die Temperaturen nicht so bewusst, denn der Fahrtwind wischt den Schweiss gleich weg und hilft uns die Hitze einigermassen gut zu ertragen.
Waehrend der Fahrt faellt uns oefters ein Nebengeraeusch auf, welches wir aber nicht so genau deuten koennen. Und auf den letzten Kilometern bangen wir, dass der Diesel bis zur Tankstelle reicht...sonst muessten wir die eiserne Reserve ( 2 Kanister ) muehsam auspacken und umfuellen. In dieser Hitze versuchen auch wir uebermaessige Anstrengungen zu vermeiden. Wohl aus demselben Grund wirken die Australier oft phlegmatisch auf uns.
Der Diesel reicht bis Newman, dafuer entdecken wir ein Aergernis: die eine Kabinenhalterung ist erneut gerissen! Das muss unbedingt geschweisst werden.



Dienstag 07.11.2006


Der Campingplatz ist riesig. Es gibt zwar nur wenige Rasenflaechen fuer Wohnwagen und Zelte, dafuer aber tausende von Wohnhuetten und Cabins. All dies fuer Arbeiter der Minengesellschaften. Vor allem Eisenerz wird in der Gegend abgebaut. Es gibt bereits zahlreiche Minen und taeglich sind Trupps unterwegs um neue Vorkommen zu suchen. Es verwundert also nicht, dass das kleine Provinzstaedtchen boomt. Fuer die naechsten 50 Jahre sind genuegend Eisenerz prognostiziert und animieren somit zum Ausbau weiterer Unterkuenfte fuer Minenarbeiter.
Die Stadt ist noch herrlich ueberschaubar und bietet alles was man fuer ein angenehmes Leben braucht: Shoppingmoeglichkeit, Schule, Universitaet, Schwimmbad, Sportplatz, Krankenhaus, Hotel und Pub. Im Moment steigen die Temperaturen jedoch taeglich ueber 30° was das Leben ausserhalb gekuehlten Raeumen nicht gerade vereinfacht.
Einer der Manager des Campings kann schweissen und bringt die mobile Schweissanlage gleich zu unserem Platz. Das hatten wir noch nie; schweissen auf dem Campingplatz ... oefters mal was neues.
Die Zivilisation nutzen wir ausgiebig: die Homepage wird updated, Waesche gewaschen, Hausputz durchgefuehrt, die Lebensmittel aufgestockt und Moeckli mechanisch etwas in Schuss gebracht. Das Zueckerchen behalten wir uns bis zum Schluss vor: einen Sprung in den erfrischenden Swimmingpool!



Mittwoch 08.11.2006


Als wir gestern Nacht noch gemuetlich draussen sassen, warf das Neonlicht einen seltsamen Schatten auf Moecklis Unterseite; Michi untersuchte es genauer und diagnostizierte einen Bruch der Getriebehalterung! Das ist ein ernstzunehmender Schaden, haette es doch auf Ruettelpisten abfallen koennen. Das muss das komische Geraeusch verursacht haben was wir gehoert hatten. Wir warten nun darauf, dass Dave auch dies schweissen wird. Dave ist ein natuerlicher und direkter Bursche aus der Arbeiterklasse. Ein richtiger Australier halt. Bereits gestern wollte er kein Geld fuer seine Arbeit. Michi hatte ihm trotzdem einen 50ziger zugesteckt, aber heute wehrt er eine Bezahlung vehement ab. Was fuer ein Unterschied zu den gesnobten Werkstaetten in den Metropolen.
Nachdem das Getriebe gesichert ist, fahren wir ab. Den Karijini Nationalpark erreichen wir in ein paar Stunden. Beim Eingang treffen wir haufenweise Schweizer an. Ein junges Paerchen auf Hochzeitsreise, eine Schweizerin die mit zwei Australiern unterwegs ist und ein Paar aus Zuerich. Wir tratschen mit allen und suchen uns dann auf der Campingarea einen Standplatz. Ziemlich viele Plaetze sind besetzt, da der 2. Camping im Park geschlossen ist.
Beim Eindunkeln laeuft ein Dingo ganz nah an uns vorbei. Spaeter hoeren wir wie er sich ueber Nachbarns Toepfe hermacht. Anscheinend hat er etwas gefunden, denn kurz darauf vernehmen wir das Lecken eines Behaelters. Warum nur muessen die Touristen so unbedacht sein? Wenn Dingos ihre Scheu vor den Menschen verlieren und mit dem Erhalt von Fressen kombinieren wird’s gefaehrlich.



Donnerstag 09.11.2006


Um noch vor der grossen Tageshitze die nahe Gorge zu erkunden, laufen wir um 7 Uhr los. Im Tal der Dales Gorge scheinen wir in eine andere Welt zu tauchen. Vorbei sind buschige Graeser und Baeume die trotz des Wassermangels die steinige Erdoberflaeche und Gebirgszuege gruen und golden bedecken. Dadurch, dass im Tal immer etwas Wasser fliesst, ist das Klima eher tropisch feucht. Wasserpflanzen und Schilf gedeihen neben Eukalyptusbaeumen. Ein grosser Waran und spaeter eine hubsche Taube lassen sich beim Wassertrinken von uns nicht stoeren.
Am anderen Ende der Schlucht erreichen wir den Fortescue Fall. Das Wasserbecken unterhalb des Wasserfalls laedt zum baden ein und wir huepfen eiligst hinein. Herrlich erfrischend nach dem Spaziergang. Wir wundern uns, warum nicht mehr Leute hier sind. Denn die Faelle liegen ganz nah am Campingplatz. Erst ein Sandwich und einen weiteren Schwumm spaeter kommen andere Besucher.
Wir besuchen erst einmal das Visitorzentrum und sammeln ein paar Infos. Die meisten Schluchten befinden sich 50 km weiter weg. Der Camping dort sei geschlossen und man duerfe nicht einfach auf einem Parkplatz uebernachten. Nun, genau das hatten wir vor... Aber da es bereits Mittag ist, beschliessen wir noch eine weiter Nacht in diesem Camping zu verbringen. So koennen wir am Abend nochmals bei dem Wasserfall schwimmen und uns mit den Schweizer Nachbarn unterhalten.



Freitag 10.11.2006


Zeitig fahren wir heute los um in der Kalamina Gorge dem Wasserlauf zu folgen. Wieder stossen wir auf ein klares Wasserbecken, an welchem man einfach nicht ohne einen Sprung ins Nass vorbeilaufen kann. Die Hitze naehert sich langsam aber sicher dem unertraeglichen, so sind die Abkuehlungen in den Pools ein muss. Sonja erinnert sich an ihren Besuch vor 8 Jahren hier. Es war australischer Winter, die Tage waren angenehm, die Naechte aber bitterkalt. Und da das Wasser in den Pools ebenfalls kalt waren, hatte sie sich damals nicht zum Schwimmen ueberwinden koennen. Das Baden in diesen klaren Wasserbecken vor huebscher Kulisse, laesst uns deshalb das Schwitzen ohne grosse Klagen ertragen.
Als naechstes fahren wir zur Knox Gorge. Bei den Schluchten muss man jeweils an die 100 Meter steil hinab steigen, danach fuehrt der Pfad an den Wasserlaeufen entlang. Je nach Aenderung im Gestein, Wasserfaellen etc. ist bald einmal Schluss mit normalem Wandern. Tafeln weisen dann darauf hin, dass man nur noch mit kompletter Kletterausruestung tiefer in die Schlucht steigen darf. An diesen Punkten drehen wir jeweils um und vergnuegen uns immer wieder in den Wasserpools, bevor der steile Anstieg zum Parkplatz in Angriff genommen wird.
An den verschiedenen Gorges treffen wir oft mehrmals die gleichen Touristen wieder an. Als wir Nachmittags bei der Weanoschlucht vorfahren, sehen wir Ruth, die mit dem australischem Paar unterwegs ist. Sie wollen hier einfach bei der Picknick Area uebernachten, genau wie wir. Nach einem abendlichem Schwumm in der Bucht, verbringen wir mit ihnen einen angenehmen Abend.



Samstag 11.11.2006


Wieder frueh am Morgen steigen wir in die Weano Gorge hinab. Kurz nachdem wir den Grund erreicht haben, muessen wir durch brusttiefes Wasser waten. Die Schlucht verengt sich auf etwa 2 Meter. Erneut stehen wir vor einem gefuellten Pool. Da die Waende zu glatt und steil sind um zu klettern, geht’s erneut durch tiefes Wasser. Etwas spaeter wird das Wasserbecken noch tiefer und wir muessen schwimmen. In der Enge der Schlucht ist es kuehl und duester, denn so frueh am Morgen mag kein Sonnenstrahl so tief hinab gelangen.
Wir haben nur die leichte Katadyn Trinkflasche und die Kamera, im Unterwasserbag gut verpackt, dabei. Die Turnschuhe ziehen wir gar nicht mehr aus und sonst tragen wir Badesachen und T-Shirt. Tatsaechlich verengt sich die Schlucht nochmals zu einem V, gerade breit genug fuer eine Person. Und hier gibt sie uns den Blick frei auf den Handrail Pool. Dieser liegt etwa 3 Meter tiefer in der runden Vergroesserung der Schlucht mit einem Durchmesser von guten 30 Metern. Mit Hilfe eines fixierten Seiles klettern wir die paar Meter hinunter. Das Wasser und wir schlaengeln uns danach durch eine erneute Verengung die sich kurz darauf leicht verbreitet. Hier koennen wir links auf Steinplatten an dem Wasser vorbeigehen. 30 Meter weiter ist dann aber endgueltig Schluss. Die Waende verengen sich und der Wasserlauf rutscht bruesk 15 Meter in die Tiefe. Von hier her muesste man ueber eine komplette Ausruestung und Klettererfahrung verfuegen. Das haben wir nicht, so drehen wir um.
Bis jetzt war noch niemand so frueh unterwegs. Auf dem Parkplatzareal stehen mittlerweile einige Fahrzeuge. Warscheindlich sind die schon alle in die Hancock Gorge gestiegen. Auch wir steigen in diese, nur wenige Meter entfernte Schlucht hinunter. Da diese anfangs breiter ist, mag die Sonne frueher hineinscheinen. Es wachsen stellenweise auch viele Buesche, Graeser und Efeu. Den naechsten grossen Pool koennte man wohl muehsam an der Steinwand umklettern, was aber wegen den wenigen Griffmoeglichkeiten nicht leicht ist. So schwimmen wir leichterhand durch, mit dem angenehmen Nebeneffekt, uns herrlich zu erfrischen. Ein kurzes Stueck weiter vorne macht die Schlucht einen rechtwinkligen Knick. Dort plaetschert das Wasser ueber einen kleinen Wasserfall, den schmaler werdenden Waenden nach der Rechtskurve entgegen. Hier kommt uns die Reisegruppe von gestern entgegen.
Der Spiderwalk ( Spinnenpfad ) beginnt hier. Indem man die Fuesse und Haende gegen die steilen und glatten Felswaende stemmt, bewegt man sich wie eine Spinne. Fehlt nur das 3. Beinpaar um dem Namen gerecht zu werden. Sonja kommt ziemlich ins schwitzen da die glatten Waende kaum Halt geben und doch so um die 1,5 Meter auseinander sind. Zum Glueck ist diese Passage nur etwa 5 Meter lang...
Kurz darauf oeffnen sich die Waende etwas wo sich ein weitere Pool breit macht: der Kermit Pool. Das eisenhaltige Gestein zeigt sich in weinroten und violetten Toenen. Durch eine sehr schmale Oeffnung gleitet das Wasser tiefer in die Schlucht hinein und wir treten den Rueckweg an.
Das wandern und klettern in diesen Schluchten hat uns spass gemacht. Nun verlassen wir den Park um ihn westlich zu umfahren. So gelangen wir zur Hamersley Gorge. Diese Schlucht ist an vielen Stellen breit und auch nicht so tief wie die anderen. Dafuer sehen wir schon von weitem die verschiedenfarbigen Gesteinsschichten die ueber Millionen von Jahren in ihre jetztige gewundene Form gepresst wurden. Ein riesiges Wasserbecken liegt tief unter uns. Rechter Hand gleitet Wasser sanft ueber eine glatte Steinformation hinab. Oberhalb liegt ein weiterer hellblauer Pool idyllisch eingebettet zwischen Felswaenden und ein paar Baeumen. Wir verweilen ein bischen, baden und relaxen, bevor wir vor der Sonne fluechten.
Ausserhalb des Parks hatten wir ein Schild gesehen das auf einen Aussichtspunkt auf einem Berg hinweist. Diese Dirtroad nehmen wir nun. Immer wieder werden wir von einem Schwarm Wellensittichen begleitet, die aufgeregt zwitschernd ein Stueck mit uns fliegen. Die Strasse auf den Berg hinauf finden wir jedoch nicht, dafuer stossen wir auf die Minenstrasse die uns suedlich auf die „Hauptstrasse“ bringt. Irgendwo in der Naehe eines Fluesschens finden wir ein geeignetes Plaetzchen fuer die Nacht.



Sonntag 12.11.2006


Gute 500 km sind es noch bis Exmouth. Das werden wir heute kaum alles fahren koennen. Das Ende der Pilbara Region zeigt sich indem immer weniger der dunkelroten Huegel vorkommen. Es wird flach ohne uebermaessige Vegetation.
Am Abend fahren wir an einem Haufen halbrunder Felsformationen vorbei. Im Abendlicht wirkt diese Ansammlung teils abstrakt und teilweise weich und rund. Erst halten wir nur an um uns den Anblick zu Gemuete zu fuehren, finden dann hinter den Felsen einen wunderbaren Campingspot.



Montag 13.11.2006


Eine grosse Flaeche der Halbinsel entlang des Exmouth Golfes, ist immer noch Farmland. So treffen wir deshalb in Strassennaehe Kuehe und Schafe an.
Gleich Anfangs des Staedtchens faellt uns die riesige Baustelle auf: Marina Village. Vor 8 Jahren waren am Bootshafen nur die Touristenboote und ein paar private Boote vertaeut. Nun werden 5 kuenstliche Kanaele ins Land hineingezogen. Das Projekt sieht vor, zahlreiche mehrstoeckige Appartementhaeuser mit Bootsanschluss zu bauen. Wir zweifeln an dem Erfolg dieses Vorhabens. Als Wohnort ist Exmouth ziemlich abseits gelegen und als Ferienwohnung wird das zu teuer werden. Insider haben uns erzaehlt, dass ein rechter Wirbelsturm alles zerstoeren wuerde...
In einem der beiden Caravanparks richten wir uns mal ein und spazieren ins Zentrum. Hier treffen wir die jungen Italiener welche wir vom Karijini NP her kennen, erneut an. Wir befinden uns eindeutig auf Touristenpfaden denn in anderen Gebieten hatten wir lange keine Touristen getroffen und nun sehen wir die gleichen sogar mehrmals.



Dienstag 14.11.2006


Heute ist Erledigungstag, denn Morgen wollen wir in den Nationalpark weiterfahren und werden uns voraussichtliche eine Woche abseits der Zivilisation befinden. Sonja braucht unbedingt eine Schnorchelausruestung...



Mittwoch 15.11.2006


Als erstes besuchen wir das Infozentrum der Meeresschildkroeten. Die Eilegesaison steht vor der Tuer und viele Schildkroeten seien gerade in den Gewaessern. Sie paaren sich hier und kurz darauf kriecht das Weibchen eines Nachts muehsam den Strand hinauf. Unter Aufbietung alles Kraefte graebt sie ein Loch und legt ihre Eier ab. Wird sie gestoert, kehrt sie ins Meer zurueck, ohne ihre Eier gelegt zu haben. Ein Gelege hat zwischen 80 – 160 Eier. Nach ca. 1-2 Monaten schluepfen die Babys und kriechen instinktiv dem Meer entgegen. Von 1000 geschluepften Schildkroeten, kehrt durchschnittlich nach 20 Jahren nur eine an den Geburtsort zurueck um sich fortzupflanzen. Das Vermehrungssystem dieser Meeressaeuger ist sehr empfindlich. Eier werden bereits im Gelege von Fuechsen und Waranen geraubt und sobald die Babys schluepfen lauern ihnen Feinde bereits am Strand und im Wasser auf. Es ist deshalb wichtig die Straende zu schuetzen, damit diese Tiere genug Moeglichkeiten zur Eiablage haben.
Es gibt 13 einfache Camps im Park. Fuer diese erste Nacht fahren wir zum Lakeside. Nur ein paar hundert Meter entfernt stuerzen wir uns zum schnorcheln in die Fluten. Die Sicht ist gut und die Korallen sowie die bunten Fische zwischen 1 – 2 Meter entfernt. Anhand der Vielfalt und Farben sind wir begeistert. Fuer Michi als ehemaligen Taucher, ist es ein Erlebnis so nahe am Strand Kugelfische, metergrosse Rochen und den grossen Reichtum an Fischen zu sehen. Einmal treffen wir auf ein Paar aus Italien. Sie meinen, sie haetten so ein Fahrzeug wie unseres vor 1 ½ Jahren in Ladakh gesehen. Wir schmunzeln und bestaetigen ihnen, dass wir das waren.



Donnerstag 16.11.2006


Im nahen Informationszentrum sehen wir uns einen Film ueber den Walhai – Zigeuner der Tiefe, an. Viele Geheimnisse ranken immer noch um die weltweit groessten Fische. Die Wissenschaftler wissen noch nicht, woher sie kommen und wohin sie gehen. Von April bis Juli finden sich junge Maennchen dieser Spezies jaehrlich vor dem Ningaloo Reef ein. Das Schnorcheln mit diesen Riesen ( bis zu 8 Meter ) gehoert zu den Highlights hier am Reef. Denn diese Giganten sind harmlose Planktonfresser und lassen sich vom Menschen nicht aus der Ruhe bringen. Auch wenn noch nicht viel ueber ihre Lebensgewohnheiten bekannt ist, gehoert der Walhai zu den gefaerdeten Tierarten. Besonders in den Gewaessern um Taiwan werden diese Fische gejagt und gerade dort halten sich Weibchen auf. In vielen der gefangenen Weibchen wurden Unmengen von Fischbabys gefunden. Und zwar in all moeglichen Stadien, vom Embrio bis zum meterlangen voll entwickelten Baby. Es ist der Wissenschaft nicht bekannt wie, wann und mit welcher Anzahl die Fischlein geboren werden. Doch jeder Verlust eines Muttertieres hat weitreichende Folgen. Bereits jetzt geht die Anzahl Walhaie an ihren beliebten Aufenthaltsorten drastisch zurueck.
Nach der Theorie geht’s weiter zum praktischen. Wir schnorcheln an der bekannten Tuerquoise Bay. Wegen des starken Windes wird der Sand aufgewirbelt, der die Sicht unter Wasser etwas trueb. Trotzdem sehen wir erneut eine grosse Anzahl verschiedenfarbiger Fische und neue Korallenarten. Die meisten Fische sind gar nicht scheu und lassen sich gut aus der Naehe beobachten. Genaugenommen beobachten sie uns auch, rollen ihre Fischaugen, gucken pruefend und schwadern mit den feinen Floesschen. Michi sieht sogar eine Meeresschildkroete und einen Riffhai.
Im nahen Pilgramunna Camp verbringen wir die Nacht. Hier treffen wir ein junges Paar aus der Schweiz, die mit ihrer Wind und Skysurf-Ausruestung der Westkueste entlang reisen.



Freitag 17.11.2006


Ein Verkaeufer in Exmouth hat Oyster Stacks als seinen bevorzugten Schnorchelplatz genannt. Und er hat nicht zuviel versprochen. Noch mehr farbenpraechtige Fische scheint es hier zu geben. Auch entdecken wir wieder neue Formen und Farben an Korallen. Das Wasser ist am Morgen noch sehr klar, so packen wir die Kamera in den unterwassertauglichen Bag und versuchen einige Fische abzulichten. Es ist der erste Versuch unter Wasser zu fotografieren und der Diafilm wird wohl erst in Perth entwickelt werden koennen um das Ergebnis zu sehen.
Am Nachmittag halten wir bei der Sandy Bay. Helltuerkis schimmert das ruhige und klare Wasser in dieser Bucht. Der helle Sandstrand laedt zum spazieren ein. Da es dafuer am Nachmittag an der Sonne einfach zu heiss ist, richten wir in Osprey Bay unser Nachtlager ein. Vom Ufer aus sehen wir Schildkroeten und grosse Rochen. Doch beim schnorcheln bekommen wir sie nicht zu Gesicht.
Gegen Abend erhalten wir Besuch von einem zutraulichen Wallaby. Natuerlich wollen wir ihm nichts verfuettern. Es bleibt jedoch eine Weile abwartend bei uns, bevor es im nahen Gebuesch Blaetter abnagt.
Im Gegensatz zum Landesinneren kuehlen die Temperaturen besonders nach Sonnenuntergang merklich ab. Der Wind bringt die Kuehlung, ansonsten sei es unertraeglich heiss, sagten uns die Einwohner.



Samstag 18.11.2006


Weil es so schoen war, wollen wir heute morgen nochmals bei Oyster Stacks schnorcheln. Auf der Fahrt dorthin, laeuft ein lustiges Tierchen vor uns ueber die Strasse: ein Echidna. Das ist wohl eine Mischung zwischen einem Igel und einem Stachelschwein. Dieses Tier ist recht klein, laeuft gemaechlich, hat sich jedoch bereits im dichten Gestruepp versteckt, bis Sonja mit der Kamera aus dem TCM gehuepft ist. Auf den ersten Blick scheint es sich mit seinen Stacheln im Geaest verheddert zu haben. Michi’s gutes Zureden von der anderen Seite nuetzt nichts, so versuchen wir es mit stillem Warten. Tatsaechlich bewegt sich das Tierchen bald weiter. Mittlerweile keine Scheu mehr zeigend, steuert es direkt auf Sonja’s Kamera zu. Beinahe zu schnell, Sonja kann kaum die Kamera einstellen. Belustigt beobachten wir wie sich das Echidna etwas tollpatschig aber energisch durch das dichte Buschwerk bewegt. Es hat eine lange spitze Nase die zwischen den schwarzen Aeuglein hervorsteht. Das Gesicht ist eher klein, dafuer scheint der Koerper verhaeltnismaessig gross, waehrend die Pfoetchen wiederum fein und klein sind. Rotbraun ist das struppige Fell, waehrend die Spitzen der abstehenden Stacheln in helle Cremefarben verlaufen.
Auch unter Wasser sehen wir Highlights: ein Feuerfisch versteckt sich unter einer Koralle. Doch wegen dem grossen Freiraum, koennen wir ihn gut beobachten. Er ist weiss-rotbraun gestreift und mit ganz vielen langen Hautlappen versehen, die sich wie lange Arme weich um ihn herum bewegen. Auf dem Ruecken hat er einen sehr giftigen Stachel, den wir aber nicht erkennen koennen. Fuehlt er sich bedroht, dreht er uns den den Ruecken zu, dass wir bei einem Angriff erst mal an seine Waffe gelangen. Bald merkt er aber, dass wir ihm nichts tun und dreht sich sich uns, neugierig abwartend zu. Kurz darauf sehen wir eine kleine Muraene die sich zwischen Korallenaesten versteckt. Auffallend ist ihr grellgelbes Kleid mit kleinen schwarzen Punkten. Wieder voller neuen Eindruecken begeben wir uns ans Ufer. Schoen wars!
Am suedlichen Ende des Nationalparks befindet sich der Yardie Fluss. Bei dem Camp dort wollen wir diese Nacht verbringen. So um fuenf Uhr ist die Temperatur Angenehm um die Gegend zu erkunden. Der Fluss ist in eine tiefe Schlucht eingebettet. An einem Ort koennen wir aber hinunter klettern. Immer wieder hallen Geraeusche an den Felswaenden wieder. Krabben verstecken sich unter den Steinen und geben klackende Laute von sich. Eine Gruppe von grossen Fischen tummelt sich mit hektischen Bewegungen im seichten Wasser. Immer wieder sind ihre Rueckenflossen zu sehen, keine Ahnung was die da treiben. Einen braunen tellergrossen flachen Fisch mit einem hauchduennen, langen Schwanz entdecken wir auch. Einige Reiher warten am gegenueberliegenden Ufer auf ihr Abendessen. Und auf dem Klippenrand kreischt ein Vogelpaar aufgeregt weil ein Osprey, eine Seeadlerart, sich niedergelassen hat.
Auf dem Rueckweg sehen wir ein junges Wallaby, dass sich ganz nahe des Weges befindet und vor uns keine Angst zu haben scheint. Da, unser zweites Echidna heute! Dieses Tier ist groesser als das von heute morgen, watschelt auch gemaechlich, versteckt sich aber im naechsten Busch vor uns. Partout will es nicht mehr aus seinem Versteck hervorkommen. Gleich daneben huepft ein Fuchs in grossen Spruengen vor uns davon. Hier ist tierisch ja einiges los.
Ein Nachbar beim Camp hat einen Fisch gefangen und probiert’s nochmals. Das ist hier DAS Hobby schlechthin und andauernd hoeren wir Erzaehlungen von grossen und schnellen Fischfaengen. Mmh, wuerde uns doch auch reizen, das Fischen einmal auszuprobieren.



Sonntag 19.11.2006


Die Bachdurchquerung ist relativ einfach. Obwohl Flut ist, laeuft kaum Wasser vom Meer ueber die Sandbank in den Fluss. Etwas Luft hat Michi bereits aus den Reifen gelassen, so macht uns der tiefe Sand keine Muehe.
Waehrend des Tages liegen Kaenguru’s im Schatten der kleinwuechsigen Buesche. Mit Vorliebe gleich die, die an der Strasse wachsen. Oft erst ein paar Meter bevor wir sie erreichen, huepfen sie dann davon. Teilweise gucken sie uns erst entgeistert an bevor sie das Weite suchen.
Kurz nachdem wir das Ende des Nationalparks passiert haben, entdecken wir eine Landzunge die ins Meer verlaeuft. An dessen Ostseite bildet sich eine geschuetzte Bucht. Winderabandi Point, heisst es hier. Ein maerchenhafter Anblick: heller Sandstrand vor glasklarem tuerkisfarbenem Meer. Die Wasseroberflaeche ist ganz ruhig und die am Strand ankommenden Wellen kraeuseln sich nur minim beim Aufschlagen. Ganz sanft gleitet der Sandboden in das tiefere himmelblaue Wasser. Gleich hinter der ersten Sandduene parkieren wir unser Gefaehrt. Ja, hier gefaellt es uns. Den Strand haben wir ganz alleine fuer uns.



Montag 20.11.2006


Sonnenschein, weisser Sand und das hellblaue Meer, alles ist am naechsten Morgen noch da. Leider blaest der Wind extrem stark. Wenn wir draussen sitzen wird unsere Haut sandgestrahlt und nur drinnen zu hocken ist nicht so toll. Lange hadern wir mit uns, denn wer moechte schon einen solchen Traumstrand verlassen. Nach dem Mittag entschliessen wir uns doch fuer die Weiterfahrt. Das Hoffen auf ein Plaetzchen mit weniger Wind koennen wir begraben. Auch an der Lefroy Bucht blaest es Sand umher.



Dienstag 21.11.2006


Beim Ningaloo Homestead scheint niemand da zu sein. Die Scheunen sind verschlossen und die Gatter zugesperrt. Auch beim Wohnhaus sind Fenster und Tueren geschlossen. So legen wir das Geld in die dafuer vorgesehene Box. Die Piste fuehrt vom einen Farmland ins naechste. Aber nicht mehr nahe am Meer entlang. Erst kurz vor dem Bruboodjoo Camp erreichen wir die Kueste erneut. Hier kann man gut campen. 4 Wohnwagen stehen bereits seit einer Woche da. Wir stellen uns an das hintere Ende der halbrunden Bucht. Der Wind hat nachgelassen, so ist es draussen angenehm. Wir trauern immer noch um unser Plaetzchen an Winderabandi Point. Hier ist das Wasser in der Bucht auch ruhig aber voller Seegras, was uns gar nicht zum schwimmen animiert.



Mittwoch 22.11.2006


Der Wind hat nachgelassen, so ist es draussen angenehm. Die Wohnwagentruppe faehrt ab und ueberlaesst uns den Ort. Wir trauern aber immer noch um unser Plaetzchen an Winderabandi Point. Hier ist das Wasser in der Bucht auch ruhig aber voller Seegras, was uns gar nicht zum schwimmen animiert.
Dafuer basteln wir an einer Fischerausruestung. Leider haben wir nur Hacken mit wenig Silk. So binden wir einfach einige Meter Schnur an den Silk und benutzen Alufolie als Koeder. Als die Fische dann springen zieht Michi los. Tatsaechlich faengt er einen huebsch gemusterten Fisch. Er ist nur etwas klein, so geben wir ihm die Freiheit zurueck. Dabei faengt Michi noch einen Kampfkrebs ein. Es ist Handgross und sein Rueckenpanzer sowie die Zangen sind schoen blau gefaerbt. Um so einen Kampfkrebs „auszuhacken“ ohne dabei gezwackt zu werden, da muss er schon sehr vorsichtig sein.



Donnerstag 23.11.2006


Da es nur etwa 30 Kilometer nach Coral Bay sind, muessen wir nicht lange fahren. Das Oertchen ist immer noch sehr klein und macht einen verschlafenen Eindruck. Wobei doch ein neuer Supermarkt und ein grosses Backpackerhotel Eingangs neu erbaut wurde. Auch die zwei Campingplaetze haben etwas ausgebaut und mehr Stellplaetze und Cabins als noch bei Sonjas letztem Besuch.
Die Bucht von Coral Bay liegt etwas windgeschuetzt. Es duerfen nur eine handvoll Boote in ihr liegen. Somit gehoert ein grosser Teil des ruhigen hellblauen Wassers den Badegaesten. Da es so klein ist, hat es den Charme eines Dorfes irgendwo in den Tropen. Fehlt nur noch der Palmbewachsene Strand und die einfache Holzboote der Fischern das man von Bildern kennt.
Die Straende zum schnorcheln trifft man hinter dem Duenenkamm. Gleich nach unserer Ankunft ziehen wir mit Flossen und Schnorchel los. Ebenfalls nahe am Strand trifft man hier auf Korallenbaenke und viele Fische.



Freitag 24.11.2006


Erledigungstag ist angesagt. Spaeter am Tag spazieren wir an die Beachfront und landen beim Buero der Ranger. Dieser teilt uns viel interessantes ueber die Tierwelt mit. Z.B. gibt es in der Bucht einen Platz, der fuer Haie reserviert ist. Gerade im Moment treffen sich dort viele Riffhaie ( bis um die 2 Meter lang ) um sich zu paaren. Man darf wohl dahin, sollte aber weder schnorcheln noch schwimmen um sie nicht zu stoeren. Auch ueber Schlangen unterhalten wir uns lange. Er bestaetigt die Regel: behandle jede Schlange wie eine Giftschlange. Es gibt naemlich einige Arten die in verschiedenen Farben vorkommen und somit von Laien nicht eindeutig identifiziert werden koennen. Grundsaetzlich sind Schlangen in der Nacht unterwegs. Doch je nach Jahreszeit, Temperatur und Region ist das wieder anders. Es ist uns also nicht moeglich das Verhalten der giftigsten Arten genau zu erlernen. Schwierig ist das mit den wenigen Arten die territorial sind. Diese koennen sich bald einmal bedroht fuehlen wenn man in ihrem Refugium herumwandert. Vor allem wenn sie sich paaren oder Junge haben. Dafuer erfahren wir, dass viele Bisse giftiger Schlangen gar kein Gift enthalten. Jede Schlange lernt mit ihrem Gift umzugehen und kann die Dosis kontrollieren und braucht es vor allem zum toeten ihrer Beutetiere. Demnach ist meist nur ein Biss einer jungen Schlange gefaehrlich, da diese noch nicht ueber dieses Koennen verfuegt. Das alles mag etwas gefaehrlich klingen, trotzdem gibt es kaum Todesfaelle durch Schlangenbisse in Australien. Die meisten dieser Reptilien fliehen vor uns Menschen noch bevor wir diese ueberhaupt warnehmen.
Jensen und Christina aus Oesterreich haben viel Fisch gefangen und laden uns und die schweizer Nachbarn Marc und Anita zum gemeinsamen Abendessen ein. Der Fisch schmeckt koestlich und wir unterhalten uns bestens.



Samstag 25.11.2006


Vom Ranger haben wir einen Tip fuer einen superguten Schnorchelplatz bekommen. Er liegt etwas weiter suedlich und ist auf einem 4x4 Pfad nach wenigen Kilometern zu erreichen. Zusammen mit den beiden Paerchen fahren wir also zur Five Finger Bay los. Wir haben den Reifendruck noch nicht gesenkt, so stoent und kaempft sich Moeckli muehsam durch den Sand. Als wir die Bucht erreichen sind wir alle begeistert. Die fuenf parallel liegenden Korallenbaenke beginnen gleich am Strand und werden sanft von dem tuerkisfarbigen Wasser umspielt. Dazwischen hellt der sandige Boden die Farbe des Wassers noch mehr auf, denn es ist glasklar und wir koennen viele Fische sogar vom Strand her erkennen.
Jensen ist auf den Kap Verde Inseln aufgewachsen. Diese Gegend hier aehnle der seiner Heimat und er beschaeftigt sich gleich mal mit dem Fischfang. Schliesslich brauchen wir ja ein Nachtessen.
Wir inspizieren indessen das Wasser. Die Sicht ist supergut und wir entdecken neue Fische und Korallen. Waehrend dem Schnorcheln fuehlt man sich in eine andere Welt versetzt. Es ist als ob die „andere“ Welt nicht existiert. Das Rauschen des Meeres und das knabbern der Fische an den Korallen beherrschen das Gehoer und alles wirkt unter Wasser groesser als es ist. Die Zeit vergeht wie im Fluge und nur wenn wir zu frieren beginnen, verlassen wir das Wasser.
Der grosse Fisch, der staendig vor unserem Platz herumschwimmt will partout nicht in Jensens Koeder beissen. Er beginnt also Krebse und Muscheln zu suchen um uns eine kapverdische Mahlzeit aufzutischen. Wir beide sind etwas skeptisch, hatten wir doch noch nie Krebse gegessen. Tatsaechlich entwickelt sich das Krebsfleisch als sehr lecker und wir alle geniessen die Mahlzeit.



Sonntag 26.11.2006


Wir gehen heute zu einem weiteren Spot um zu schnorcheln und zu relaxen. Abends treffen wir die 2 anderen Paare wieder in der Kueche. Jeder kocht etwas und wir kosten von allem. Das ist spassig und interessant.



Montag 27.11.2006


Heute fahren wir weiter nach Carnarvon. Die neu gewonnenen Bekanntschaften verlaesst man mit dem Wunsch sich wiedermal irgendwo auf der Welt zu treffen.
Das Feuer in der Naehe von Coral Bay scheint sich entfernt zu haben. Denn wir sehen gar nichts mehr davon. In Carnarvon fuellen wir den Wassertank und kaufen im grossen Supermarkt Lebensmittel ein. In einem Sportshop kaufen wir ein Angel-Starterkit fuer Anfaenger.
Da es bereits spaeten Nachmittag ist, fahren wir nur ein paar Kilometer bis zu einer Lagune. Hier wollen wir die Nacht verbringen. Michi setzt gleich die Angel zusammen und versucht alles aus. Keiner der Fische im seichten Wasser beisst.



Dienstag 28.11.2006


Vorbei an vielen trockenen Salzpfannen geht es zu den Blowholes. Bei diesen Klippen schlaegt der indische Ozean mit starkem Wellengang auf. Durch kleine Loecher in der zerkluefteten Felslandschaft, wir das Meerwasser mit Hochdruck durchgepresst. Es entstehen riesige spektakulaere Fontaenen. In der Naehe treffen wir auf einen Osprey ( ein Raubvogel, dem Seeadler sehr aenlich ). Er hat einen Fisch in seiner Kralle. Doch als wir verharren um ihn zu beobachten und zu fotografieren fuehlt er sich nicht mehr so wohl, packt seine Beute und schwingt sich in die Luefte.
Ein paar Kilometer weiter erreichen wir Point Quobba. Einige Bruchhuetten stehen verlassen da. Im Winter soll hier Hochsaison sein und die Huetten werden dann anscheinend bewohnt. Noch etwas weiter hinten stehen bereits einige Wohnwagen und auch wir finden ein Plaetzchen.



Mittwoch 29.11.2006


Dieser Strand soll zum Fischen gut sein. Doch wie bereits unsere Nachbarn, fangen wir auch nichts. Wind und Wellengang sind sehr stark. Oberhalb der Duene hinter dem TCM laesst es sich gerade aushalten. Doch am spaeten Nachmittag setzt starker Wind ein, welcher gleich kuehle Luft bringt.



Donnerstag 30.11.2006


Carnarvon hat ein ideales Klima fuer Bananen, Mangos, Tomaten, Peperoni, Gurken etc. Gleich beim Farmer erstehen wir einen Haufen preiswertes Gemuese. Nur etwa 60 Kilometer suedlich steuern wir die Bush Bay an. Dieser Strand ist wieder komplett anders. Ein paar Mangrovenbuesche, ganz lichter Buschbewuchs, kaum Wellen und Stroemung und vor allem nicht viel Wind. Wir platzieren uns extra noch hinter den Mangrovenbueschen und koennen so dem Wind ziemlich gut entgehen.
Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit Gehirntraining. Michi loest Sudoku waehrend Sonja schreibt und liest.



Freitag 01.12.2006


Am Morgen kommt der Nachbar zu Besuch. Colin ist 70 Jahre alt und lebt in seinem Wohnwagen 6 Monate hier und den Rest des Jahres bei Port Hedland. An diesem Tag besucht er uns zweimal. Er behauptet fischen sei ganz gut hier und er ziehe oft mehrere Whitings heraus. Wir versuchen es beide doch immer ohne Erfolg. Resp. ein Koeder wird angefressen doch keiner beisst zu. Grmpf!



Samstag 02.12.2006


Ruhig und gemuetlich ist es hier. So beschliessen wir einen weiteren Tag hier zu verbringen. Weder Sonja noch Michi faengt einen Fisch. Was machen wir wohl falsch? Colin wollte uns eigentlich ein paar Tips geben. Doch da er nicht auftaucht, nehmen wir an, dass er in die Stadt gefahren ist um einen neuen Generator fuer seinen Fernseher zu kaufen.



Sonntag 03.12.2006


Gemuetlich wars hier. Nun machen wir uns aber doch auf in Richtung Shark Bay. Das karg bewachsene Land durch das wir nun fahren, wird fuer Schaf und Rinderzucht benutzt. Doch kurz nachdem man in die Peron Halbinsel abbiegt aendert sich das. Die Region gehoert seit 1991 zum Weltkulturerbe. Die tropische Klimazone trifft hier auf die suedlichere Mittelzone. So entstehen wichtige und einzigartige Lebensraeume in und ueber Wasser. Bei einer Verengung der Halbinsel auf 6 km ist ein spezieller Zaun errichtet worden. Dieser haelt Feinde wie Wildkatzen, Fuchs und Ziegen ab. Auf der geschuetzten Seite der Halbinsel wurden und werden diese Tiere entfernt. So koennen wieder Lebensbedingungen fuer einheimische Kleinsaeugetiere geschaffen werden. Der Bilby ist bereits erfolgreich wiederangesiedelt worden. Zwei andere Kleinsaeuger haben nur bis zu 10 Monate ueberlebt. Es gibt also noch viel zu tun.
Es gibt nur wenige Plaetze wo man wild campen darf. Dafuer ist man weit und breit fuer sich allein.



Montag 04.12.2006


Der morgentliche Fischversuch ist wieder negativ ausgefallen. Spaeter fahren wir denn zu dem einzigen Staedtlein hier: Denham. Wir quartieren uns bei einem Campingplatz ein und gucken uns um. Es gibt ein neues, modernes Informationszentrum. Anhand von Bildern, Filmen, Erzaehlungen und Ausstellungsobjekte werden wir mit den Besonderheiten der Region vertraut gemacht. Das groesste Seegrasfeld soll sich hier befinden. Und bis zu 12'000 Dugongs ( Seekuehe ) leben hier, das sind 10% der weltweiten Population. Auch an die 6000 Meeresschildkroeten sollen sich hier jaehrlich zur Paarung und Eiablage einfinden.
Die Einheimischen von Shark Bay haetten als erste Australier, mit den Europaern Kontakt gehabt. Und zwar hat das hollaendische Schiff Eendracht mit Kapitaen Dirk Hartog am 25.10.1616 bei einer Insel Anker geworfen. Das sind 152 Jahre vor der beruehmten Entdeckungsfahrt Kapitaen Cook’s. Es sind Bilder zu sehen, auf denen die ersten Begegnungen zwischen Europaern und Einheimischen dargestellt sind. Die Einheimischen wollten mit Speeren die Eindringlinge vertreiben. Die Europaer versuchten mit Geschenken und Handlungsgut eine Vertauensbasis aufzubauen.
Denham wurde um 1858 gegruendet und brachte die ersten Farmer und Perltaucher her. Die Perlindustrie boomte waehrend einigen Jahrzehnten und viele Chinesen, Malaisen, Philipinos, Koreaner und Japaner haben nach Austern getaucht. In muehsamer Handarbeit wurden die Austern geoeffnet und die Perlen herausgesucht. Da jedoch noch viele kleinen Perlenstuecke im Fleisch steckte, hat man alle Austern zuerst waehrend einer Woche getrocknet. Danach wurden sie in riesiegen Eisentoepfen unter staendigem Ruehren ausgekocht. Das Fleisch und die Schale trennte sich dadurch von den Perlenresten und diese konnten dann herausgesucht werden. Diese Taetigkeiten waren von staendigen stark unangenehmen Geruechen begleitet. Die erste Strasse in Denham wurde aus Austernschalen gebaut. Nach 70 Jahren wegen der Depression und ueberfischen der Austern, kam die Perlindustrie zum Zusammenbruch. Heute werden im kleinen Rahmen und mit modernster Technologie Austern gezuechtet.
Waehrend 1792 bis 1870 kamen Amerikaner, Franzosen und englische Walfaenger in diese Gewaesser. Grosse Gruppen Humpack und Southern Right Wale befanden sich regelmaessig hier und wurden professionell gejagt. 1963 wurde der Walfang in Australien endgueltig verboten, um die Wale zu schuetzen.
Bereits 1850 wurde das geschaeftliche Potenzial des Seevogeldung erkannt. Damals hat man begonnen die Ausscheidungen auf den umliegenden Inseln zu sammeln und als Duenger fuer die Landwirtschaft zu verkaufen.
Heutzutage lebt diese Region vor allem vom Tourismus, Fischerei und Schaf-und Rinderzucht. Eine kleine Firma baut Salz ab und eine andere bereitet die vielen kleinen Muscheln am Muschelstrand fuer die Baubranche auf. Was ja beides erneuerbare Ressourcen sind.
Dies alles ist fuer die Besucher sehr interessant. Das Gebaeude dieses Zentrums gleicht unserem Geschmack zu sehr einem Militaerbunker. Dafuer soll der Architekt sogar einen Preis gewonnen haben?! Viele Buerger von Denham sind auch nicht gut darauf zu sprechen. Sagen sie doch; 7 Millionen fuer so ein Projekt wirft der Staat hin, aber ein paar Tausend Dollar fuer einen Artzt hat er nicht. Dieses Staedtchen hat immerhin 1000 Einwohner und in der Hochsaison bis zu 4000 Touristen. Dazu sind sie sehr weit abgelegen von der naechst groesseren Stadt.



Dienstag 05.12.2006


Wir verlassen Denham und fahren in den Francois Peron Nationalpark hinein. Gleich anfangs befindet sich die Farm, die erhalten wurde, damit man sich die alten Scheunen, Staelle und Wohnhuetten ansehen kann. Schafe wurden hier gehalten und die Schaerstaende sowie einiges an alten Werkzeugen sind noch vorhanden. An einem Ort wird das heisse Quellwasser in einen grossen Bottich geleitet. Jedermann kann da ein warmes Bad nehmen. Da die Lufttemperatur doch bereits um die 30 Grad ist, halten wir es nicht allzu lange aus.
Ab hier beginnen die Sandpisten und wir lassen den Reifendruck ab. Als erstes fahren wir zur Big Lagoon. Dies ist eine verzweigte riesige Inlandbucht. Die Farbe des Wassers variiert zwischen tuerkis, hell-und dunkelblau. Die Bucht ist ein Kindergarten fuer viele Fische. Diese Leben hier bis sie gross genug sind und schwimmen dann ins offene Meer. Auch Delfine und Dugongs sollen manchmal hier gesichtet werden. Wir sehen Pelikane die auf der anderen Seite der Bucht fischen. Ein paar Plaetze zum uebernachten sind eingerichtet und wir entschliessen uns zum Bleiben.



Mittwoch 06.12.2006


Auch das Fischen am Morgen frueh bringt keinen Erfolg. Wobei man jedes Mal den Haken voller Seegras hat. Ein paar groessere Fische sichten wir, haben aber keinen blassen Schimmer warum sie bei uns nicht anbeissen.
Im Lauf des Vormittags verlassen wir die Big Lagoon und fahren nordwaerts. Beim Gregories Camp finden wir ein einigermassen windgeschuetzten Platz. Ein aelteres Paerchen kommt auch dahin und meint es sei eh das huebscheste Camp im Park.
Wir befinden uns oberhalb einer ruhigen Bucht. Da es viel Seegras hat haben wir doch keine Lust zum baden. Als wir aber ein Stueck dem Meer entlangwandern, treffen wir auf eine huebsche Stelle. Ein riesiger roter Sand-und Gesteinkamm faellt steil zum hellen Sandstrand und dem blauen Meer ab. Gleich anschliessend sind massenweise Versteinerungen in Felsen zu finden. Muscheln aller Art kleben auf dem Gestein und bilden wunderbare Fotomotive.
Am Abend hocken wir noch eine Weile bei Geoff und Avril und werden im Dunkeln von Krabben umzingelt. Diese Tierchen leben hier oft weit weg vom Wasser und buddeln ihre Loecher unter Bueschen in den Sand. Mit der Taschenlampe bewaffnet, pirschen wir durch die Duenen und zum Strand. Wir hofften, eines der seltenen Kleinnager zu finden. Doch wir freuen uns auch ueber die vielen Krabben und die huebsch gezeichneten Krebse.



Donnerstag 07.12.2006


Da es so schoen und gemuetlich ist. Bleiben wir noch einen Tag hier. Das australische Paerchen beneidet uns etwas, denn ihnen gefaellt es auch sehr. Doch sie muessen ihren Wohnwagen in ein paar Tagen in eine Werkstaette bringen und koennen nicht laenger hierbleiben.
Waehrend Michi fischt, schleichen sich Delfine in die Bucht. Die Gruppe fischt ganz nahe hinter seinem Ruecken und zum Schluss hat er noch die Chance sie zu sehen. Keine Ahnung was die hier wohl finden, wir hatten kaum Fische gesehen.
Waehrend Michi eine Weile ganz ruhig draussen sitzt und liest, schleicht sich ein Waran unter seinen Stuhl und zwischen seine Beine. Als er das bemerkt erschrickt er zuerst, so auch der Waran. Trotzdem bleibt dieser fast den ganzen Nachmittag in dem Busch gleich neben uns liegen. Als es dunkel ist pirschen wir wieder mit der Taschenlampe umher und treffen auf die gleichen Tier wie Tags zuvor.



Freitag 08.12.2006


Wir brechen unser Lager hier ab und fahren nordwaerts zum Skipjack Point. Ein gut ausgebauter Pfad fuehrt uns zum Klippenrand und zu 2 Aussichtsplattformen. Hellblau, klar und ruhig liegt die Bucht unter uns. Nicht lange muessen wir warten, bis wir die ersten Manta- und Adlerrochen sowie Meeresschildkroeten entdecken. Ein Hai schwimmt nahe am Ufer entlang. Die Tiere sind von hier oben deutlich erkennbar. Wir sehen sogar wie sich die riesiegen Fischschwaerme voller Minifische staendig neu formatieren. Manchmal bilden sie Kreise dann wieder Pfeile und einmal meinen wir, das Jing Jang Zeichen zu erkennen.
Ploetzlich entdeckt Michi eine Schlange! Sie ist etwa 1 Meter lang, nur gerade 3 Meter von uns entfernt. Keine Ahnung wo die herkam. Sie haelt kurz inne und beobachtet uns. Schnell versuchen wir sie zu fotografieren. Dann versteckt sie sich weiter weg in einem 10 cm hohen Bueschlein und nur weil wir es wissen, koennen wir ihren Kopf erkennen. Als weitere Besucher kommen, scheint es ihr wohl doch zu laut. Sie dreht um und kommt auf uns zu. Sie kriecht sogar unter unserer Plattform durch und verschwindet ueber dem Klippenrand. Unglaublich, sie kann horizontal den Felswaenden entlang kriechen. Die Dame, die die franzoesische Familie begleitet meint, sie habe hier noch nie eine Schlange gesehen.
Sie erzaehlt uns auch von dem „Breitmaulrochen“, der oft an diesem Strand entlangbummelt. Tatsaechlich sehen wir ihn kurz darauf. Er ist braun-grau und hat die Form eines verzerrten Dreiecks. Und nur so 15 Meter weiter sehen wir, wie ein grosser Mantarochen seine Flanken wie Fluegel schlagen laesst. Es sieht wirklich aus als ob er im Wasser fliegt.
Die Franzosen nehmen uns in ihrem Auto bis zum noerdlichsten Punkt auf dieser Halbinsel mit, dem Cape Peron. So brauchen wir den Kuestenweg nur einmal zu laufen. Die Tourbegleiterin zeigt uns noch einen Weg in die andere Richtung. Nach nur 10 Minuten stehen wir auf einem riesiegen Duenenkamm. Das rote Sandgestein umrahmt bogenfoermig eine Bucht. Dort unten trifft der rote Sand auf weissen Sand bevor das kristallklare tuerkise Meer in staendigen Halbringen auf den Sand auflaeuft. Die kraeftigen Farbunterschiede geben auch ohne jeglichen Farbfilter ein fantastisches Bild ab. Nun sehen wir etwa 6 Delfine, die paarweise in der Bucht auf und ab patroullieren. Ploetzlich beginnt ein Paar mit ihrer einzigartigen Jagdtechnik. Sie schwimmen paralell ganz nahe am Ufer und treiben Fische vor sich her. Mit ihrem ganzen Koerper draengen sie diese dann an den Strand. Teilweise hoppen die Delfine aus dem Wasser um die gestrandeten Fische zu fressen. Diese Technik wurde weltweit nur hier in der Shark Bay beobachtet. Immer neue Attacken sehen wir, deshalb koennen wir uns fast nicht mehr losreissen. Die Mittagssonne brennt jedoch unbarmherzig auf uns nieder und wir haben noch einen weiteren Marsch vor uns.
Auf dem Weg zu Skipjack Point sehen wir eine riesige Schar Kormorane in Reih und Glied am Ufer Schlange stehen. Was gibt es da wohl kostenlos? Fische natuerlich. 200 Meter weiter draussen treffen zwei Stroemungen aufeinander, das Wasser wirbelt und haufenweise Fische werden sich dort wohl aufhalten. Der Breitmaulrochen ist im niederen und ruhigen Wasser unterwegs, waehrend die Mantas etwas weiter weg ihre Runden ziehen. Dieser Besuch hier draussen beschehrt uns ein weiteres unvergessliches Erlebnis, mit den von der Natur geschaffenen Wundern dieser Erde!
Vor der Teerstrasse halten wir an um den Reifendruck zu erhoehen. Danach fahren wir aus dem Nationalpark hinaus zum Monkey Mia Resort. Die stromlosen Campsites entpuppen sich nur als Parkmoeglichkeit vor dem eingezaeunten Rasen. Nun gut, es soll ja nur fuer eine Nacht sein. Unsere Nachbaren entpuppen sich als Genfer und wir unterhalten uns noch lange mit ihnen.



Samstag 09.12.2006


Um sieben stehen wir auf, holen die verpasste Dusche nach und wollen zur ersten Delfinfuetterung an den Strand. Unsere Nachbarn sind auch schon auf und man redet bereits angeregt. Schon kommt die, mit den Genfern bekannte, berner Familie. Kimo, der 5-jaehrige Junge ist ein aufgewecktes Buerschchen , plappert berndeutsch und findet unser Moeckli „laess“. Munter klettert er alleine in die Kabine und guckt gwunderig in unser Heim. So vergeht die Zeit wie im Fluge und schon haben wir die 2. Delfinfuetterung verpasst.
Kaum sind wir dann am Strand, taucht ein Delfin auf. Es ist ein schwangeres Weibchen namens Nicki. Ihr Baby wird in den naechsten Tagen erwartet. Seit 1960 werden hier Delfine gefuettert und wissenschaftlich studiert. Oft kommt es vor, dass Weibchen ihre Jungen gebaeren und am naechsten Tag mit ihnen bereits in die Bucht kommen. Junge Delfine werden aber erst nach 4 Jahren gefuettert. Damit will man sicherstellen, dass die Tiere alle wichtigen Techniken zur Nahrungsbeschaffung erlernen. Jeder Delfin kriegt hoechstens 1/3 der benoetigten Menge Fisch pro Tag. Maennchen werden gar nicht gefuettert, denn sie beginnen aggressiv zu werden. Die in Shark Bay lebenden Delfine sind Bottelnose Delfine und benoetigen 5 – 6 kg Fisch pro Tag.
Wir verbringen noch den ganzen Tag im Resort, schauen lehrreiche Filme, beobachten wie Delfine immer wieder den Strand besuchen und unterhalten uns mit den Schweizern. Spaeter am Nachmittag verlassen wir Monkey Mia und fahren eine einsame Bucht hinter Denham an. Der starke Wind treibt uns bald wieder in unser Haeuschen.



Sonntag 10.12.2006


Da uns gestern der Berner den Tip gegen hat, Calamares als Koeder zu kaufen. Wollen wir das natuerlich ausprobieren. Sonja marschiert gleich fruehmorgens los und steht in die Fluten. Tatsaechlich beisst gleich ein Fisch an. Sie versucht ihn hereinzuholen, das Tier kaempft und zappelt wie verrrueckt und kann sich sogar losreissen. Also naechsten Koeder anbringen und reinwerfen. Schon hat wieder einer angebissen. Die sind ganz wild auf diese Calamarerstuecke...! Diesmal gelingt es ihr den Fisch herauszuziehen. Er ist jedoch nur so um die 20 cm lang, deshalb wird er befreit. Nur kleine beissen hier und auch Michi faengt nur kleinere. Schlussendlich entschliessen wir uns 3 kleine zu fangen. Etwas unbeholfen stellen wir uns beim toeten und ausnehmen an und das schuppen und filettieren lassen wir ganz.
Nur wenige Kilometer weiter beim Hamelin Pool halten wir an. Es gibt einen Fussweg zur Bucht. Auf einem Holzsteg laeuft man dann sozusagen ins Meer hinaus. Das Wasser ist hier nicht sehr tief und vor allem doppelt so salzhaltig wie sonst. Ein grosses Feld fast schwarze, pilzfoermige Gesteinsbrocken stehen zur Besichtigung da. Was ist das? Sie heissen Stromatoliten und sind lebende Fossile. Diese Stromatoliten stellen die aelteste Lebensform auf Erden dar. Sie bestehen aus den lebenden Bakterien die vor 3,5 Billionen Jahren entstanden sind. Diese Gesteinsbrocken sind eine Anhaeufung dieser Bakterien die zusaetzlich Sauferstoff in die Atmosphaere entlassen. Deshalb haben sie auch eine wichtige Rolle in der Entstehung der Erde.
Beim kleinen Cafehaus auf dem Parkplatz, treffen wir wieder auf die franzoesische Familie. Sie wollen doch noch 2 Tage in der Gegend bleiben waehrend wir nun suedwaerts fahren.
Ziemlich buschig ist das Land. Alles ist eingezaeunt da hier Rinder gehalten werden. Mit der Zeit gibt es auch immer wieder groessere Baeume und am Murchinson Fluss entlang scheint sogar ein Waeldchen zu stehen. Hier gibt es eine grosse Restarea wo wir uns fuer die Nacht einquartieren. So, nun werden die Fische in den Backofen geschoben, dazu gibt’s Schnittlauchkartoffeln. Die Fische schmecken echt lecker!



Bildergallerie 18


Zurück